
Als Jesus sagte: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“, sprach er zu einer Kultur, die wusste, wie wichtig Einigkeit und Zeugnis sind. Im jüdischen Gesetz machten zwei oder drei Zeugen eine Sache wahr. Gemeinschaft war kein lockeres Konzept. Sie hatte Autorität. In Matthäus 18 spricht Jesus über Konflikte, Vergebung, Verantwortung und Wiederherstellung innerhalb der Bundesfamilie. Er versichert seinen Jüngern, dass er selbst in ihrer Mitte steht, wenn sie sich in seinem Namen versammeln, also unter seiner Autorität, seinem Charakter und seinem vollbrachten Werk. Das war radikal. Im Alten Testament war Gottes offensichtliche Gegenwart mit dem Tempel verbunden. Jesus stellt seine Gegenwart nun in die Mitte gewöhnlicher Gläubiger, die sich in seinem Namen versammeln.
Nach dem Kreuz gewinnt diese Verheißung an Tiefe. Jesus versprach nicht nur gelegentliche Besuche. Durch sein vollbrachtes Werk und die Ausgießung des Heiligen Geistes wurden die Gläubigen zur Wohnstätte Gottes. Seine Gegenwart ist nicht mehr an einen bestimmten Ort gebunden. Sie ist an den Bund gebunden. Wenn zwei oder drei in seinem Namen zusammenkommen, versuchen sie nicht, seine Gegenwart durch eigene Anstrengungen zu aktivieren. Sie erkennen den Einen, der bereits in ihnen lebt. Das Kreuz hat den Zugang ein für alle Mal gesichert. Seine Nähe wird nicht durch Lautstärke, Leidenschaft oder die Größe der Menschenmenge verdient. Sie ist in dem verwurzelt, was Christus vollbracht hat.
Das hat weitreichende Auswirkungen für die Gläubigen von heute. Erstens erhöht es den Wert der Einheit. Sich in seinem Namen zu versammeln bedeutet, sich unter seinem vollbrachten Werk auszurichten, nicht sich um Ego, Vorlieben oder persönliche Ziele zu versammeln. Es bedeutet, Vergebung statt Bitterkeit zu wählen. Es bedeutet Demut statt Stolz. Wenn Gläubige mit Herzen zusammenkommen, die in Gnade verankert sind, unterstützt der Himmel diese Einheit mit Autorität. Zweitens gibt es kleinen Versammlungen einen neuen Rahmen. Die Kultur feiert Plattformen und Zahlen, aber Jesus würdigt Intimität. Ein Gebet mit deinem Ehepartner. Eine Bibelstunde mit zwei Freunden. Ein stiller Moment der Einigkeit vor einer großen Entscheidung. Diese Dinge sind in den Augen des Himmels nicht klein. Sie sind heilig.
In dieser Verheißung steckt auch geistliche Autorität. In den Versen um Matthäus 18,20 spricht Jesus über Binden und Lösen, über Einigkeit im Gebet, darüber, dass der Himmel auf einheitlichen Glauben reagiert. Nach dem Kreuz nähern sich Gläubige Gott nicht mehr als entfernte Diener, die hoffen, gehört zu werden. Sie nähern sich ihm als bereits versöhnte Söhne und Töchter. Wenn du und ein anderer Gläubiger in Übereinstimmung mit Christus übereinstimmt, stehst du auf fertigem Boden. Du überredest keinen widerwilligen Gott. Du bist Partner eines vollendeten Sieges.
Das sollte dir tiefe Gewissheit geben. Du bist niemals geistlich unterlegen, weil deine Gruppe klein ist. Du bist niemals disqualifiziert, weil dir ein Gebäude fehlt. Du bist niemals geistlich unbedeutend, weil deine Versammlung online nicht im Trend liegt. Der auferstandene Christus erfreut sich an den einfachsten Räumen. Er steht in Krankenzimmern. Er steht in Studentenwohnheimen. Er steht in Wohnzimmern. Er steht in nächtlichen Gebetskreisen und bei morgendlichen Kaffeegesprächen. Seine Gegenwart erfüllt gewöhnliche Räume, weil sein Werk vollbracht ist.
Versammelt euch also mutig. Betet zuversichtlich. Vergebt schnell. Seid euch freudig einig. Wenn ihr in seinem Namen zusammenkommt, tretet ihr in eine Realität ein, die durch das Kreuz gesichert ist. Seine Gegenwart ist nicht zerbrechlich. Sie ist dauerhaft. Und wo immer er gegenwärtig ist, fließt Gnade, kehrt Frieden ein, wächst Weisheit und entsteht Hoffnung. Selbst wenn ihr nur zu zweit seid.
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