
Du hast mich gesehen… Aber glaubst du auch?
Möge der Friede Gottes heute mit dir sein.
Ich möchte über einen Satz sprechen, der einfach ist, aber das Herz tief berührt. Er wurde nicht von irgendeinem Lehrer gesagt. Er wurde von Jesus selbst gesagt. Und er sagte ihn nicht mit Wut. Er sagte ihn mit Traurigkeit, weil er den wahren Zustand des menschlichen Herzens offenbarte.
Im Johannesevangelium 6,36 sagte Jesus:
„Aber wie ich euch gesagt habe: Ihr habt mich gesehen und glaubt dennoch nicht.“
Diese Worte sind stark. Aber sie sind auch ehrlich.
Um sie zu verstehen, müssen wir uns den Moment ansehen, in dem Jesus sie gesagt hat. Er hatte bereits Wunder vollbracht. Er heilte Kranke. Er speiste Tausende. Er vermehrte Brot und Fisch vor ihren Augen. Die Menschen hörten keine Geschichten aus fernen Ländern. Sie sahen es selbst.
Und trotzdem glaubten sie nicht.
Das lehrt uns etwas Wichtiges. Sehen ist nicht dasselbe wie glauben. Hören ist nicht dasselbe wie vertrauen. Die Nähe zu heiligen Dingen verändert nicht immer das Herz.
Kurz vor diesem Moment hatte Jesus mehr als fünftausend Menschen gespeist. Die Menge war beeindruckt. Sie folgten ihm. Am nächsten Tag suchten sie ihn erneut. Aber Jesus wusste, warum sie ihn suchten.
In Johannes 6,26 sagte er:
„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr die Zeichen gesehen habt, die ich getan habe, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.“
Mit anderen Worten: Sie suchten ihn nicht wegen dem, was er war. Sie suchten ihn wegen dem, was er ihnen geben konnte.
Ist das nicht etwas, was wir auch heute noch beobachten können?
Wie viele Menschen suchen Gott nur, wenn sie etwas brauchen? Wenn sie krank sind. Wenn sie finanzielle Probleme haben. Wenn sie Angst haben. Aber wenn das Leben angenehm ist, wird der Glaube schwach.
Dann sagt Jesus in Johannes 6,36 noch einmal:
„Aber wie ich euch gesagt habe: Ihr habt mich gesehen und glaubt dennoch nicht.“
Unglaube kommt nicht immer von Unwissenheit. Oft ist es eher Widerstand. Manche Leute haben gesehen, wie Gott Gebete erhört hat. Sie haben Schutz erfahren. Sie haben in schwierigen Zeiten Hilfe bekommen. Trotzdem zögern sie tief in ihrem Inneren, ihm voll und ganz zu vertrauen.
Jesus redete nicht zu Leuten, die noch nie von Gott gehört hatten. Er redete zu religiösen Leuten. Leuten, die das Gesetz kannten. Leuten, die die Heilige Schrift lasen.
In Johannes 5,39 sagte Jesus:
„Ihr studiert fleißig die Schriften, weil ihr denkt, dass ihr in ihnen das ewige Leben habt. Diese Schriften sind es, die von mir Zeugnis ablegen.“
Das Problem war nicht ein Mangel an Bibelwissen.
Das Problem war nicht ein Mangel an Wundern.
Das Problem war ein Mangel an echtem Glauben.
Aber Jesus beließ es nicht bei der Zurechtweisung. Er bot auch Hoffnung an.
In Johannes 6,37 sagte er:
„Alle, die mir der Vater gibt, werden zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“
Siehst du die Einladung?
Selbst nachdem er gesagt hat, dass sie nicht glauben, öffnet er ihnen immer noch die Tür. Er sagt, dass jeder, der wirklich zu ihm kommt, nicht abgewiesen wird.
Glauben ist mehr als nur zu akzeptieren, dass Gott existiert. Glauben bedeutet, ihm von ganzem Herzen zu vertrauen. Glauben bedeutet Hingabe. Glauben bedeutet, ihm zu folgen, auch wenn es nicht bequem ist.
In Hebräer 11,6 heißt es:
„Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen, denn wer zu ihm kommt, muss glauben, dass er existiert und dass er diejenigen belohnt, die ihn ernsthaft suchen.“
Jesus kam nicht nur, um beobachtet zu werden. Er kam, um geglaubt zu werden. Er kam nicht nur, um die Menge zu beeindrucken. Er kam, um Seelen zu retten.
Später im selben Kapitel erklärt er in Johannes 6,35:
„Dann sagte Jesus: ‚Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.‘“
Die Menge wollte Brot für ihren Magen. Jesus bot ihnen Brot für ihre Seelen an.
Das eigentliche Problem war nicht, dass Gott abwesend war. Das Problem war, dass viele Segen ohne Gehorsam wollten. Sie wollten Wunder ohne Verpflichtung. Sie wollten Versorgung ohne Hingabe.
Heute wirkt dieser Vers wie ein Spiegel.
Hast du nur gesehen, was Gott tun kann, oder glaubst du wirklich an das, was er ist?
Suchst du ihn nur in Krisenzeiten, oder vertraust du ihm jeden Tag?
Hast du Jesus bewundert oder bist du ihm gefolgt?
Jesus ist immer noch derselbe.
Er ruft immer noch.
Er lädt immer noch ein.
Und er verspricht immer noch:
„Alle, die mir der Vater gibt, werden zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“
Die Entscheidung ist, genau wie damals, eine persönliche.
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