
Die Frau mit dem Alabastergefäß
(Markusevangelium 14,3–9)
Jesus war in Bethanien und lag zu Tisch im Haus Simons, des Aussätzigen. Die Atmosphäre war ruhig und vertraut – ein ganz normales Beisammensein, nur wenige Tage vor außergewöhnlichen Ereignissen. Während die Männer aßen, kam eine Frau mit einem Alabastergefäß, das mit sehr kostbarem, reinem Nardenöl gefüllt war.
Ohne ein Wort zu sagen, zerbrach sie das Gefäß und goss das Parfüm über Jesu Kopf.
Der Duft erfüllte das ganze Haus. Was sie darbrachte, war keine kleine Geste – es war extravagant. Das Parfüm war mehr wert als ein Jahreslohn. Sobald das Gefäß zerbrochen war, konnte es nicht mehr wiederverwendet werden. Dies war eine einmalige, unwiderrufliche Handlung.
Sofort kam Kritik auf. Einige im Raum waren empört. Sie bezeichneten ihre Tat als Verschwendung und argumentierten, dass das Parfüm hätte verkauft und das Geld den Armen gegeben werden können. Ihre Worte klangen praktisch, sogar spirituell – aber sie verfehlten den Moment völlig.
Jesus schaltete sich ein.
„Lasst sie in Ruhe. Warum macht ihr ihr Vorwürfe? Sie hat etwas Schönes für mich getan.“
Er erkannte den Wert der Hilfe für die Armen an – stellte aber klar, dass dieser Moment einzigartig war. Die Frau hatte ihn, ob sie es nun vollständig verstanden hatte oder nicht, für sein Begräbnis gesalbt. Während andere debattierten, kalkulierten und kritisierten, reagierte sie mit Hingabe.
Dann machte Jesus eine Aussage, die ihre Handlung für immer neu definierte:
„Wahrlich, ich sage euch: Wo immer in der ganzen Welt das Evangelium verkündet wird, wird auch das, was sie getan hat, in Erinnerung an sie erzählt werden.“
Was von anderen als Verschwendung bezeichnet wurde, wurde von Jesus als Anbetung erklärt. Ihr Name wurde nie aufgezeichnet – aber ihre Tat wurde verewigt. Während die Jünger später fliehen, verleugnen und zweifeln würden, würde die Hingabe dieser Frau weltweit in Erinnerung bleiben.
Diese Geschichte offenbart eine kraftvolle Wahrheit: Jesus verteidigt von ganzem Herzen geleistete Hingabe, selbst wenn sie übertrieben, unpraktisch oder missverstanden erscheint. Was die Welt als Verschwendung bezeichnet, nennt Gott vielleicht Vorbereitung.
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The Woman with the Alabaster Jar
(Gospel of Mark 14:3–9)
Jesus was in Bethany, reclining at the table in the house of Simon the leper. The atmosphere was calm, familiar—an ordinary gathering just days before extraordinary events. While the men were eating, a woman entered the room carrying an alabaster jar filled with very expensive perfume made of pure nard.
Without speaking, she broke the jar and poured the perfume on Jesus’ head.
The fragrance filled the entire house. What she offered was not a small gesture—it was extravagant. The perfume was worth more than a year’s wages. Once the jar was broken, it could not be reused. This was a one-time, irreversible act.
Immediately, criticism arose. Some in the room were indignant. They called her act wasteful, arguing that the perfume could have been sold and the money given to the poor. Their words sounded practical, even spiritual—but they completely missed the moment.
Jesus intervened.
“Leave her alone. Why do you trouble her? She has done a beautiful thing to me.”
He acknowledged the value of helping the poor—but clarified that this moment was unique. The woman, whether she fully understood it or not, had anointed Him for burial. While others debated, calculated, and criticized, she responded with devotion.
Then Jesus made a statement that forever reframed her act:
“Truly, I tell you, wherever the gospel is preached in the whole world, what she has done will also be told, in memory of her.”
What was labeled waste by others was declared worship by Jesus. Her name was never recorded—but her act was immortalized. While the disciples would later flee, deny, and doubt, this woman’s devotion would be remembered globally.
This story reveals a powerful truth: Jesus defends wholehearted devotion, even when it looks excessive, impractical, or misunderstood. What the world calls waste, God may call preparation.