
Samuel wuchs nicht in einem besonders religiösen Umfeld auf.
Das ist wichtiger, als viele denken.
Die Bibel sagt uns, dass das Wort Gottes damals selten war. Visionen waren nicht weit verbreitet. Selbst unter den Priestern gab es Korruption. Der Ort, an dem Samuel schlief, war heilig, aber die Atmosphäre um ihn herum war von Kompromissen geprägt.
Und doch sprach Gott.
Nicht zu den Mächtigen.
Nicht zu den Söhnen Elis.
Nicht zu denen, die ihre Position missbrauchten.
Er sprach zu einem Kind, das gelernt hatte, zuzuhören.
Samuel lag in der Nähe der Lampe Gottes. Dieses Detail beeindruckt mich immer wieder. Das Licht war noch nicht erloschen. Die Dunkelheit hatte noch nicht vollständig Einzug gehalten. Selbst als die Führung versagte, bewahrte Gott einen Rest Licht.
Und er rief Samuel bei seinem Namen.
Das allein sagt uns schon etwas darüber, wie Gott wirkt. Er ist persönlich. Er ist zielgerichtet. Er ist nicht distanziert. Wenn er ruft, ist das nicht vage. Es ist konkret.
Samuel erkannte seine Stimme zunächst nicht.
Auch das ist wichtig.
Gott zu hören, ist nicht immer sofort klar. Manchmal kommt es durch Lernen. Durch Wiederholung. Durch die Anleitung eines Älteren, auch wenn dieser Mensch unvollkommen ist.
Samuel rannte jedes Mal zu Eli. Er nahm an, dass die Stimme zu der Autorität gehörte, die er kannte. Er hat sie nicht abgetan. Er hat sie nicht ignoriert. Er hat sofort reagiert.
Diese Haltung des Gehorsams war wichtig.
Als Eli endlich kapierte, was los war, gab er Samuel eine einfache Anweisung. Keine Theologie. Keine Erklärung. Nur Bereitschaft.
„Rede, Herr, denn dein Diener hört.“
Und als Samuel diese Worte sprach, änderte sich alles.
Die Botschaft, die Gott ihm gab, war schwer. Nicht tröstlich. Nicht ermutigend. Es war ein Urteil. Eine Korrektur. Die Wahrheit, klar ausgesprochen, obwohl Samuel noch jung war. Gott schützte Samuel nicht vor der Last der Verantwortung. Er vertraute sie ihm an.
So funktioniert Berufung in der Heiligen Schrift.
Gott wartet nicht, bis seine Diener erwachsen sind, um sie zu formen. Er wartet nicht auf perfekte Umstände. Er spricht dort, wo Herzen bereit sind.
Samuel hörte zu.
Samuel sprach.
Samuel trug das Wort treu weiter.
Und von diesem Moment an, so sagt die Heilige Schrift, ließ Gott keines von Samuels Worten zu Boden fallen.
Diese Art von Treue kommt nicht von Talent. Sie kommt von Gehorsam. Davon, dass man zuhört, bevor man spricht. Davon, dass man in der Nähe des Lichts bleibt, auch wenn andere in die Dunkelheit abdriften.
Gott spiegelt dasselbe Muster wider. Er wuchs still heran. Er hörte auf den Vater. Er sprach nur, was er hörte. Er trug die Wahrheit, auch wenn es ihn viel kostete.
Samuel steht zwischen zwei Epochen. Zwischen Richtern und Königen. Zwischen Stille und neuer Offenbarung. Und alles beginnt mit einem Kind, das bereit war, zu antworten, als Gott ihn rief.
Dieses Bild fängt diesen Moment so zärtlich ein. Die Stille. Die Wachsamkeit. Die Unschuld, gemischt mit Verantwortung. Samuel sieht nicht mächtig aus. Er sieht aufmerksam aus.
Und genau das ist es, was Gott sucht.
Nicht Perfektion.
Nicht nach Position.
Nicht nach Lärm.
Nur nach Herzen, die bereit sind, zuzuhören.
Diese Geschichte erinnert mich daran, dass Gott immer noch spricht. Selbst wenn die Kultur laut ist. Selbst wenn die Führung fehlerhaft ist. Selbst wenn die Wahrheit selten erscheint.
Er spricht zu denen, die in seiner Nähe bleiben und mit Gehorsam antworten.
Und wenn er deinen Namen ruft, ist die mächtigste Antwort immer noch die einfachste.
„Sprich, Herr. Dein Diener hört zu.“
Sarah Jane Axe
Heute lesen 1. Samuel 1 bis 3. wir wünschen euch noch einen schönen und gesegneten Tag 😘
Wir sind als Gruppe bereits gemeinsam durch das 1. Buch Samuel gegangen, daher bekommt ihr heute im Anhang die ausgearbeiteten Notizen davon. Viel Freude beim Lesen by Jule with 9 comments