
Der Dienst hat schöne Tage. Tage, an denen man Durchbrüche erlebt. Tage, an denen Gebete vor deinen Augen erhört werden. Tage, an denen die Früchte unbestreitbar sind. Aber der Dienst hat auch ruhige Tage. Schwere Tage. Tage, an denen die Kritik laut ist, die Ergebnisse gering erscheinen und dein Herz müde ist. Wenn du dich gerade in einer solchen Phase befindest, möchte ich direkt zu dir sprechen. Du versagst nicht, weil es sich schwer anfühlt. Sogar der Apostel Paulus schrieb in 2. Korinther 4,8–9, dass er in jeder Hinsicht bedrängt, ratlos, verfolgt und niedergeschlagen war, aber nicht zermalmt, nicht zur Verzweiflung getrieben, nicht verlassen, nicht vernichtet. Druck bedeutete nicht Verlassenheit.
Die Seelsorge von Menschen hat einen versteckten Preis. Du trägst Lasten, die die meisten nie sehen werden. Du betest für Situationen, die deinen Glauben auf die Probe stellen. Du sprichst anderen Mut zu, während du dich selbst manchmal leer fühlst. In Numeri 11 kam Moses an einen Punkt, an dem ihm die Last, Israel zu führen, unerträglich erschien. Er war überfordert. Doch Gott tadelte ihn nicht dafür, dass er ehrlich war. Er begegnete ihm in dieser Situation. Schwierige Momente in der Leiterschaft sind kein Zeichen dafür, dass du deine Berufung verfehlt hast. Sie sind oft ein Beweis dafür, dass du sie lebst.
Aufgrund des vollbrachten Werks Jesu ist deine Identität nicht in den Ergebnissen deines Dienstes verwurzelt. In Hebräer 13,14 heißt es: „Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern suchen die zukünftige.“ Das bedeutet, dass der Dienst nicht dein endgültiges Zuhause ist. Erfolg ist nicht deine Sicherheit. Einfluss ist nicht dein Fundament. Jesus ist es. Das Kreuz hat deine Zugehörigkeit besiegelt. Die Auferstehung hat deine Zukunft gesichert. Wenn sich alles um dich herum unsicher anfühlt, hast du immer noch ein garantiertes Zuhause. Deine Belohnung ist nicht Applaus. Deine Belohnung ist Christus selbst.
In Jesaja 49,4 steht, dass selbst wenn es sich so anfühlt, als hättest du umsonst gearbeitet, deine Sache beim Herrn ist und deine Belohnung bei deinem Gott. Dieser Vers wurde im Zusammenhang mit einem Diener gesprochen, der sich unsichtbar fühlte. Gott sieht, was andere übersehen. Er sieht privaten Gehorsam. Er sieht treues Predigen, wenn die Menge klein ist. Er sieht Tränen, die im Verborgenen geweint werden. Nichts, was für seinen Namen ausgegossen wird, ist verschwendet.
Es wird Tage geben, an denen du dich selbst in Frage stellst. Tage, an denen du dich fragst, ob das Opfer es wert ist. In diesen Momenten verankere dich in dieser Wahrheit aus 1. Korinther 15,58: „Seid standhaft, unerschütterlich und immer reichlich tätig im Werk des Herrn, in der Gewissheit, dass eure Mühen im Herrn nicht vergeblich sind.“ Nicht vergeblich. Nicht vergessen. Nicht bedeutungslos. Das vollendete Werk Jesu garantiert, dass das, was du in ihm aufbaust, ewiges Gewicht hat.
Lass das auf dich wirken. Du wirst nicht durch deine Ausdauer zusammengehalten. Du wirst durch Gnade zusammengehalten. Du wirst nicht durch ständige Erfolge aufrecht erhalten. Du wirst durch Christus aufrecht erhalten. Der Dienst kann dich erschüttern. Kritik kann wehtun. Müdigkeit kann dir Lügen einflüstern. Aber Jesus ist dein garantiertes Zuhause. Wenn sich Plattformen verschieben, wenn sich Jahreszeiten ändern, wenn Menschen dich missverstehen, bleibt er.
Also atme tief durch. Ruhe dich aus, wenn du es brauchst. Kehre zurück zu den Füßen des Einen, der dich berufen hat. Du solltest nie von den Früchten des Dienstes leben. Du solltest aus der Vereinigung mit Christus leben. Und kein schwieriger Tag kann zunichte machen, was er vollbracht hat. Dein Zuhause ist sicher. Deine Berufung ist sichtbar. Deine Zukunft ist stabil. Mach weiter.
Das ist für mich.
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