
Die Frau, die mittags Hoffnung fand
Die meisten Leute gingen früh am Morgen zum Brunnen. Andere kamen in der Kühle des Abends. Aber sie kam mittags. Warum sollte jemand die heißeste Stunde des Tages wählen?
Vielleicht wollte sie die Blicke vermeiden.
Vielleicht hatte sie genug von dem Getuschel.
Vielleicht wollte sie einfach nur einen ruhigen Moment für sich allein.
Die Bibel nennt sie einfach die samaritanische Frau. Ihr Name wird nicht erwähnt. Scham versucht oft, einen Menschen zu verstecken, bevor die Gnade ihn wieder zum Leben erweckt.
An diesem Tag suchte sie kein Wunder. Sie wollte nur Wasser. Aber Jesus war schon da und wartete auf sie.
Hast du jemals darüber nachgedacht?
Sie suchte nicht nach ihm.
Aber er suchte nach ihr.
Jesus sprach zuerst und sagte:
„Gibst du mir etwas zu trinken?“ Johannes 4,7 NIV
Keine Predigt.
Kein Urteil.
Nur ein einfaches Gespräch.
Sie hatte eine zerbrochene Vergangenheit. Fünf Ehen hinter sich. Eine aktuelle Beziehung, die ihr keine Ehre einbrachte. Ihr Herz war müde. Ihr Leben fühlte sich leer an.
Dann bot Jesus ihr etwas an, womit sie nie gerechnet hätte.
„Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen, aber wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, wird niemals mehr Durst haben.“ Johannes 4,13–14 NIV
Er meinte nicht das Wasser aus einem Brunnen. Er meinte neues Leben. Vergebung. Hoffnung, die nicht versiegt.
Jesus zeigte ihr sanft, dass er alles über sie wusste. Trotzdem kümmerte er sich um sie. Er blieb bei ihr. Stell dir vor, wie sich das angefühlt haben muss.
Dann sagte er ihr die größte Wahrheit von allen.
„Ich, der ich mit dir rede, bin es.“ Johannes 4,26 NIV
Der Messias zeigte sich einer Frau, die von anderen ignoriert wurde. Die Gnade wählte sie als Erste aus.
Etwas in ihr veränderte sich. Sie vergaß ihren Wasserkrug und rannte zurück in die Stadt. Dieselbe Frau, die zuvor den Menschen aus dem Weg gegangen war, beeilte sich nun, allen davon zu erzählen.
„Kommt und seht einen Mann, der mir alles gesagt hat, was ich jemals getan habe.“ Johannes 4,29 NIV
Und viele glaubten aufgrund ihrer Worte.
Ist das nicht erstaunlich?
Eine Begegnung mit Jesus verwandelte ihre Scham in ein Zeugnis.
Vielleicht fühlst du dich heute wie sie. Du trägst schwere Krüge voller Reue mit dir herum. Du versteckst dich vor der Menge. Du fragst dich, ob Gott dich noch sieht.
Diese Geschichte gibt eine klare Antwort.
Ja, er sieht dich.
Ja, er kennt dich.
Ja, er liebt dich.
Jesus wartet immer noch an Brunnen. Er begegnet immer noch gebrochenen Herzen. Und er bietet immer noch jedem, der durstig ist, lebendiges Wasser an.
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