
Vertraut und verantwortlich
Jesus erzählte das Gleichnis von den Talenten, um eine klare Wahrheit über das Himmelreich zu vermitteln. Er sagte, es sei wie bei einem Mann, der auf Reisen gehen wollte. Bevor er loszog, vertraute er seinen Besitz seinen Dienern an. Jedem gab er einen unterschiedlichen Betrag, je nach dessen Fähigkeiten.
Zwei der Diener machten sich sofort an die Arbeit. Sie nutzten das, was ihnen gegeben worden war, und vermehrten es. Sie wurden nicht miteinander verglichen. Sie waren einfach treu mit dem, was sie bekommen hatten. Aber der dritte Diener reagierte anders. Angst überkam sein Herz. Anstatt das Talent zu nutzen, vergrub er es in der Erde und tat nichts damit.
Als der Herr zurückkam, bat er jeden Diener, Rechenschaft abzulegen. Die treuen Diener wurden gelobt, nicht nur, weil sie mehr gewonnen hatten, sondern weil sie verantwortungsbewusst und gehorsam waren. Sie vertrauten ihrem Herrn und handelten mutig. Der Diener, der sein Talent versteckt hatte, wurde zurechtgewiesen. Sein Versagen lag nicht daran, dass ihm die Fähigkeit fehlte, sondern daran, dass er sich weigerte zu handeln und kein Vertrauen hatte.
Diese Parabel zeigt uns, dass Gott jedem Menschen Gaben, Chancen und Verantwortung anvertraut. Er erwartet nicht von jedem die gleichen Ergebnisse, aber er erwartet Treue. Es geht nie darum, wie viel wir bekommen, sondern darum, was wir mit dem machen, was Gott uns in die Hände legt.
Was vergraben ist, kann niemandem etwas Gutes bringen. Was im Glauben genutzt wird, bringt Wachstum und Freude. Gott fühlt sich geehrt, wenn wir uns trauen, auch wenn wir Angst haben, und das nutzen, was er uns gegeben hat.
„Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch genommen, was er hat.“
Matthäus 25,29 (ESV)

KLEINE FÜSSE, MUTIGER GLAUBE
Wenn wir in der Bibel von Mut reden, denken wir oft an Krieger, Propheten oder Könige. Aber heute lädt uns die Heilige Schrift ein, Mut mit den Augen eines Kindes zu sehen – eines jungen Mädchens namens Miriam. Sie hatte kein Schwert, keine Macht, keinen Schutz. Trotzdem halfen ihr Gehorsam und ihr stiller Mut, das Schicksal einer Nation zu verändern.
Dies ist eine Geschichte über Glauben unter Bedrohung, Gehorsam unter Angst und Mut, wenn niemand applaudiert.
Mut beginnt zu Hause
Mirjams Mut begann nicht am Fluss, sondern mit den Anweisungen ihrer Mutter.
In Exodus 2 wird berichtet, dass der Pharao befohlen hatte, alle hebräischen Jungen in den Nil zu werfen. In diesem Klima der Angst bereitete Jochebed, eine gläubige Mutter, einen Weidenkorb vor, machte ihn wasserdicht und vertraute ihr Baby Gott an.
Dann gab sie ihrer Tochter eine Aufgabe, die kein Kind tragen sollte.
Miriam trug nicht nur einen Korb –
sie trug:
das Leben ihres Bruders,
die Hoffnung ihrer Mutter
und den Glauben ihrer Familie.
Wahrer Mut beginnt oft damit, dass Kinder schon früh lernen, auf Gott zu vertrauen.
Miriam lernte, dass Gehorsam gegenüber Gott manchmal bedeutet, den Eltern zu gehorchen, auch wenn es beängstigend ist.
Mut ist Gehorsam trotz Angst
Stell dir die Szene vor.
Ägyptische Soldaten patrouillierten am Fluss.
Der Nil war gefährlich, voller Strömungen und Raubtiere.
Ein einziger Schrei des Babys hätte sie alle auffliegen lassen können.
Miriam wusste um das Risiko. Sie war alt genug, um die Gefahr zu verstehen – und doch jung genug, um tiefe Angst zu empfinden.
Trotzdem gehorchte sie.
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern der Glaube, der trotz Angst handelt.
Viele von uns warten darauf, sich mutig zu fühlen, bevor wir handeln, aber Miriam lehrt uns:
Gehorsam kommt zuerst – Mut folgt.
Gott bittet uns oft, Dinge zu tun, die sich unsicher, unangenehm oder jenseits unserer Kräfte anfühlen – aber Gehorsam öffnet die Tür für göttliches Eingreifen.
