
Der Herr ist unsere starke Burg
Die Bibel gibt uns ein starkes Bild, wenn sie sagt: „Der Name des Herrn ist eine starke Burg; die Gerechten laufen dorthin und sind sicher.“ Das ist keine poetische Übertreibung. Es ist eine spirituelle Realität, die Gottes Volk in jeder Generation gestützt hat und die gerade jetzt eine besondere Bedeutung hat.
Ein starker Turm war in biblischen Zeiten ein Ort der Zuflucht. Er war erhöht, befestigt und sicher. Wenn Gefahr drohte, diskutierten die Menschen nicht, analysierten nicht und zögerten nicht. Sie rannten. Sicherheit fanden sie nicht in ihrer eigenen Stärke, sondern im Schutz, den der Turm bot. Auf die gleiche Weise präsentiert sich Gott als Zuflucht für diejenigen, die ihm vertrauen.
Die Bibel sagt nicht, dass die Gerechten beiläufig in den Turm gehen. Sie sagt, dass sie laufen. Das impliziert Dringlichkeit, Bewusstsein und Abhängigkeit. Wenn Schwierigkeiten kommen, wenn Angst aufkommt, wenn die Verwirrung zunimmt, ist die Reaktion des Gläubigen nicht Panik oder Selbstvertrauen. Es ist, zum Herrn zu laufen. Das Gebet wird zu unserem ersten Instinkt, nicht zu unserem letzten Ausweg. Das Wort wird zu unserem Anker, nicht zu einem nachträglichen Einfall.
Diese Wahrheit ist in den Tagen, in denen wir leben, von großer Bedeutung. Die Welt erschüttert auf allen Ebenen. Systeme, denen wir einst vertraut haben, sind instabil. Versprechen von Sicherheit versagen. Die Angst wächst, und viele suchen nach etwas Festem, an dem sie sich festhalten können. Die Schrift erinnert uns daran, dass Sicherheit nicht in Institutionen, Reichtum, Politik oder menschlichen Lösungen zu finden ist. Wahre Sicherheit findet sich allein im Herrn.
Der starke Turm ist nicht nur ein Ort des Schutzes, sondern auch ein Ort der Perspektive. Von diesem Turm aus können die Gerechten klar sehen. Die Angst verliert ihren Einfluss. Das Chaos bestimmt nicht mehr das Geschehen. Wenn wir zu Gott laufen, erhebt er uns über den Lärm und erinnert uns daran, wer wirklich die Kontrolle hat.
Das heißt nicht, dass Gläubige von Prüfungen verschont bleiben. Es heißt, dass wir von ihnen nicht überwältigt werden. Der starke Turm beseitigt nicht den Sturm. Er bietet Zuflucht inmitten des Sturms. Gott verspricht kein Leben ohne Probleme, aber er verspricht seine Gegenwart, seinen Frieden und seinen Schutz.
Sich in den starken Turm zu flüchten erfordert auch Vertrauen. Es bedeutet, die Selbstgenügsamkeit aufzugeben und anzuerkennen, dass wir Gott brauchen. Es bedeutet, den Glauben über die Angst und den Gehorsam über den Kompromiss zu stellen. Die Gerechten sind nicht diejenigen, die perfekt sind, sondern diejenigen, die sich auf den Herrn verlassen statt auf sich selbst.
Gerade jetzt ruft Gott sein Volk zurück zum starken Turm. Zurück zum Gebet. Zurück zum Wort. Zurück zur Abhängigkeit von ihm. Die Ablenkungen dieser Zeit haben viele Gläubige in ständige Reaktion versetzt, aber die Schrift ruft uns zur Zuflucht auf. Sicherheit findet man nicht darin, informiert zu sein, sondern darin, verankert zu sein.
Die gute Nachricht ist: Der Turm ist immer offen. Gott ist nicht weit weg. Er ist nicht überfordert. Er ist nicht überrascht von den Zeiten, in denen wir leben. Er bleibt treu, mächtig und denen nahe, die ihn suchen.
Wenn die Gerechten zu ihm laufen, sind sie sicher. Nicht weil die Welt ruhig ist, sondern weil Gott unveränderlich ist. Jetzt müssen wir mehr denn je wissen, wo unsere Zuflucht ist. Der Herr ist unsere starke Burg, und in ihm sind wir sicher.
by Jule with no comments yetDie tägliche Andacht von Bayless:
Verletzte Beziehungen heilen
Sprüche 18,19 sagt uns:
„Ein getäuschter (gekränkter) Bruder ist unzugänglicher als eine befestigte Stadt; und Streitigkeiten sind wie der Riegel einer Burg.“
Die „befestigte Stadt“, von der hier die Rede ist, ist eine Stadt mit Stadtmauern, die bewacht wird. Man kann nicht einfach vor das Tor einer befestigten Stadt ziehen und die Kapitulation verlangen. Es bedarf einer durchdachten Strategie, um solch eine Stadt einzunehmen. Man muss alles durchdenken und einen Plan entwickeln.
Es bedeutet auch, dass unermüdlicher Einsatz nötig sein wird. Und sehr wahrscheinlich wird man sich dabei in Gefahr begeben. Ja, es ist unmöglich, eine befestigte Stadt einzunehmen, ohne Risiken einzugehen, ohne sich selbst angreifbar zu machen.
Das trifft auch zu, wenn ein Bruder gekränkt ist. Es bedarf sorgfältiger Planung und ernsthafter Bemühungen, und manchmal müssen wir uns auch verletzbar machen, obwohl wir das nicht wollen.
Vielleicht hast du heute mit einer verletzten Beziehung zu kämpfen und vielleicht hast du dich noch nicht um Heilung in dieser Beziehung bemüht, weil du nicht weißt, wie du das machen sollst. Es fängt immer mit Gebet an. Du musst mit Gott über den anderen und über dich selbst sprechen und dann musst du hingehen und mit der betreffenden Person reden.
Wenn du es dann tust – bitte lies jetzt sehr genau –, sollte es nicht mit der Absicht geschehen zu beweisen, dass du im Recht bist. Recht zu haben ist nicht das Ziel. Das Ziel ist Frieden. Meistens ist es wichtiger, barmherzig zu sein, als recht zu haben.
Wenn du dich um eine Lösung bemühst, aber nur mit der Absicht, dass der andere deine Sichtweise versteht, damit du beweisen kannst, dass du recht hast, dann behältst du vielleicht recht, schließt aber nie Frieden.
Wenn du dich bemühst, einen gekränkten Bruder zu gewinnen, dann höre ihm gut zu und versuche, seine Sichtweise nachzuvollziehen. Sei bereit zu hören und nicht nur gehört zu werden. Denn auch wenn es schwierig ist, kannst du doch zum Frieden gelangen und erleben, dass eine zerbrochene Beziehung heil wird.