
DIE JÜNGER: GRUNDLAGEN DER EKKLESIA
TAG 10: THADDAUS (JUDAS, DER SOHN DES JAKOBUS)
Der Jünger, der zur richtigen Zeit die richtige Frage stellte
„Einer seiner Jünger, Judas (nicht Iskariot), fragte ihn: ‚Herr, warum willst du dich uns offenbaren und nicht der Welt?‘“ (Johannes 14,22)
Thaddäus ist einer der am wenigsten bekannten Jünger, aber er ist der einzige, von dem berichtet wird, dass er diese spezielle Frage gestellt hat, und das war keine kleine Frage. Er fragte nicht nach Macht, er fragte nicht nach Position, er fragte nach Offenbarung.
„Warum wirst du dich uns offenbaren und nicht der Welt?“
Diese Frage zeigt, was in seinem Herzen war. Thaddäus ging es nicht um Spektakuläres, sondern um Nähe und Zugang. Das allein zeigt eine Wahrheit des Reiches Gottes: Die tiefsten Fragen werden oft von den stillsten Menschen gestellt.
Thaddäus‘ Stärke war seine spirituelle Neugier, die in Demut verwurzelt war. Er wollte verstehen, wie Gott wirkt, nicht nur, was Gott tut. Er beschäftigte sich mit dem Wesen der Offenbarung, nicht mit den Mechanismen des Dienstes.
Die Antwort Jesu an ihn ist wichtig!
„Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.“
Jesus antwortete nicht mit einer Strategie, sondern mit einer Beziehung. Das bedeutet, dass Thaddäus eine der klarsten Lehren über die bleibende Gegenwart in der gesamten Heiligen Schrift entschlüsselt hat.
Hier ist, was die meisten Leute übersehen …
Die Frage von Thaddäus hat geholfen zu verdeutlichen, dass das Reich Gottes zuerst in Beziehungen offenbart wird, bevor es öffentlich gezeigt wird.
Die Offenbarung wird zuerst denen gegeben, die Gott lieben, bevor sie der Menge gezeigt wird.
Thaddäus steht für Jünger, die in heiligen Momenten nachdenkliche Fragen stellen. Diejenigen, die nicht versuchen, zu beeindrucken, sondern zu verstehen. Diejenigen, die sich zu Wort melden, wenn Klarheit gebraucht wird, auch wenn ihr Name selten in Erinnerung bleibt.
Seine Schwäche war nicht Zweifel oder Angst, sondern Unbekanntheit. Sogar sein Name wird oft verwechselt oder vergessen. In einigen Evangelien wird er als Thaddäus aufgeführt, in anderen als Judas, Sohn des Jakobus, doch Jesus wusste genau, mit wem er sprach.
Unbekanntheit schränkt Offenbarung niemals ein.
Die Kirchengeschichte legt nahe, dass Thaddäus das Evangelium in Regionen wie Syrien und Mesopotamien verbreitete und still und leise den Glauben etablierte, ohne dass öffentliche Anerkennung jemals sein Ziel war. Er repräsentiert die Ekklesia, die Präsenz über Plattform, Offenbarung über Anerkennung und Gehorsam über Bekanntheit stellt.
Die Kirche feiert oft Antworten, das Königreich ehrt Fragen, die zur Wahrheit führen.
In dieser Stunde gibt es Thaddäusse, die sich erheben:
Nachdenklich. Ruhig. Tief loyal. Hungrig nach Verständnis. Wenn du so bist, dann schweige nicht mit deinen Fragen, sondern stelle sie in seiner Gegenwart.
Denjenigen, die nach Verständnis suchen, wird Offenbarung anvertraut werden!
Pastor Scott
by Jule with no comments yet