
Ich bin mit dieser Geschichte aufgewachsen, die in einfachen Gegensätzen erzählt wurde. Der Rabe war der „böse“ Vogel. Die Taube war die „gute“.
Der Rabe flog weg und kam nie wieder zurück.
Die Taube kam zurück, sanft und treu,
und brachte Hoffnung in ihrem Schnabel.
Diese Sichtweise blieb mir jahrelang im Gedächtnis.
Aber wenn ich die Passage jetzt langsamer lese,
fühlt sich das Detail weniger wie eine moralische Lektion an,
sondern eher wie eine sorgfältige Beobachtung.
Der Text scheint weniger daran interessiert zu sein,
Tugend zuzuweisen, als vielmehr daran,
zu zeigen, wie sich Erneuerung tatsächlich vollzieht.
Dieses Detail taucht in Genesis 8,6–12 auf,
und es ist leicht, darüber hinwegzugehen und es zu übersehen,
vor allem angesichts der bekannten Geschichte,
die uns als Kinder beigebracht wurde.
Nach vierzig Tagen öffnete Noah
das Fenster der Arche und schickte einen Raben hinaus.
Der Text sagt, dass der Rabe
„hin und her flog, bis das Wasser
von der Erde verschwunden war“.
Erst danach schickte Noah eine Taube hinaus.
Die Taube kam zurück, weil
sie keinen Platz zum Ausruhen fand.
Später kam sie wieder mit
einem frisch gepflückten Olivenblatt zurück.
Als sie ein drittes Mal losgeschickt wurde,
kam sie nicht zurück.
Ich glaube, dass diese Reihenfolge wichtig ist.
Noah hat die Vögel nicht zufällig ausgewählt,
und die Passage lädt uns nicht dazu ein,
dies als Gegensatz zwischen
guten und bösen Kreaturen zu verstehen.
In der Antike und auch heute noch
sind Raben als robuste Aasfresser bekannt.
Sie konnten sich von Überresten und Treibgut ernähren.
Sie brauchten keinen sauberen Boden oder wachsende Pflanzen.
Wenn es einen Vogel gab, der eine Welt überstehen konnte,
die noch unruhig und von
Gericht geprägt war, dann war es ein Rabe.
Daher war es praktisch, zuerst den Raben zu schicken.
Er sollte testen, ob Leben
außerhalb der Arche überhaupt möglich war.
Nicht, ob die Erde wiederhergestellt war,
sondern ob sie nicht mehr komplett lebensfeindlich war.
Der Rabe brauchte keine geheilte Welt.
Er brauchte nur genug, um zu überleben.
Das erklärt, warum der Rabe nie zurückkam.
Der Text sagt nicht, dass der Rabe versagt oder ungehorsam war.
Er sagt nur, dass er „hin und her flog”.
Die Arche war nicht mehr sein einziger Zufluchtsort.
Der Rabe konnte landen, fressen und weiterziehen,
auch wenn die Erde noch
instabil und unvollständig war.
Überleben war möglich, auch wenn die Wiederherstellung noch nicht geschafft war.
Die Taube erzählt eine andere Geschichte.
Tauben sind keine Aasfresser.
Sie brauchen festen Boden,
Vegetation und sichere Plätze zum Ausruhen.
Als Noah die Taube zum ersten Mal losschickte,
kam sie ohne Beute zurück, nicht weil
sich nichts verändert hatte,
sondern weil sich nicht genug verändert hatte.
Die Erde war freigelegt, aber noch nicht bewohnbar.
Als die Taube mit einem Olivenzweig zurückkam,
änderte sich die Botschaft, die sie überbrachte.
Die Vegetation hatte wieder angefangen zu wachsen.
Die Welt kam nicht mehr nur aus der Zerstörung heraus,
sondern fing an, sich zu erholen.
Und als die Taube das dritte Mal nicht zurückkam,
verstand Noah, dass die Erde
ein Ort geworden war, an dem
endlich sanftes Leben möglich war.
So gesehen sind der Rabe und die Taube
keine gegensätzlichen Symbole.
Sie erfüllen in der Geschichte unterschiedliche Zwecke.
Der Rabe zeigte, dass das Gericht
sich so weit abschwächte, dass es erträglich wurde.
Die Taube zeigte, dass das Gericht
der Erneuerung Platz machte.
Der eine stand für das Überleben.
Der andere stand für die Wiederherstellung.
Das hat etwas leise Lehrreiches.
