
Hast du dich schon mal so gefühlt, als würdest du im Dunkeln warten? Als würde nichts passieren? Als würde Gott schweigen? Was wäre, wenn die Nacht nicht das Ende, sondern der Anfang deines Sieges wäre?
In Richter 7 standen Gideon und seine 300 Männer im Dunkeln. In der Bibel steht: „So kamen Gideon und die hundert Männer, die bei ihm waren, zu Beginn der mittleren Nachtwache, als sie gerade die Wache aufgestellt hatten, an den Rand des Lagers“ (Richter 7,19). Es war tiefe Nacht. Der Feind schlief. Es schien der schlechteste Zeitpunkt zum Kämpfen zu sein. Aber es war Gottes Zeit!
Sie bliesen die Trompeten und zerschlugen die Krüge. Das Licht leuchtete! In der Bibel steht: „Sie hielten in ihrer linken Hand die Fackeln und in ihrer rechten Hand die Trompeten, um zu blasen. Und sie riefen: ‚Ein Schwert für den Herrn und für Gideon!‘“ (Richter 7,20). Sie schwangen nicht einmal ein Schwert. Sie standen fest. „Jeder blieb an seinem Platz um das Lager herum stehen, und das ganze Heer floh. Sie schrien und rannten davon“ (Richter 7,21).
Hast du das gesehen? Sie standen still. Gott handelte. Der Feind floh!
Warum hat Gott die dunkelste Stunde gewählt? Weil er wollte, dass Israel wusste, dass es nicht ihre eigene Kraft war. Zuvor hatte Gott gesagt: „Das Volk, das bei dir ist, ist zu zahlreich, als dass ich die Midianiter in ihre Hand geben könnte, damit Israel sich nicht über mich rühmt und sagt: ‚Meine eigene Hand hat mich gerettet‘“ (Richter 7,2). Gott reduzierte die Armee auf 300 Mann, damit die Ehre ihm allein zukam.
Befindest du dich in einer Nachtzeit? Fühlst du dich klein? Schwach? In der Unterzahl? Denk an diese Verheißung: „Der Herr ist mein Licht und meine Rettung, wen sollte ich fürchten?“ (Psalm 27,1). Und auch: „Weinen mag die Nacht lang dauern, aber am Morgen kommt die Freude“ (Psalm 30,5).
Gott hat eine Nachtwache vor dem Sieg im Morgengrauen zugelassen. Er lässt dich vielleicht in der Dunkelheit stehen, aber er lässt dich nie dort zurück. Manchmal wartet er, bis es unmöglich erscheint, damit du weißt, dass er es war.
Bleib an deinem Platz. Halte dein Licht hoch. Gehorche seiner Stimme. Der Kampf gehört dem Herrn. Vertraue ihm in deiner Nacht, und du wirst seinen Morgen sehen.
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GIDEON – STÄRKE IN SCHWÄCHE (RICHTER 6–7)
Gideon war nicht auf dem Schlachtfeld zu finden.
Er versteckte sich in einer Weinpresse, drosch voller Angst Weizen und versuchte zu überleben, während die Midianiter das Land verwüsteten.
Und genau dort begegnete Gott ihm.
Der Engel des Herrn stand vor diesem verängstigten Mann und rief ihm zu: „Der Herr ist mit dir, du tapferer Krieger.“
Nicht, wenn du stark bist.
Nicht, wenn du Selbstvertrauen gewonnen hast.
Sondern genau dort – in deiner Schwäche.
Gideon sah sich um, als hätte Gott einen Fehler gemacht.
„Mein Stamm ist der schwächste … und ich bin der Geringste in meiner Familie.“
Aber Gott sah nicht Gideons gegenwärtigen Zustand – er sprach zu Gideons Berufung.
Noch bevor die Schlacht begann, wandte sich Gott Gideons Herzen zu.
Er riss in der Nacht Götzenbilder nieder.
Er stellte Fragen.
Er legte seine Ängste mit einem Vlies vor Gott dar.
Und Gott, geduldig und treu, begegnete ihm auf jedem Schritt seines Weges.
