
Es gibt Momente im Leben, in denen man auf seine Geschichte zurückblickt und sich von der Last der vergangenen Ereignisse überwältigt fühlt. Zeiten des Schmerzes, des Verlusts und Entscheidungen, die man getroffen hat, während das Herz verletzt war, können tiefe Spuren in der Seele hinterlassen. Selbst nachdem man zu Gott zurückgekehrt ist, selbst nach Jahren des Dienstes für ihn, kann die Scham still im Hintergrund weiterleben. Man mag sagen, dass man glaubt, dass Gott einem vergibt, doch innerlich fragt man sich immer noch, ob er einen wirklich mit den gleichen Augen sieht. Er sehnt sich danach, ihn klar und deutlich sagen zu hören: „Ich vergebe dir. Ich liebe dich.“
Die schöne Wahrheit des Evangeliums ist, dass Gott diese Worte bereits durch Jesus gesprochen hat.
Am Kreuz flüsterte Gott die Vergebung nicht in einer stillen Ecke des Himmels. Er verkündete sie offen durch das vollendete Werk seines Sohnes. Als Jesus die Sünden der Menschheit auf sich nahm und sein Leben für uns gab, befasste er sich nicht nur mit den Sünden, die begangen wurden, bevor jemand glaubte. Er hat ein für alle Mal die gesamte Last der Sünde auf sich genommen. Die Schrift sagt, dass wir in Christus die Erlösung durch sein Blut haben, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade (Epheser 1,7). Diese Vergebung ist nicht zerbrechlich. Sie ist nicht teilweise. Sie ist nicht etwas, das verschwindet, wenn jemand fällt und dann wieder zurückkommt. Sie ist verwurzelt in dem, was Jesus vollbracht hat, nicht darin, wie perfekt die Geschichte eines Menschen gewesen ist.
Viele Gläubige kehren zu Gott zurück, tragen aber immer noch Scham mit sich herum, als stünden sie vor der Tür und hofften, wieder hereingelassen zu werden. Aber das Kreuz erzählt eine andere Geschichte. Als Jesus starb und wieder auferstand, beseitigte er die Barriere zwischen Gott und seinen Kindern. Die Schrift sagt, dass wir jetzt mit Zuversicht Zugang zum Vater haben (Epheser 3,12). Das bedeutet, dass die Beziehung nicht auf einer Leistungsbilanz beruht. Sie beruht auf der Gerechtigkeit Jesu selbst.
Der Feind flüstert uns gerne zu, dass Gott uns zwar rechtlich vergeben hat, aber emotional immer noch von uns enttäuscht ist. Doch das Evangelium räumt mit dieser Lüge komplett auf. Gott geht mit seinen Kindern nicht aufgrund ihrer schlimmsten Zeiten um. Er geht mit ihnen aufgrund von Christus um. Und Christus ist perfekt, akzeptiert und vom Vater voll und ganz geliebt.
Denk mal über das Herz Gottes nach, das durch Jesus offenbart wurde. Immer wieder in den Evangelien waren es die Menschen, die sich am meisten schämten, denen er sich näherte und von denen er sich nicht abwandte. Die Frau, die beim Ehebruch erwischt wurde, erwartete Steine, erhielt aber Gnade (Johannes 8,3–11). Der verlorene Sohn erwartete Ablehnung, aber er bekam ein Gewand, einen Ring und ein Fest (Lukas 15,20–24). Petrus verleugnete Jesus dreimal und dachte, seine Geschichte sei vorbei, aber der auferstandene Christus stellte ihn wieder her und vertraute ihm die Leitung an (Johannes 21,15–17). Diese Geschichten sind keine Ausnahmen vom Charakter Gottes. Sie zeigen sein Herz.
Scham sagt einem Menschen, dass sein Versagen die lauteste Stimme im Raum ist. Aber das Kreuz verkündet etwas Lauteres. Jesus ging nicht widerwillig ans Kreuz. Die Schrift sagt, dass er uns liebte und sich für uns hingab (Galater 2,20). Das bedeutet, dass er, als er deine Sünden trug, die ganze Geschichte kannte und sich dennoch für das Kreuz entschied. Nichts in deiner Vergangenheit überraschte ihn. Nichts in deiner Vergangenheit disqualifizierte die Liebe, die er bereits beschlossen hatte, dir zu schenken.
Manchmal warten Menschen auf einen besonderen emotionalen Moment, in dem sie spüren, dass Gott sagt: „Ich vergebe dir.“ Die gute Nachricht ist jedoch, dass Gott dies bereits auf die klarste Weise durch das Evangelium selbst gesagt hat. Das Kreuz ist Gottes Erklärung. Die Auferstehung ist Gottes Bestätigung. Die Gegenwart des Heiligen Geistes im Leben eines Gläubigen ist Gottes ständige Erinnerung daran, dass er zu ihm gehört (Epheser 1,13–14).
Wenn du zu ihm zurückgekehrt bist, ist diese Rückkehr selbst ein Beweis für seine Gnade, die in dir wirkt. Die Schrift sagt, dass es die Güte Gottes ist, die uns zur Umkehr führt (Römer 2,4). Dieselbe Gnade, die dich zurückgebracht hat, ist die Gnade, die dich jetzt hält.
Gott sieht dich nicht durch die Brille deiner schlimmsten Jahre. Er sieht dich durch die Gerechtigkeit Jesu. In Christus bist du nicht die Person, die durch diese Zeiten des Schmerzes und der Zerbrochenheit definiert ist. Du bist ein geliebtes Kind, das vom Vater willkommen geheißen wird.
Und wenn du die Stimme des Himmels klar hören könntest, würdest du die Botschaft hören, die bereits durch das Kreuz verkündet wurde:
Dir ist vergeben.
Du wirst geliebt.
Und durch Jesus bist du in der Gegenwart Gottes voll und ganz willkommen.
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