Überleben und Wiederherstellung sind nicht dasselbe.
Eine Welt kann Leben erhalten und trotzdem
noch nicht bereit für einen Neuanfang sein.
Die Heilige Schrift lässt uns innehalten, indem sie
diese beiden Vögel nebeneinanderstellt
und uns lehrt, den Unterschied zu erkennen.
Noch wichtiger ist, dass die Rückkehr der Taube,
diesmal mit einem Olivenzweig im Schnabel,
mich ganz natürlich
in die größere Geschichte der Heiligen Schrift hineinzieht.
Bei der Taufe Jesu
wird der Heilige Geist beschrieben
als „wie eine Taube“ herabkommend (Matthäus 3,16).
In beiden Szenen erscheint die Taube nicht im Chaos,
sondern an der Schwelle zu etwas Neuem.
Zu Noahs Zeiten signalisierte sie, dass die Erde
wieder zu leben begann.
Bei der Taufe Jesu markierte sie
den Beginn von Gottes Werk
der Erneuerung durch ihn.
Nach diesem Moment in Genesis
wurde die Taube noch einmal ausgesandt
und kehrte nicht zurück.
Das Werk der Wiederherstellung hatte begonnen,
aber seine Vollendung würde Zeit brauchen.
In ähnlicher Weise ist Christus gekommen,
der Geist wurde gegeben
und die neue Schöpfung hat begonnen.
Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende.
Wie Noah, der nach dem letzten Flug der Taube beobachtete und wartete,
warten wir immer noch auf die Wiederkunft Christi
und auf die vollständige Heilung der Welt.
Die Passage lehrt uns,
Anfänge zu erkennen, ohne
sie mit Vollendung zu verwechseln,
und darauf zu vertrauen, dass der Gott, der geduldig
die Erneuerung angekündigt hat, sie mit der Zeit auch
zur Vollendung bringen wird.
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Letzte Woche ging es mit Noah und seiner Familie weiter. Wir haben 1. Mose 8:20 bis 9:29 gelesen. Die Flut ist vorbei, Noah, seine Familie und alle Tiere verlassen die Arche. Wie geht es nun weiter? Was tun sie als erstes?
Hier einige Highlights, die wir gemeinsam heraus gearbeitet haben:
Das Opfer
Das erste, was Noah tut, als sie aus der Arche kommen, ist es, Jehova (oder auch Jahewh, dem Schöpfer) einen Altar zu bauen und ein Opfer zu bringen. Wichtig ist, dass er dem Gott selbst opferte und nicht das Mittel zur Rettung angebetet hat (wozu wir heute leider oftmals neigen. Mehr dazu im Blog). Es ist der erste Altar, der gebaut wurde, denn bisher hatten sie scheinbar direkt am Eingang vom Paradies vor der Scheschina Gottes, geopfert. Nun wird also der erste Altar gebaut und aus Dankbarkeit ein Opfer gebracht.
Wir halten fest, dass die Opfer immer eine freiwillige Gabe waren und nicht von Gott eingefordert worden waren. Dies kam erst mit dem mosaischen Gesetz.
Welche Tiere haben sie geopfert und später gegessen?
Wenn wir genau hinsehen, hatte Noah den Auftrag gehabt, sieben Paare von den reinen Tieren in die Arche zu führen und ein Paar von den unreinen. Es waren also genug Tiere zum Opfern und zum Essen da. Zudem werden einige der Tiere während der Zeit in der Arche und kurz danach Nachwuchs gehabt haben. Wir erinnern uns, dass sie über ein Jahr in der Arche zugebracht hatten ?
Der Auftrag
Der Mensch bekommt den Auftrag, sich zu vermehren und die Erde zu bevölkern. Warum das so wichtig ist, das jetzt hier zu erwähnen, werden wir in der kommenden Woche sehen, wenn wir uns mit Nimrod und dem Turmbau zu Babel beschäftigen.
Das Essen von Fleisch
Erstmals ist es dem Menschen erlaubt, auch Fleisch zu essen, weshalb Gott nun den Tieren Furcht vor dem Menschen gibt. Dies war vorher nicht so, denn sie mussten den Menschen nicht fürchten. Nun werden sie gejagt.