Dann kam die Armee.
Zweiunddreißigtausend Männer standen bereit.
Aber Gott sagte: „Zu viele.“
Die Zahl wurde auf zehntausend reduziert.
Immer noch zu viele.
Bis nur noch dreihundert übrig waren.
Warum?
Damit Israel niemals sagen würde: „Meine eigene Kraft hat mich gerettet.“
Mit Trompeten statt Schwertern, Krügen statt Schilden und Fackeln statt Rüstungen umzingelte Gideons kleine Armee den Feind.
Auf Gottes Befehl hin bliesen sie die Trompeten, zerschlugen die Krüge, hielten das Licht hoch – und Chaos brach über das Lager der Midianiter herein.
Gott errang den Sieg.
Gideon gehorchte einfach.
Das ist die Botschaft von Gideons Leben:
Gott braucht nicht deine Stärke – er braucht deine Hingabe.
Er ruft nicht die Selbstbewussten; er bestätigt die Berufenen.
Was du als Schwäche siehst, könnte genau der Raum sein, in dem Gottes Kraft am hellsten leuchtet.
Wenn Gott einen ängstlichen Mann, der sich in einer Weinpresse versteckt, benutzen konnte, um ein Volk zu befreien, dann kann er auch dich benutzen – genau dort, wo du bist.
Denn in Gottes Händen wird Schwäche zu Stärke.
by Jule with 1 comment
Gideons Geschichte ist oft wegen der schrumpfenden Zahl seiner Männer in Erinnerung geblieben, von Tausenden auf dreihundert.
Doch die Heilige Schrift stellt dies nicht einfach als
Lektion in Mut oder Strategie dar.
Es ist ein bewusstes Umdenken darüber,
wie man sich den Sieg üblicherweise vorstellt.
Als der Herr Gideons Heer verkleinerte,
nennt der Text den Grund eindeutig:
„Damit Israel sich nicht über mich rühme und sage:
‚Meine eigene Hand hat mich gerettet.‘“ (Richter 7,2).
Es ging nicht um Effizienz.
Es ging um die Ehre, die ihm zuteilwurde.
Was diesen Bericht so eindrücklich macht,
ist Gideons Ausrüstung für die Schlacht.
Nicht erhobene Schwerter,
sondern Trompeten, leere Tonkrüge und versteckte Fackeln.
Werkzeuge, die Lärm machten, Licht spendeten und leicht zerbrachen.
Damals mussten die Krüge zerbrochen werden, damit das Licht sichtbar wurde.
Die Trompeten verkündeten beim Blasen Anwesenheit, nicht Macht.
So entfaltete sich Israels Sieg in der Verwirrung und Furcht der Feinde
und in göttlichem Eingreifen, nicht in militärischer Überlegenheit.
Israel siegte nicht, weil es Midian überwältigte.
Sie siegten, weil Gott unmissverständlich klarmachte,
dass er für Israel handelte.
Gideon selbst spiegelt dieses Muster wider.
Von Natur aus war er nicht selbstsicher.
Er zögerte und bat sogar um Bestätigung.
Und doch ging Gott nicht an ihm vorbei. Gott formte ihn.
Nicht indem er seine Stärke überhöhte, sondern indem er ihm stetig
jede falsche Zuversicht nahm.
Als es dann zur Schlacht kam,
gab es nichts mehr, worauf er vertrauen konnte,
außer dem Wort des Herrn.
Und dieses Muster endet nicht mit dem Buch der Richter.
Wenn wir zu Christus kommen,
finden wir dieselbe göttliche Logik,
nun in ihrer tiefsten Erfüllung.
In Christus kam Gottes Sieg nicht durch Heere oder Gewalt.
Er kam durch einen gebrochenen Leib,
durch offenbartes Licht und einen Triumph,
der eindeutig allein Gott gehörte.
Das Kreuz wirkte wie Schwäche.
Wie eine Niederlage. Wie etwas, das eigentlich nicht funktionieren sollte.
