
Viele Leute haben sich still und leise von der Kirche abgewendet und tragen Wunden mit sich herum, die niemand sonst sehen kann. Keine Wunden, die Jesus verursacht hat, sondern Wunden, die durch die Religion entstanden sind. Vielleicht wurde dir gesagt, dass Gott ständig von dir enttäuscht ist. Vielleicht wurde dir beigebracht, dass Gott sich von dir abwenden könnte, wenn du nicht genug betest, nicht genug dienst oder nicht schnell genug alle Schwierigkeiten überwindest. Vielleicht hast du jahrelang unter dem Druck gelebt, deine Hingabe durch Verhaltensänderungen beweisen zu müssen, und dich immer gefragt, ob du genug tust, um akzeptiert zu bleiben.
Wenn das deine Erfahrung war, möchte ich heute sanft zu deinem Herzen sprechen. Was dir über Gottes Haltung dir gegenüber beigebracht wurde, spiegelt möglicherweise nicht wider, was das Evangelium tatsächlich offenbart.
Die gute Nachricht von Jesus Christus handelt nicht davon, dass Menschen genug leisten müssen, um von Gott geliebt zu bleiben. Die gute Nachricht ist, dass Gott in Liebe zu uns gekommen ist, lange bevor wir jemals etwas für ihn getan haben. In der Bibel steht: „Gott aber hat seine Liebe zu uns darin gezeigt, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren“ (Römer 5,8 ESV). Beachte den Zeitpunkt. Jesus hat nicht darauf gewartet, dass sich die Menschheit zuerst verbessert. Das Kreuz geschah, als wir noch gebrochen waren. Das bedeutet, dass die Grundlage deiner Beziehung zu Gott nicht deine Leistung ist. Es ist seine Liebe, die durch Jesus zum Ausdruck kommt.
Die Religion lehrt oft, dass Gottes Haltung sich danach richtet, wie gut du dich benimmst. Aber das vollendete Werk Jesu zeigt was ganz anderes. Als Jesus sein Leben am Kreuz gab, fing er nicht mit einer vorübergehenden Lösung an. Er vollbrachte was Vollständiges und Endgültiges. Im Hebräerbrief steht: „Denn durch ein einziges Opfer hat er für immer diejenigen vollendet, die geheiligt werden.“ (Hebräer 10,14 ESV). Das heißt, das Werk, das deine Annahme bei Gott gesichert hat, wurde von Jesus vollbracht und wird nicht durch deine Leistung aufrechterhalten.
Wenn jemand beginnt zu erkennen, wie sehr er wegen Jesus geliebt und angenommen wird, geschieht etwas Schönes in seinem Herzen. Veränderung kommt nicht mehr durch Druck oder Angst vor Ablehnung zustande. Sie entsteht ganz natürlich aus der Beziehung heraus. Liebe verändert das Herz viel tiefer, als es Angst jemals könnte.
Jesus selbst hat das Herz des Vaters offenbart, als er sagte: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ (Johannes 6,37 ESV). Diese Worte bringen jedem, der durch religiösen Druck verletzt wurde, unglaubliche Ruhe. Jesus hat nicht gesagt, dass er dich vielleicht akzeptiert, wenn du das richtige Maß an geistlicher Leistung aufrechterhältst. Er hat gesagt, dass er niemanden abweisen wird, der zu ihm kommt.
Denk darüber nach, was das heute für dein Herz bedeutet. Der Vater steht nicht in der Ferne und bewertet, ob du gut genug bist, um zu bleiben. Durch Jesus ist die Tür bereits offen. Durch sein Opfer bist du ihm nahe gekommen. In der Schrift heißt es: „Denn durch ihn haben wir beide in einem Geist Zugang zum Vater“ (Epheser 2,18 ESV). Der Zugang zu Gott wird nicht durch religiösen Erfolg verdient. Er wurde von Christus erkauft.
Deshalb bringt das Evangelium der Seele so tiefe Ruhe. Wenn jemand glaubt, dass seine Beziehung zu Gott von seiner Beständigkeit abhängt, wird sein Leben anstrengend. Jedes Versagen fühlt sich wie eine Bedrohung seiner Zugehörigkeit an. Jede Schwäche fühlt sich an, als könnte sie ihn disqualifizieren. Aber das vollendete Werk Jesu nimmt dir diese Last. Dein Platz beim Vater wurde durch Christus gesichert, nicht durch deine Fähigkeit, alles zusammenzuhalten.
Gottes Herz dir gegenüber ist nicht kalt, distanziert oder leicht zu kränken. Das deutlichste Bild seiner Haltung ist das Kreuz. Wenn du dich jemals fragst, wie Gott zu dir steht, schau dorthin. Das Kreuz ist Gott, der sich der Menschheit zuwendet, nicht von ihr abwendet. Das Kreuz ist Gott, der unser Versagen auf sich nimmt, anstatt uns deswegen zu verlassen.
Und weil Jesus von den Toten auferstanden ist, endete die Geschichte nicht nur mit Vergebung. Die Gläubigen wurden in eine neue Beziehung zu Gott als Söhne und Töchter gebracht. Die Schrift sagt: „Du bist also nicht mehr Sklave, sondern Sohn; bist du aber Sohn, dann auch Erbe durch Gott“ (Galater 4,7 ESV). Deine Identität mit Gott wird nicht mehr durch religiöse Leistungen definiert. Sie wird durch das definiert, was Jesus vollbracht hat.
Wenn dein Herz also müde ist, weil du versucht hast, dich spirituell zu beweisen, kannst du heute zur Ruhe kommen. Du musst dich nicht anstrengen, um von Gott angenommen zu werden. Durch Jesus wurde dir diese Annahme bereits geschenkt. Die Einladung des Evangeliums besteht nicht darin, härter zu arbeiten, um Gottes Liebe zu verdienen. Die Einladung besteht darin, in der Liebe zu ruhen, die bereits durch Christus gezeigt wurde, als er sein Werk am Kreuz vollbrachte.
Das Herz des Vaters dir gegenüber ist beständig. Seine Liebe wurde am Kreuz besiegelt. Und weil das Werk Jesu vollbracht ist, kannst du endlich aufhören, so zu leben, als hinge deine Beziehung zu Gott davon ab, dass du alles zusammenhältst.
Sie hängt von ihm ab. Und er hat das Werk bereits vollbracht.
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