
Ich möchte dir kurz was sagen. Wenn du dich müde, überfordert oder einfach nur enttäuscht von dir selbst fühlst, dann hör mir bitte zu. Du bist nicht im Rückstand. Du versagst nicht als Christ. Du bist nicht nur eine schlechte Woche davon entfernt, Gottes Liebe zu verlieren. Du wirst gehalten. Und du wirst von der Gnade gehalten.
In Hebräer 12,1–2 (ESV) heißt es: „Da wir nun eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete, die Schande gering achtete und sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat.“
Durch das vollendete Werk Jesu Christi ist dieser Abschnitt keine Aufforderung, etwas zu leisten. Er ist eine Einladung zum Durchatmen.
Du bist von einer großen Wolke von Zeugen umgeben. Das bedeutet, dass deine Geschichte Teil von etwas Größerem ist. Die Männer und Frauen in Hebräer 11 waren keine spirituellen Superhelden. Sie zweifelten. Sie zögerten. Sie machten Fehler. Dennoch nennt Gott sie treu, weil die Gnade sie getragen hat. Dieselbe Gnade trägt dich gerade jetzt. Der Himmel beobachtet dich nicht, um dich zu kritisieren. Der Himmel ist an deiner Reise interessiert, weil du zu Christus gehörst.
Dann heißt es, wir sollen alles ablegen, was uns belastet. Beachte, dass es nicht heißt, wir sollen jemand anderes werden. Es heißt, wir sollen etwas ablegen. Belastungen sind Dinge, die dich bremsen, aber sie sind nicht deine Identität. Scham ist eine Belastung. Die Erinnerung an das, was du getan hast, ist eine Belastung. Die Angst, dass du dich nie ändern wirst, ist eine Belastung. Vergleiche sind eine Last. Der Versuch, sich vor Gott zu beweisen, ist eine Last. Jesus hat bereits die schwerste Last am Kreuz getragen. Er hat die Sünde getragen. Er hat das Gericht getragen. Er hat die Ablehnung getragen. Du musst nicht aufheben, was er bereits niedergelegt hat.
Und dann kommt der Kern des Ganzen. Auf Jesus schauen. Nicht nach innen schauen. Nicht auf deine Fehler starren. Nicht von deinem Tempo besessen sein. Auf Jesus schauen. Er wird der Begründer und Vollender unseres Glaubens genannt. Das heißt, er hat ihn begonnen. Und er erhält ihn aufrecht. Und er vollendet ihn.
Gnade bedeutet, dass dein Glaube kein zerbrechliches Projekt ist, das von deiner emotionalen Stabilität abhängt. Er ist in einer Person verankert. Er ertrug das Kreuz um der Freude willen, die ihm bevorstand. Du warst in seinem Herzen, als er dort hing. Er sah, dass dir vergeben war. Er sah, dass du wiederhergestellt warst. Er sah, dass du von der Verurteilung befreit warst. Deshalb ertrug er die Schande.
Und jetzt sitzt er. Sitzen bedeutet, dass es vollbracht ist. Das Werk der Versöhnung ist abgeschlossen. Er steht nicht ängstlich da und wartet darauf, ob du alles ruinieren wirst. Er hat sich hingesetzt, weil sein Opfer genug war.
Wie kannst du das nun anwenden?
Erstens: Wenn du dich überfordert fühlst, halte inne und richte deinen Blick auf etwas anderes. Anstatt dein Versagen immer wieder zu wiederholen, sprich seinen Namen aus. Sag: Jesus, du bist meine Gerechtigkeit. Du bist meine Stärke. Du bist derjenige, der mich hält.
Zweitens: Identifiziere die Lasten. Frag dich ehrlich: Was trage ich mit mir herum, das Christus mir nicht aufgetragen hat? Dann lass es im Gebet los. Du kannst buchstäblich sagen: Ich gebe dir diese Scham. Ich gebe dir diese Angst. Ich gebe dir diesen Druck. Lege es bewusst nieder.
Drittens: Laufe mit Ausdauer, indem du den nächsten einfachen Schritt machst. Nicht zehn Schritte. Nicht nächstes Jahr. Nur heute. Gnade ist täglich. Der Glaube ist täglich. Beim Rennen geht es nicht um Geschwindigkeit. Es geht um die Richtung. Und solange du deine Augen auf Jesus richtest, bewegst du dich vorwärts.
Zu guter Letzt: Denk daran. Du rennst nicht auf die Akzeptanz zu. Du rennst vor der Akzeptanz davon. Du versuchst nicht, geliebt zu werden. Du wirst bereits geliebt. Du versuchst nicht, dir die Erlösung zu sichern. Du bist bereits durch Gnade erlöst.
Wenn dein Herz müde ist, lass diese Wahrheit auf dich wirken. Derjenige, der deinen Glauben begonnen hat, ist treu, ihn zu vollenden. Derjenige, der das Kreuz getragen hat, trägt jetzt dich. Gnade ist nicht dünn. Sie ist nicht zerbrechlich. Sie ist stark genug, um deine ganze Geschichte zu tragen.
Du schaffst es nicht gerade so. Du wirst durch das vollendete Werk Jesu Christi getragen. Und das ist sicherer, als du dir jemals vorstellen kannst.
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