Und doch, genau wie bei Gideons Krügen,
war gerade das Zerbrechen der Weg,
durch den das Licht freigesetzt wurde.
Das Evangelium lädt uns nicht dazu ein, auf unsere Anzahl,
unsere Stärke oder unsere Fähigkeit, Ergebnisse zu kontrollieren, zu vertrauen.
Es lädt uns ein, dort zu stehen, wo Gideon stand:
mit leeren Händen, gehorsam und im Bewusstsein, dass der Sieg, falls er kommt,
Gottes Wirken ist.
Und wenn das geschieht,
wird niemand daran zweifeln,
wem die Ehre gebührt.
Was hältst du gerade in der Hand?
Was sind deine „Posaunen, leeren Tonkrüge und Fackeln“? Denk daran: Solange Gott für dich kämpft, kann selbst das Kleinste in deinen Händen Sieg und Durchbruch bringen.
Heute lesen wir Richter 6 bis 9. Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 😘
by Jule with 25 comments
1. Samuel 15 Vers 1 bis 9
Krieg gegen Amalek – oder ist der Gott des AT wirklich brutal und gemein?
Dieser Text in der Bibel wird immer wieder von denjenigen als „Beweis“ dafür angeführt, die sagen, dass Jehova hart und gemein sei. Daher hatte es uns gewundert, dass der Zoom Raum nicht aus allen Nähten geplatzt ist, als es im AkrivGottesdienst Thema war
Wir haben uns letzten Sonntag diesen Text gemeinsam ganz genau angesehen, worum geht es?
Samuel fordert Saul auf, Krieg gegen Amalek zu führen und er hat einen guten Grund, warum dieser das tun solle:
„So spricht Jehovah der Heerscharen: Ich will strafen, was Amalek an Israel tat, indem er sich ihm in den Weg stellte, als es aus Ägypten heraufzog.“
1. Samuel 15:2 SCH2000
Was genau war seinerzeit passiert?
Wir hatten „Glück“, denn wir hatten das gerade im Bibelgrundkurs gelesen gehabt, daher war es noch recht frisch im Gedächtnis:
Wir hatten uns mit dem Auszug der Israeliten aus Ägypten befasst und damit, dass sie immer wieder murrten, wenn es nicht so lief, wie sie sich das vorgestellt hatten. Sie waren wohl der Ansicht, dass es „nicht genug sei“, dass Jehova sie aus der Sklaverei in Ägypten befreit hatte, sie wollten scheinbar nun so leben, wie im Schlaraffenland. Aber dem war nicht so.
Aus diesem Grund prüfte Jehova sie, so wie später Hiskia:
„Als aber die Gesandten der Fürsten von Babel zu ihm geschickt wurden, um sich nach dem Wunder zu erkundigen, das im Land geschehen war, da verließ ihn Gott, um ihn auf die Probe zu stellen, damit er alles erkenne, was in seinem Herzen war.“
2. Chronik 32:31 SCH2000
Daher zeigte er ihnen nicht, wo Wasser war, obwohl sie durch die Wüste gingen und großen Durst hatten. ER wollte, dass sie IHN um Wasser bitten. Aber das taten sie nicht, sondern sie murrten und litten Durst. Dadurch waren sie geschwächt
Die Amalektiter waren nicht nur ein Nomadenvolk und wussten, wo sie in der Wüste Wasser finden, sie waren sogar noch mit ihnen verwandt, denn sie stammten von Esau ab. Eigentlich hätte es die ganz normale damals übliche Gastfreundschaft geboten, dass sie den Israeliten zur Hilfe kommen und ihnen Wasser geben und ihnen zeigen, wie sie eigenständig Wasser finden können. Aber statt dessen griffen sie ihre geschwächten Verwandten an
„Da kam Amalek und kämpfte gegen Israel in Rephidim. Und Mose sprach zu Josua: Erwähle uns Männer und zieh aus, kämpfe gegen Amalek! Morgen will ich auf der Spitze des Hügels stehen, mit dem Stab Gottes in meiner Hand. Und Josua machte es so, wie Mose ihm sagte, und er kämpfte gegen Amalek.
