
Hast du schon mal einen Moment im Leben gehabt, in dem du dich leise gefragt hast: „Wo könnte ich sonst noch hingehen?“ Vielleicht hast du versucht, Dinge mit deiner eigenen Kraft zu regeln. Vielleicht hast du neue Gewohnheiten, neue Routinen, neue Ziele oder sogar Ablenkungen ausprobiert, die Erleichterung versprachen. Doch tief in deinem Herzen weißt du, dass nichts wirklich so befriedigend ist wie Jesus.
In Johannes 6 passiert was Überraschendes. Jesus hatte gerade Tausende von Menschen gespeist und Wunder vollbracht, die die Menge beeindruckten. Zuerst wollten alle ihm folgen. Aber dann fing Jesus an, tiefere Wahrheiten darüber zu lehren, wer er war und warum er gekommen war. Seine Worte stellten ihre Erwartungen infrage. Die Menge, die ihn zuvor gefeiert hatte, fühlte sich plötzlich unwohl mit dem, was er sagte. Einer nach dem anderen hörten viele der Jünger auf, ihm zu folgen, und gingen weg. Das muss ein schmerzhafter Moment gewesen sein. Menschen, die Jesus einst nahe standen, gingen nun weg. Dann wandte sich Jesus an die zwölf Jünger und stellte eine Frage, die bis heute nachhallt: „Wollt auch ihr weggehen?“ (Johannes 6,67).
Da sprach Simon Petrus Worte, die Gläubige seit Jahrhunderten trösten. Petrus antwortete: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens“ (Johannes 6,68). Petrus meinte damit nicht, dass das Leben immer einfach sei oder dass er alles verstehe, was Jesus sagte. Er erkannte etwas Tieferes. Er verstand, dass das Leben selbst in Jesus zu finden war. Selbst wenn der Weg verwirrend war, selbst wenn die Lehren schwierig waren, selbst wenn andere gingen, wusste Petrus, dass es keinen anderen Ort gab, der das bot, was Jesus bot.
Petrus hatte bereits etwas gesehen, das ihn für immer veränderte. Er sah, dass Jesus nicht nur Ratschläge zum Leben gab. Jesus war das Leben. Für uns heute hat dieser Moment eine noch tiefere Bedeutung, weil wir jetzt auf der anderen Seite des Kreuzes stehen. Als Petrus diese Worte sagte, war das Werk Jesu Christi noch nicht vollendet. Das Kreuz hatte noch nicht die ganze Tiefe der Liebe Gottes offenbart. Die Auferstehung hatte noch nicht den vollständigen Sieg über Sünde, Tod und Schande gezeigt. Aber heute wissen wir, was Petrus bald entdecken würde.
Jesus kam nicht nur, um uns das ewige Leben zu lehren. Er kam, um es uns zu sichern. Am Kreuz trug Jesus jede Sünde, jedes Versagen, jeden Moment der Schwäche, den wir jemals erleben würden. „Er selbst hat unsere Sünden in seinem Leib auf das Holz getragen, damit wir für die Sünde sterben und für die Gerechtigkeit leben“ (1. Petrus 2,24). Seine Auferstehung bewies, dass das Werk vollbracht war und dass selbst der Tod ihn nicht halten konnte. Aufgrund des vollbrachten Werks von Jesus Christus ist das ewige Leben nichts, was Gläubige sich verdienen müssen. Es ist etwas, das Jesus bereits gesichert hat und denen, die ihm vertrauen, frei schenkt. „Die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn“ (Römer 6,23).
Deshalb haben die Worte des Petrus so viel Kraft für unser tägliches Leben. Wenn das Leben verwirrend wird, wenn die Umstände überwältigend erscheinen und wenn die Welt tausend verschiedene Wege zu Frieden, Erfolg und Erfüllung anbietet, steht immer noch dieselbe Frage vor uns: Wohin sollen wir gehen? Die Welt bietet vorübergehende Erleichterung, aber niemals ewiges Leben. Erfolg verblasst. Anerkennung ändert sich. Geld kann die Seele nicht heilen. Selbst unsere eigenen Bemühungen, uns selbst zu verbessern, verlieren irgendwann an Kraft. Aber Jesus spricht immer noch Worte des ewigen Lebens.
Sein vollbrachtes Werk bedeutet, dass deine Sünden vergeben sind (Epheser 1,7). Seine Auferstehung bedeutet, dass der Tod seine endgültige Macht verloren hat (1. Korinther 15,55–57). Seine Gnade bedeutet, dass du heute vor Gott angenommen bist (Römer 5,1–2). Seine Liebe bedeutet, dass nichts dich von ihm trennen kann (Römer 8,38–39). Niemand sonst trägt unsere Sünden und nimmt unsere Scham weg. Niemand sonst besiegt den Tod. Niemand sonst bietet eine Gerechtigkeit, die nicht von unseren Leistungen abhängt. Niemand sonst schenkt ewiges Leben.
Die schöne Realität ist, dass Jesus nicht von dir verlangt, dich selbst zu verbessern, bevor du zu ihm kommst. Durch sein Opfer hat er bereits das Werk vollbracht, das dich Gott näherbringt. „Denn durch ein einziges Opfer hat er für immer diejenigen vollendet, die geheiligt werden“ (Hebräer 10,14). Wenn sich das Leben also unsicher anfühlt und du dich fragst, wohin du dich wenden sollst, denk an die Worte von Petrus. Es sind nicht die Worte von jemandem, der das Leben perfekt verstanden hat. Es sind die Worte von jemandem, der erkannt hat, dass nur Jesus das Leben hat, nach dem unser Herz sucht.
„Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“
Und wegen des vollbrachten Werks von Jesus Christus gehören diese Worte des Lebens jetzt für immer dir.
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