
Nur wenige Passagen wurden häufiger falsch interpretiert als die Geschichte von der Frau, die Jesu Füße salbte. Diese Erzählung wurde oft herangezogen, um zu suggerieren, dass tiefe Liebe Vergebung verdient. Jesus lehrt jedoch genau das Gegenteil. Liebe erkauft keine Gnade. Liebe entsteht, wenn man an Gnade glaubt. In dem Moment, in dem wir diese Reihenfolge umkehren, verwandeln wir Anbetung in eine Darbietung und Zuneigung in eine Währung. Jesus widerlegt diese Denkweise in dieser Begegnung vollständig.
Lukas berichtet uns, dass Jesus in das Haus eines Pharisäers namens Simon eingeladen wurde (Lukas 7,36, ESV). Dies ist ein religiöser Rahmen, kontrolliert, gemessen und aufmerksam. Während Jesus am Tisch liegt, betritt eine Frau, die in der Stadt als Sünderin bekannt ist, den Raum (Lukas 7,37, ESV). Sie bringt ein Alabasterfläschchen mit Salböl, stellt sich hinter Jesus und beginnt zu weinen. Ihre Tränen fallen auf seine Füße. Sie wischt sie mit ihren Haaren ab, küsst seine Füße und salbt sie mit Öl (Lukas 7,38, ESV). Das ist extravagant, verletzlich und sozial gefährlich. Doch Jesus lässt es zu.
Simon interpretiert diesen Moment sofort aus einer leistungsorientierten Perspektive. Er argumentiert mit sich selbst, dass Jesus, wenn er wirklich ein Prophet wäre, wissen würde, was für eine Frau das ist, und ihr nicht erlauben würde, ihn zu berühren (Lukas 7,39, ESV). Simon glaubt, dass sich die Heiligkeit von Sündern zurückzieht. Jesus offenbart, dass die Heiligkeit auf sie zugeht. Gnade wird nicht durch Sünde verunreinigt. Sünde wird durch Gnade ungeschehen gemacht.
Jesus antwortet auf Simons Gedanken mit einem Gleichnis. Er spricht von zwei Schuldnern, von denen einer viel und der andere wenig schuldete. Als keiner von beiden zahlen konnte, erließ der Gläubiger beiden ihre Schulden (Lukas 7,41–42, ESV). Dann fragt Jesus, welcher Schuldner mehr lieben wird. Simon antwortet richtig: „Ich nehme an, der, dem er mehr erlassen hat“ (Lukas 7,43, ESV). Das ist der Schlüssel. Liebe erlässt keine Schulden. Erlassene Schulden erzeugen Liebe.
Jesus wendet sich dann der Frau zu und stellt ihr Verhalten Simons mangelnder Gastfreundschaft gegenüber. Simon gab Jesus kein Wasser für seine Füße. Sie wusch sie mit Tränen. Simon begrüßte Jesus nicht mit einem Kuss. Sie hörte nicht auf, seine Füße zu küssen. Simon salbte sein Haupt nicht mit Öl. Sie salbte seine Füße mit Salböl (Lukas 7,44–46, ESV). Der Unterschied liegt nicht in der Anstrengung. Es ist eine Offenbarung. Der eine glaubt, dass ihm Gnade zusteht. Die andere weiß, dass sie sie empfangen hat.
Dann macht Jesus eine Aussage, die oft missverstanden wird: „Ihre vielen Sünden sind ihr vergeben, denn sie hat viel geliebt“ (Lukas 7,47, ESV). Aber Jesus verdeutlicht sofort die Bedeutung: „Wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.“ Das Wort „in“ in diesem Vers weist auf das Ergebnis hin, nicht auf die Ursache. Ihre Liebe ist nicht der Grund, warum ihr vergeben wird. Ihre Liebe ist der Beweis dafür, dass die Vergebung bereits in ihrem Herzen Wurzeln geschlagen hat.
Dann spricht Jesus direkt zu der Frau: „Deine Sünden sind dir vergeben“ (Lukas 7,48, ESV). Dies ist keine Antwort auf ihre Anbetung. Es ist eine Erklärung der Gnade. Die anderen Gäste sind beunruhigt und fragen: „Wer ist dieser, dass er sogar Sünden vergibt?“ (Lukas 7,49, ESV). Das ist der Punkt. Herrschaft offenbart sich durch Barmherzigkeit, nicht durch moralische Kontrolle.