Warum nun die Erlaubnis, Fleisch zu essen? Weil ja alles überflutet war. Mit Sicherheit gab es noch nicht viel an Obst und Getreide, denn es war ja alles durch die lange Überflutung beschädigt. Zudem gab es nach der Flut andere Klimabedingungen. Scheinbar fehlten nun dadurch bestimmte Stoffe und Mineralien in den Pflanzen. Menschen, die heute vegetarisch oder vegan leben, müssen Nahrungsergänzungsmittel nehmen, damit sie keine Mangelerscheinungen bekommen
Einzige Einschränkung beim Essen von Fleisch ist das Blut. Es gehört Gott. Das Leben ist darin.
Hier erfahren wir auch, dass für Gott Leben heilig ist und dass auf Mord die Todesstrafe steht. Warum? Der Mensch ist im Bilde Gottes erschaffen und daher ist sein Leben unantastbar.
Der Bund
Nun schließt Gott einen Bund – nicht nur mit Noah. Auch die Tiere und alle Menschen auf der Erde sind da mit eingeschlossen. Er setzt nichts voraus, wir müssen nichts dafür tun. Es ist ein Geschenk Gottes.
Niemals wieder wird alles Leben vernichtet. Zum einen nie wieder durch eine Flut. Später in der Offenbarung wird noch mal von einer Vernichtung durch Feuer berichtet – aber dann betrifft es nur die bösen Menschen und nicht mehr Tiere und Flora und Fauna.
Als Siegel setzt Jehova Gott den Regenbogen in die Wolken. Ihn gab es vorher nicht und er wurde extra als Zeichen dieses Bundes erschaffen.
Noah und dem Wein.
Wieso war es so schlimm, den Vater nackt zu sehen? Adam und Eva waren ursprünglich nackt im Garten Eden, die Scham kam erst mit dem Sündenfall auf. Das Gebot, dass man die Blöße eines Verwandten nicht aufdecken solle, kam erst mit dem mosaischen Gesetz und hatte eher mit sexuellen Beziehungen und Inzucht zu tun
Was war also so schlimm daran, dass Ham die Blöße seines Vaters gesehen hatte und wieso gehen die beiden Brüder rückwärts, mit abgewandten Augen, um den Vater zu bedecken. Wieso wird Ham wegen seines Vergehens verflucht?
Der Fehler von Ham war es nicht, dass er den Vater nackt gesehen hatte, sondern dass er sich darüber lustig gemacht hatte.
Thom sagte, dass Noah ja ein großes Vorbild gewesen war, eine Autoritäts- und Respektperson. Er war herausragend durch seinen festen Glauben gewesen. Im Bericht wurde mehrfach gesagt, dass er „gerade so tat, wie Gott ihm gesagt hatte“.
Oftmals haben wir auch heute Probleme mit solchen Personen, die schon fast perfekt erscheinen. Wir fühlen und neben ihnen klein und beschämt.
Scheinbar kam bei Ham eine Art Schadenfreude auf. Vielleicht hat er sogar zu seinen Brüdern gesagt: „guckt euch mal den Vater an, das sooo große Vorbild. Alles macht er richtig, aber nun liegt er nackt und bloß da! Er hat auch Fehler, er ist überhaupt nicht so toll!“
Vielleicht sind die Brüder aus eben diesem Grund rückwärts gelaufen? Um Ham zu demonstrieren, wie doof sein Verhalten war und dass es ihnen egal ist, dass auch der Vater Fehler hat?
Wie dem auch sei: Ham hat mit seinem Verhalten mangelndem Respekt vor dem Vater gezeigt, wollte ihn „bloßstellen“, wie man heute so schön sagt (vielleicht kommt das Wort sogar gerade daher?)
Wie Thom schon sagte, sollten wir nicht groß über die Fehler und Schwächen anderer reden. Es zeugt weder von Respekt noch von Liebe und auch Jesus verurteilte diejenigen, die von ihrem Bruder sagen: „du verächtlicher Tor“
Soviel zu dem Stoff der letzten Woche und dem Gottesdienst am Sonntag.
Weiter geht es mit 1. Mose Kapitel 10:1 bis 11 Vers 26.
Wir erfahren etwas über die Nachkommen Noahs und woher die ganzen Völker dieser Erde abstammen. Wie sehen Nimrodl und das, was er tut. Wahrscheinlich kennt jeder von uns die Geschichte mit dem Turmbau zu Babel und wie Gott die Sprache der Menschen verwirrte.
Was hat das alles mit uns heute zu tun? Wo begegnet uns Jesus hier?
Es bleibt spannend ?️??
by Jule with no comments yet