
In der Mitte der Bergpredigt malt Jesus ein Bild von einem Vater, der nahbar, großzügig und aufmerksam ist. Die Leute, die ihm zuhörten, waren es gewohnt, Distanz zu wahren. Religiöse Systeme ließen Gott oft weit entfernt erscheinen, und irdische Herrscher waren für normale Bürger unzugänglich. Doch hier beschreibt Jesus eine andere Realität. Bittet, so wird euch gegeben. Sucht, so werdet ihr finden. Klopft an, so wird euch geöffnet. Die Verben vermitteln die Idee der Beharrlichkeit. Bitte weiter. Suche weiter. Klopfe weiter. Er offenbart das Herz Gottes, nicht als verschlossen oder gereizt, sondern als bereit und empfänglich.
Durch das vollendete Werk Jesu stehen diese Worte nun auf einem unerschütterlichen Fundament. Durch seinen Tod und seine Auferstehung ist die größte Barriere zwischen der Menschheit und Gott bereits beseitigt worden. Die Sünde steht nicht mehr als Mauer zwischen dir und dem Vater. Du klopfst nicht als Fremder, der darauf hofft, bemerkt zu werden. Du näherst dich wie ein Kind, dessen Platz in der Familie bereits gesichert ist. Beim Bitten geht es nicht darum, Gott davon zu überzeugen, sich um dich zu kümmern. Beim Suchen geht es nicht darum, Nähe zu verdienen. Beim Anklopfen geht es nicht darum, Zugang zu einer Beziehung zu erlangen, die vielleicht zustande kommt oder auch nicht. In Christus ist die Beziehung bereits hergestellt.
Dies verändert die Art und Weise, wie Gläubige heute beten. Du näherst dich Gott nicht aus Unsicherheit. Du näherst dich ihm aus deiner Identität heraus. Wenn du bittest, bettelst du nicht um Gnadenkrümel. Du vertraust auf die Großzügigkeit eines Vaters, der bereits seinen Sohn gegeben hat. Wenn du suchst, jagst du nicht einem verborgenen Gott hinterher. Du strebst nach einer tieferen Gemeinschaft mit dem Einen, der sich dir genähert hat. Wenn du anklopfst, fürchtest du keine Ablehnung. Du stehst auf der Verheißung, dass die Tür durch Jesus geöffnet wurde.
In der Beharrlichkeit, die Jesus beschreibt, liegt auch Weisheit. Manchmal formt das fortwährende Bitten deine Wünsche. Manchmal richtet das Suchen dein Herz auf den Himmel aus. Manchmal stärkt das Anklopfen deine Ausdauer und dein Vertrauen. Bei dieser Beharrlichkeit geht es nicht darum, Gottes Zurückhaltung zu überwinden. Es geht darum, Vertrauen in seine Güte zu entwickeln. Das vollendete Werk versichert dir, dass Gott dir seine Liebe nicht vorenthält. Er hat sein Herz bereits durch Christus bewiesen.
Also bring deine Bitten ohne zu zögern vor. Suche ihn ohne Angst. Geh mit mutiger Erwartung voran. Der Vater, zu dem du sprichst, ist nicht fern. Die Gnade, in der du stehst, ist nicht zerbrechlich. Durch Jesus ist der Zugang dauerhaft und die Aufnahme sicher. Du kannst mit Hoffnung leben, weil du weißt, dass derjenige, der dich eingeladen hat zu bitten, derselbe ist, der dir für immer einen Platz in seiner Gegenwart gesichert hat.
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