Jesus schließt mit Worten, die die gesamte Begegnung in Gnade verankern. „Dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden“ (Lukas 7,50, ESV). Ihr Glaube lag nicht in ihren Tränen. Er lag nicht in ihrer Hingabe. Er lag in der Bereitschaft Jesu, zu vergeben. Frieden folgt auf Gnade, nicht auf Anstrengung.
Dieser Moment weist direkt auf das vollendete Werk Christi hin. Am Kreuz wurde Vergebung nicht von Liebe, Trauer oder Leistung abhängig gemacht. Die Schrift sagt uns, dass Jesus ein einziges Opfer für die Sünden aller Zeiten dargebracht hat (Hebräer 10,12, ESV). Die Vergebung ist vollständig. Die Anbetung fließt nun frei. Wir lieben Gott nicht, um Vergebung zu erlangen. Wir lieben Gott, weil die Vergebung bereits gesichert ist.
Sie hat sich nicht durch Anbetung die Gnade erworben.
Sie betete an, weil die Gnade sie bereits gefunden hatte.
So offenbart sich Jesus als Herr.
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
This entry was posted in Fundstücke, Gemeinsam die Bibel in einem Jahr lesen, Lukas by Jule with 1 commentDu musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.
Few passages have been misread more than the story of the woman who anointed Jesus’ feet. This account has often been used to suggest that deep love earns forgiveness. But Jesus teaches the exact opposite. Love does not purchase grace. Love erupts when grace is believed. The moment we reverse that order, we turn worship into performance and affection into currency. Jesus dismantles that thinking completely in this encounter.
Luke tells us that Jesus was invited to the house of a Pharisee named Simon (Luke 7:36, ESV). This is a religious setting, controlled, measured, and observant. While Jesus reclines at the table, a woman known in the city as a sinner enters the room (Luke 7:37, ESV). She brings an alabaster flask of ointment, stands behind Jesus, and begins to weep. Her tears fall on His feet. She wipes them with her hair, kisses His feet, and anoints them with oil (Luke 7:38, ESV). This is extravagant, vulnerable, and socially dangerous. Yet Jesus allows it.
Simon immediately interprets the moment through a performance mindset. He reasons within himself that if Jesus were truly a prophet, He would know what kind of woman this is and would not allow her to touch Him (Luke 7:39, ESV). Simon believes holiness withdraws from sinners. Jesus reveals that holiness moves toward them. Grace is not contaminated by sin. Sin is undone by grace.
Jesus answers Simon’s thoughts with a parable. He speaks of two debtors, one who owed much and one who owed little. When neither could pay, the lender canceled both debts (Luke 7:41–42, ESV). Then Jesus asks which debtor will love more. Simon answers correctly, “The one, I suppose, for whom he canceled the larger debt” (Luke 7:43, ESV). This is the key. Love does not cancel debt. Canceled debt produces love.
Jesus then turns toward the woman and contrasts her actions with Simon’s lack of hospitality. Simon did not give water for Jesus’ feet. She washed them with tears. Simon did not greet Jesus with a kiss. She has not stopped kissing His feet. Simon did not anoint His head with oil. She anointed His feet with ointment (Luke 7:44–46, ESV). The difference is not effort. It is revelation. One believes he is owed grace. The other knows she has received it.
Then Jesus makes the statement that is often misunderstood. “Her sins, which are many, are forgiven, for she loved much” (Luke 7:47, ESV). But Jesus immediately clarifies the meaning. “But he who is forgiven little, loves little.” The word for in this verse points to result, not cause. Her love is not the reason she is forgiven. Her love is the evidence that forgiveness has already taken root in her heart.
Jesus then speaks directly to the woman. “Your sins are forgiven” (Luke 7:48, ESV). This is not a response to her worship. It is a declaration of grace. The other guests are unsettled and ask, “Who is this, who even forgives sins?” (Luke 7:49, ESV). That is the point. Lordship is revealed through mercy, not moral control.
Jesus finishes with words that anchor the entire encounter in grace. “Your faith has saved you. Go in peace” (Luke 7:50, ESV). Her faith was not in her tears. It was not in her devotion. It was in Jesus’ willingness to forgive. Peace follows grace, not striving.
This moment points directly to the finished work of Christ. At the cross, forgiveness was not made conditional on love, sorrow, or performance. Scripture tells us that Jesus offered one sacrifice for sins for all time (Hebrews 10:12, ESV). Forgiveness is complete. Worship now flows freely. We do not love God to be forgiven. We love God because forgiveness has already been secured.
She did not worship her way into grace.
She worshiped because grace had already found her.
That is how Jesus is revealed as Lord.