Mose aber und Aaron und Hur stiegen auf die Spitze des Hügels. Und es geschah, solange Mose seine Hand aufhob, hatte Israel die Oberhand; wenn er aber seine Hand sinken ließ, hatte Amalek die Oberhand. Aber die Hände Moses wurden schwer, darum nahmen sie einen Stein und legten den unter ihn, und er setzte sich darauf. Aaron aber und Hur stützten seine Hände, auf jeder Seite einer. So blieben seine Hände fest, bis die Sonne unterging. Und Josua überwältigte Amalek und sein Volk mit der Schärfe des Schwertes.
Da sprach der Jehovah zu Mose: Schreibe das zum Gedenken in ein Buch und präge es den Ohren Josuas ein: Ich will das Andenken Amaleks ganz und gar austilgen unter dem Himmel! Und Mose baute einen Altar und nannte ihn »Jehovah ist mein Kriegsbanner«. Und er sprach: Weil eine Hand [zum Schwur erhoben] ist auf dem Thron Jehovahs, soll der Krieg des Herrn Jehovah gegen Amalek währen von Geschlecht zu Geschlecht!“
2. Mose 17:8-16 SCH2000
Als sie 40 Jahre später kurz vor dem verheißenen Land stehen, erinnert Jehova sie daran:
„Gedenke daran, was dir Amalek antat auf dem Weg, als ihr aus Ägypten gezogen seid; wie er dir auf dem Weg entgegentrat und deine Nachhut abschnitt, alle Schwachen, die zurückgeblieben waren, als du müde und matt warst, und wie er Gott nicht fürchtete. Wenn dir nun der Jehovah, dein Gott, Ruhe gegeben hat vor allen deinen Feinden ringsum in dem Land, das der Jehovah, dein Gott, dir als Erbe gibt, um es in Besitz zu nehmen, so sollst du das Andenken an Amalek unter dem Himmel vertilgen; vergiss es nicht!“
5. Mose 25:17-19 SCH2000
Da wir ja die Bibel als Ganzes lesen wollen, als „Geschichte aus Gottes Sicht“, ist es ganz wichtig, dass wir uns dies einprägen, um zu verstehen, was passiert und warum Jehova so reagiert
Sie hatten zwar später im Laufe der Jahre immer wieder Krieg geführt, aber das Volk der Amalekiter gab es immer noch
Thom hatte in der vergangenen Woche bereits einiges dazu bei sich gebloggt, wir lesen auszugsweise:
Warum müssen die Kinder für die Sünde der Väter büßen?
Aber das war ja nun 400 Jahre her! Warum sollte Jehovah da so „nachtragend“ sein?
Nun schauen wir uns die näheren Jahre an:
Und er versammelte zu sich die Kinder Ammon und Amalek; und er zog hin und schlug Israel, und sie nahmen die Palmenstadt in Besitz.
Elberfelder – Richter 3,13
Und es geschah, wenn Israel gesät hatte, so zogen Midian und Amalek und die Söhne des Ostens herauf, sie zogen herauf wider sie. Und sie lagerten sich wider sie und verdarben den Ertrag des Landes bis nach Gasa hin; und sie ließen keine Lebensmittel in Israel übrig, weder Kleinvieh, noch Rind, noch Esel. Denn sie zogen herauf mit ihren Herden und mit ihren Zelten, sie kamen wie die Heuschrecken an Menge; und ihrer und ihrer Kamele war keine Zahl; und sie kamen in das Land, um es zu verderben.
Elberfelder 1905 – Richter 6,3–5
Und Midian und Amalek und alle Söhne des Ostens lagen im Tale, wie die Heuschrecken an Menge; und ihrer Kamele war keine Zahl, wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist, an Menge.
Elberfelder 1905 – Richter 7,12
Es gab also „niemals Ruhe“ – sondern immer und immer wieder war der Angriff von Seiten der Amalekiter ausgegangen. Und dieser langen Feindschaft von seitens von Amalek sollte nun unter Saul ein Ende bereitet werden!
(
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