
Wenn Ungeduld das Vertrauen ersetzt
Ungeduld verändert auf stille Weise den Glauben. Während Moses mit Gott auf dem Berg blieb, wartete das Volk unten. Mit der Zeit ging ihnen die Geduld aus. In der Bibel heißt es: „Als das Volk sah, dass Mose zögerte, vom Berg herunterzukommen, versammelte es sich um Aaron und sagte zu ihm: Steh auf, mach uns Götter, die vor uns herziehen sollen“ (2. Mose 32,1). Was als Warten begann, verwandelte sich bald in Unruhe, und die Unruhe verdrängte langsam das Vertrauen.
Ungeduld führte zu Angst, und die Angst verlangte nach etwas, das sie sehen konnten. Anstatt auf den Gott zu vertrauen, der sie bereits aus Ägypten geführt hatte, wollten sie einen Ersatz, der unmittelbar und kontrollierbar war. Die Bibel berichtet: „Und er nahm es von ihnen und formte es mit einem Meißel, nachdem er ein gegossenes Kalb gemacht hatte“ (2. Mose 32,4 KJV). Ihre Ungeduld formte ein Götzenbild und verwandelte das Gold, das zum Segen gedacht war, in einen Ersatzgegenstand.
Was folgte, war keine wahre Anbetung, sondern übereilte Hingabe ohne Gehorsam. Es gab Feierlichkeiten, aber keine Hingabe. Es gab Aufregung, aber keine Ehrfurcht. Die Schrift beschreibt es deutlich: „Und sie standen früh am nächsten Morgen auf und brachten Brandopfer dar und brachten Friedensopfer; und das Volk setzte sich nieder, um zu essen und zu trinken, und stand auf, um zu spielen“ (2. Mose 32,6 KJV). Ungeduld sucht immer nach Erleichterung, auch wenn es den Glauben kostet.
Als Mose herabkam und sah, was geschehen war, war der Bund innerhalb des Volkes bereits gebrochen. Das Wort Gottes sagt: „Da entbrannte der Zorn Moses, und er warf die Tafeln aus seinen Händen und zerbrach sie unter dem Berg“ (2. Mose 32,19). Die zerbrochenen Tafeln spiegelten einen Glauben wider, der nicht auf Gottes Zeitplan warten konnte.
Das goldene Kalb lehrt uns eine bleibende Lektion. Ungeduld führt oft dazu, dass Menschen Gewissheit über Vertrauen und Schnelligkeit über Gehorsam stellen. Götzendienst beginnt, wenn das Warten zu schwer und der Glaube zu langsam erscheint. Gott hatte sie bereits gewarnt: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ (2. Mose 20,3 KJV).
Ungeduld stellt auch heute noch den Glauben auf die Probe. Das Warten zeigt, ob wir auf Gottes Zeitplan vertrauen oder uns beeilen, unsere eigenen Lösungen zu finden. Die Schrift erinnert uns: „Wer glaubt, der wird nicht eilen“ (Jesaja 28,16 KJV). Wahrer Glaube wartet, auch wenn das Warten unangenehm ist.
This entry was posted in 2. Mose, Fundstücke, Gemeinsam die Bibel in einem Jahr lesen by Jule with no comments yet
Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.