Mut, der beobachtet und wartet
Miriam verließ den Korb nicht und rannte nicht weg.
In Exodus 2,4 heißt es:
„Seine Schwester blieb in einiger Entfernung stehen, um zu sehen, was mit ihm geschehen würde.“
Das ist stiller Mut – der Mut, zu bleiben, zu beobachten, zu warten.
Sie geriet nicht in Panik.
Sie mischte sich nicht voreilig ein.
Sie vertraute auf Gott und blieb gleichzeitig wachsam.
Manchmal schreit der Glaube nicht.
Manchmal steht der Glaube still in der Ferne und vertraut darauf, dass Gott am Werk ist, auch wenn das Ergebnis ungewiss ist.
Diese Art von Mut erfordert Geduld – und Geduld ist oft schwieriger als Handeln.
Mut, der zur richtigen Zeit spricht
Als die Tochter des Pharaos das Baby entdeckte, tat Miriam etwas Erstaunliches.
Eine Sklavin.
Ein hebräisches Kind.
Sie sprach mutig zu den ägyptischen Königen.
„Soll ich eine Amme aus den hebräischen Frauen holen?“
Das war keine unüberlegte Äußerung.
Es war Weisheit, geleitet von Gott.
Miriam lehrt uns, dass Mut nicht nur bedeutet, zu wissen, wann man handeln muss, sondern auch, wann man sprechen muss.
Gott gab ihr in diesem Moment die richtige Einsicht – und ihr Mut führte dazu, dass Moses wieder mit seiner Mutter vereint wurde.
Gott nutzt kleinen Mut für große Befreiung
Miriam teilte nicht das Rote Meer.
Sie konfrontierte den Pharao nicht.
Sie führte noch kein Volk an.
Aber ihr Gehorsam setzte Ereignisse in Gang, die schließlich dazu führten, dass
Israel aus der Sklaverei befreit wurde,
Gottes Macht offenbart wurde
und die Heilsgeschichte geprägt wurde.
Unterschätze niemals, was Gott durch kleine Taten des Gehorsams bewirken kann.
Der Mut eines Kindes, das sich in Gottes Hände begab, wurde Teil von Gottes Erlösungsplan.
Miriam erinnert uns daran, dass:
Gott den Glauben der Kinder sieht,
Gott stillen Gehorsam ehrt,
Gott Mut nutzt, der klein erscheint, aber voll und ganz auf ihn vertraut.
Einige von euch tragen heute Körbe voller Unsicherheit mit sich herum.
Einige von euch beobachten und warten an Flüssen der Angst.
Einige von euch werden gebeten, zu gehorchen, obwohl das Ergebnis unklar ist.
Seid getrost.
Der Gott, der über Mose im Schilf wachte,
ist derselbe Gott, der heute über euren Gehorsam wacht.
Seid treu in den kleinen Dingen.
Seid mutig im Gehorsam.
Und vertraut darauf, dass Gott am Werk ist –
auch wenn ihr nur dastehen und zusehen könnt.

DER TAG, AN DEM GOTT DIE TÜR SCHLOSS
Als die Zeit, die Gott festgelegt hatte, vorbei war, redete er mit Noah und sagte ihm, er solle mit seiner Familie in die Arche gehen. Ein Tier nach dem anderen kam rein, genau wie Gott es gesagt hatte. Es gab keine Hektik und keine Verwirrung. Alles lief nach Gottes Wort ab. Als das letzte Tier drin war, schloss der Herr selbst die Tür der Arche.
„Der Herr schloss ihn ein.“
Genesis 7,16
Dieser Moment veränderte alles. Die Tür war nicht mehr offen. Die Welt, die Gottes Warnung ignoriert hatte, blieb draußen, und Noah wurde durch Gottes eigene Hand im Inneren beschützt.
Dann begann es zu regnen. Vierzig Tage und vierzig Nächte lang fiel Regen vom Himmel, und Wasser sprudelte aus den Tiefen der Erde hervor. Das Land wurde langsam überflutet. Flüsse traten über ihre Ufer. Täler verschwanden. Die Erde sah nicht mehr so aus wie zuvor. Das Gericht schritt voran, stetig und sicher, ohne Umkehr.
„Und es regnete vierzig Tage und vierzig Nächte lang auf die Erde.“
Genesis 7:12
Das Wasser stieg weiter, bis selbst die höchsten Berge bedeckt waren. Alle Lebewesen außerhalb der Arche verloren ihren Lebensatem. Menschen, Tiere und Vögel wurden alle weggefegt. Nichts entkam der Flut. Doch inmitten all dieser Zerstörung wurde die Arche emporgehoben und sicher getragen. Gott selbst hielt sie aufrecht.
„Aber Gott dachte an Noah und an alle Tiere und an alles Vieh, das mit ihm in der Arche war.“
Genesis 8,1
Nur Noah und die, die mit ihm waren, blieben am Leben. Die alte Welt ging zu Ende, nicht durch Zufall, sondern durch Gottes gerechte Entscheidung. Das Wasser blieb viele Tage lang auf der Erde und markierte das Ende eines Zeitalters und den stillen Beginn eines neuen. Über der überfluteten Welt schwebte die Arche und bewahrte das Leben, das weitergehen sollte.
Diese Geschichte erinnert uns daran, dass Gottes Warnungen echt sind, sein Timing sicher und sein Schutz treu. Wenn Gott eine Tür schließt, kann niemand sie öffnen. Und wenn er rettet, rettet er vollständig.
by Jule with 1 comment

Peter war schon mitten im Sturm, als Jesus ihn aus dem Boot rief. Der Wind war laut. Die Wellen waren heftig. Die Gefahr war echt. Aber nichts davon konnte ihm was anhaben, solange er seinen Blick auf Christus gerichtet hielt. Der Glaube hat den Sturm nicht weggezaubert, sondern ihm die Kraft gegeben, darüber hinwegzugehen.
In dem Moment, als Petrus seinen Fokus verlagerte, übernahm die Angst die Oberhand. Seine Umstände änderten sich nicht, aber seine Perspektive schon. Was ihm durch Gehorsam zuvor möglich erschien, schien ihm durch die Angst plötzlich unmöglich. Und da begann er zu sinken.
Das ist die subtile Gefahr von Stürmen: Sie müssen uns nicht direkt zerstören. Sie müssen uns nur ablenken. Nicht die Wellen ertränken uns, sondern die Angst. Die Unruhe. Der Verlust des Blickes auf Jesus.
Solange Petrus auf Jesus schaute, ging er auf dem, was ihn hätte verschlingen sollen. Als er auf den Sturm schaute, begann genau das, was unter seinen Füßen war, ihn im Stich zu lassen. Der Sturm zeigte, worauf er seine Aufmerksamkeit richtete, und die Aufmerksamkeit bestimmt die Richtung.
Doch selbst in seinem Untergang gibt es Gnade. Jesus wartete nicht darauf, dass Petrus sich selbst rettete. Er verlangte nicht zuerst einen stärkeren Glauben. In der Schrift heißt es: „Sofort streckte Jesus seine Hand aus und ergriff ihn.“ Selbst als Petrus‘ Glaube ins Wanken geriet, blieb Jesus treu.
Das erinnert uns daran, dass das Ziel nicht perfekte Konzentration ist, sondern beharrliches Vertrauen. Wenn du merkst, dass du untergehst, ist die Lösung nicht, noch stärker zu kämpfen, sondern zu ihm zurückzuschauen und zu rufen: „Herr, rette mich!“
Stürme werden kommen. Wellen werden sich erheben. Aber wenn du deine Augen auf Jesus gerichtet hältst, wirst du vielleicht den Wind spüren, aber du wirst nicht von ihm überwältigt werden. Und selbst wenn du zu sinken beginnst, streckt sich seine Hand bereits nach dir aus.
Denn derselbe Jesus, der dich auf das Wasser ruft, ist derjenige, der dich nicht ertrinken lässt.
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Heute lesen wir Hiob 10 bis 13. Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 😘
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Wir sehen uns nachher beim MädelsKreis
Bibelgrundkurs für Frauen 😉
Mittwochs 15 bis 17 Uhr
Und beim
Online Bibelkurs
Mittwoch 17 bis 19 Uhr
https://zoom.us/j/95513354603?pwd=a2doelhieXlRZGxxZ3JkYUxtSjlTUT09
Meeting-ID: 955 1335 4603
Kenncode: 057704
und per Telefon:
Einwählen über 06938079884
Dann nach Aufforderung 95513354603# eingeben und dann nach Aufforderung 057704# eingeben und dann *6 damit du auch reden kannst

🌅 NEUER MORGEN. NEUE GNADE. NEUE HOFFNUNG.
An manchen Morgen wachen wir mit der Last des Vortags auf – Fehlern, Sorgen, unerhörten Gebeten, Erschöpfung. Und doch gibt uns die Bibel mitten in dieser Zerbrochenheit diese Verheißung:
„Durch die große Liebe des Herrn werden wir nicht vernichtet, denn seine Barmherzigkeit hört niemals auf. Sie ist jeden Morgen neu, groß ist deine Treue.“
– Klagelieder 3,22–23
Was diesen Vers so kraftvoll macht, ist der Ort, an dem er geschrieben wurde. Jeremia schrieb nicht aus einer Position des Komforts oder des Sieges heraus. Er war umgeben von Verlust, Schmerz und Unsicherheit. Dennoch entschied er sich, seinen Blick zu heben und Hoffnung zu verkünden.
Gott versprach nicht, dass jeder Tag leicht sein würde – aber er versprach, dass jeder Tag mit neuer Gnade kommen würde.
Der heutige Tag braucht nicht die Kraft von gestern.
Der heutige Tag kommt mit der Gnade des heutigen Tages.
Und ganz gleich, wie Sie sich heute Morgen fühlen, Gottes Treue ist bereits da.
Atmen Sie tief durch.
Heben Sie den Kopf.
Dieser Morgen ist der Beweis dafür, dass Gott noch nicht fertig ist. 🙏✨

DIE PRINZESSIN, DIE SICH FÜR MITGEFÜHL ENTSCHIED
Die Geschichte erinnert sich oft an Könige, Krieger und Propheten – aber Gott wirkt auch mächtig durch namenlose Menschen, deren einzelne Gnadenhandlung den Lauf der Welt verändert.
In Exodus 2 begegnen wir einer solchen Frau:
Eine Prinzessin von Ägypten, Tochter des Pharaos – genau jenes Königs, der den Tod aller hebräischen Jungen angeordnet hatte. Sie spricht nicht viele Worte. Sie hält keine Predigt. Doch ihre Entscheidung, in einen Fluss zu greifen und ein weinendes Kind herauszuholen, wird zu einer der bedeutendsten Handlungen in der Heilsgeschichte.
Denken wir über die Prinzessin nach, die Moses aus dem Schilfkorb holte und ihn adoptierte – und darüber, was uns ihr Mitgefühl über Gottes Wirken in unerwarteten Herzen lehrt.
EINE PRINZESSIN AM FLUSS, KEIN ZUFALL
„Da ging die Tochter des Pharaos zum Nil hinunter, um sich zu baden …“ (2. Mose 2,5)
Das war kein Zufall – es war göttliche Fügung.
Genau in dem Moment, als eine verzweifelte Mutter ihr Kind in den Fluss legte, sorgte Gott dafür, dass die richtige Person anwesend war. Der Fluss, der dazu bestimmt war, hebräische Jungen zu ertränken, wurde zum Ort der Befreiung.
Gottes Absichten entfalten sich oft still und leise.
Was wie Routine aussieht – ein Spaziergang, ein Bad, eine Pause am Fluss – kann der Moment sein, den Gott nutzt, um die Geschichte zu verändern.
SIE SAH DAS KIND, NICHT DIE BEDROHUNG
„Sie sah den Korb im Schilf und schickte ihre Magd, um ihn zu holen.“ (2. Mose 2,5)
Die Prinzessin bemerkte, was andere vielleicht übersehen hätten.
Sie sah nicht:
Ein politisches Problem.
Einen rassistischen Feind.
Einen Verstoß gegen das Gesetz ihres Vaters.
Sie sah ein Kind.
In einer Welt, die von Grausamkeit verhärtet war, blieb ihr Herz weich. Macht machte sie nicht blind. Privilegien betäubten ihr Mitgefühl nicht.
Gott sucht Menschen, die noch immer das Leid sehen –
die Menschenleben nicht auf Politik, Etiketten oder Bequemlichkeit reduzieren.
MITGEFÜHL, DAS STÄRKER IST ALS ANGST
„Sie öffnete ihn und sah das Kind. Es weinte, und sie hatte Mitleid mit ihm.“ (2. Mose 2,6)
Das hebräische Wort bedeutet tiefes Mitleid – Barmherzigkeit, die aus dem Inneren kommt.
Sie wusste genau, was dieses Kind war.
Sie kannte das Gesetz.
Sie kannte das Risiko.
Doch ihr Mitgefühl war stärker als ihre Angst.
Wahres Mitgefühl ist mutig.
Es riskiert den Ruf.
Es trotzt ungerechten Systemen.
Es entscheidet sich für Barmherzigkeit, selbst wenn Gehorsam gegenüber der Macht Grausamkeit verlangt.
ADOPTION: EINE ERLÖSENDE WENDE
„Sie sagte: ‚Ich werde dieses Baby nehmen und es für mich stillen.‘“ (2. Mose 2,9)
Die Ironie ist verblüffend:
Der Pharao befahl, alle hebräischen Jungen zu töten.
Die Tochter des Pharaos zog den Befreier Israels auf.
Mose wurde in die Königsfamilie aufgenommen, in ägyptischer Weisheit unterrichtet und in Führungsqualitäten geschult – eine Vorbereitung, die Gott später nutzen würde.
Gott kann die Häuser seiner Feinde in Ausbildungsstätten für seine Diener verwandeln.
Was die Welt zerstören will, setzt Gott ein, um zu führen.
GOTT WIRKT DURCH UNBEKANNTE TREUE
Die Schrift erwähnt den Namen der Prinzessin nie.
Sie bleibt nicht in Erinnerung wegen:
ihres Titels,
ihrer Abstammung,
ihrer Macht.
Sie bleibt in Erinnerung, weil sie barmherzig handelte.
Gott schätzt Gehorsam mehr als Anerkennung.
Eine einzige mitfühlende Tat, still vollbracht, kann bis in alle Ewigkeit nachwirken.
WEN WERDEN SIE AUS DEM SCHILFGESTRÄCHT HEBEN?
Die Prinzessin wusste nicht, dass sie rettete:
Einen Propheten
Einen Gesetzgeber
Einen Befreier
Sie wusste nur, dass es ein weinendes Kind in Not gab.
Und das war genug.
Auch heute noch stellt Gott „Körbe im Schilf” vor uns:
Ein Kind, das Schutz braucht
Eine verwundete Seele, die Güte braucht
Ein Leben, das andere aufgegeben haben
Die Frage ist nicht, ob wir mächtig genug sind.
Die Frage ist, ob wir mitfühlend genug sind.
Mögen wir wie die Prinzessin sein –
bereit zu sehen, bereit zu fühlen und bereit zu handeln.
Denn wenn Barmherzigkeit das emporhebt, was die Welt verworfen hat,
schreibt Gott Befreiung in die Geschichte.

Samsons Stärke war der Bund, nicht sein Haar
Samson wurde schon vor seiner Geburt auserwählt. Gott bestimmte ihn zum Nasiräer, gebunden an einen Bund, der Hingabe, Zurückhaltung und Gehorsam symbolisierte. Sein ungeschnittenes Haar war nicht die Quelle seiner Kraft – es war das Zeichen seines Bundes mit Gott. Von Anfang an kam Samsons Kraft vom Geist Gottes, nicht von seinem Aussehen.
Dennoch ging Samson sorglos mit dem um, was heilig war.
Er überschritt wiederholt Grenzen – er berührte Verbotenes, ging Bündnisse mit Feinden ein und behandelte seine Berufung nachlässig. Dennoch wirkte Gottes Kraft weiterhin durch ihn. Der Sieg folgte ihm, auch wenn seine Treue langsam schwand.
Dann kam Delila.
Die Herrscher der Philister bestachen sie, damit sie das Geheimnis von Samsons Kraft aufdeckte. Sie bedrängte ihn Tag für Tag, und schließlich erzählte Samson ihr alles – nicht weil sein Haar magisch war, sondern weil sein Herz bereits abgewichen war. Er nahm seinen Bund leichtfertig.
Während Samson schlief, schnitt Delila ihm die Haare ab. Die Philister ergriffen ihn. Samson erwachte und sagte: „Ich werde wie zuvor hinausgehen und mich befreien.“
Aber die Schrift liefert die tragischste Zeile in seiner Geschichte:
„Er wusste nicht, dass der Herr ihn verlassen hatte.“
Die Kraft war bereits verschwunden – nicht weil sein Haar ausgefallen war, sondern weil der Bund gebrochen war.
Simson wurde geblendet, in Ketten gelegt und gezwungen, wie ein Tier Getreide zu mahlen. Der Mann, der einst Armeen überwältigt hatte, lebte nun gedemütigt und machtlos. Doch in der Stille der Gefangenschaft veränderte sich etwas. Seine Haare begannen zu wachsen – nicht als Zauber, sondern als Zeichen der Reue und der Rückkehr.
Im Tempel der Philister, während seine Feinde ihn verspotteten, sprach Simson ein letztes Gebet – nicht um Ruhm, nicht um Sieg, sondern um Wiederherstellung. Gott erhörte ihn. Seine Kraft kehrte zurück – nicht, um Samsons Leben zu retten, sondern um seine Berufung zu erfüllen.
Samson riss die Säulen des Tempels ein und vernichtete die Feinde Israels. Seine letzte Tat bewirkte mehr als sein ganzes Leben voller ungebremster Kraft.
Die Geschichte ist klar und unbequem: Macht verschwindet nicht, wenn Symbole verloren gehen – sie verschwindet, wenn Treue aufgegeben wird.
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