Vor einigen Wochen habe ich hier die Frage gestellt: „Wer oder wie ist Gott für dich ganz persönlich?“ – und war total schockiert, was für ein Bild einige von Jehova haben, obwohl (oder auch gerade weil?) sie jahrelang in der Wahrheit waren und daher viele Zusammenkünfte besucht haben und Kongresse, die Bibel und Publikationen studiert haben. Ich konnte es nicht begreifen, stehe fassungslos davor
Gerade habe ich in der neuen „Antenne“ vom erf einen interessanten Artikel gelesen, der mir einiges klar macht in dieser Hinsicht. Daher möchte ich ihn hier mit euch teilen:
“Ein Leben auf der Suche
Hans Wagner wendet den Blick weg von religiösem Denken, hin zu einer Beziehung mit dem lebendigen Gott.
Hans Wagner sucht bis heute nach Antworten, Wurzeln und Heimat. Warum, das hat er kürzlich neu verstanden. Gut, dass Gott ihn schon längst gefunden hat. Auf der Suche bleibt er trotzdem:
Müsste ich mein bisheriges Leben in einem Wort zusammenfassen, es wäre: „Suchender“. Damit meine ich zunächst gar nicht die Suche nach Gott. Wobei sie schon immer dazu gehört hat, das ist mir gerade in letzter Zeit noch einmal besonders deutlich geworden.
Zu meiner persönlichen Suche gehört aber ein Thema, dessen Tragweite mir vor einigen Monaten neu aufgegangen ist: Ich bin ein Kriegsenkel. Mit diesem Begriff kommt zum Ausdruck, dass meine Eltern im Zweiten Weltkrieg Kinder waren, Kriegskinder. Genauer gesagt, wurden sie 1930 in Ostpreußen geboren, waren bald Flüchtlinge, später Vertriebene.
Das weiß ich schon lange. Ich war Mitte der 1980er Jahre mit meinen Eltern in ihrer Heimat. Auf dem Hof meines Vaters habe ich mir vieles zeigen und auch erklären lassen. Ich kenne die Geschichte unserer Familie. Dachte ich.
Dann begegnete mir im letzten Jahr das Thema Kriegsenkel, und mir wurde sehr bald klar, dass ich in Wirklichkeit nur einen Bruchteil meiner Familienvergangenheit verstanden hatte. Plötzlich fand ich Antworten auf viele Fragen meines Lebens. Neue Fragen tauchten auf und ich erkannte einen roten Faden: Ich habe keine Wurzeln! Die meiste Zeit meines Lebens war und bin ich ein Suchender. In meinen Beziehungen, in meinem Berufsleben, an meinen Wohnorten – immer wieder kam es für mich zu einem Bruch und ich fing von vorne an. So grob alle zehn, zwölf Jahre. Meist ungewollt, aber nicht unschuldig, machte ich mich als Suchender wieder auf den Weg.
Wir suchen nicht allein
Ich nehme in meinem Umfeld wahr, dass es vielen Menschen meiner Generation ähnlich geht. Zusammen suchen wir nach dem, was uns nicht mitgegeben wurde: Sicherheit, Stabilität, Verlässlichkeit, Vertrauen. Und: Bedingungslose Liebe.
Die letzten Monate und Jahre in Zeiten von Corona waren besonders schwierig. Ständig neue Regeln, neue wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Entscheidungen, Einschränkungen, Lockerungen, wieder Einschränkungen und so weiter. Es war gar nicht so sehr die Frage nach richtig oder falsch – es mangelte an Verlässlichkeit und Stabilität. Vertrauen. Ich brauche das. Ich suche das.
Dazu gehörte von Anfang an auch die Suche nach Gott. Mein Elternhaus war – gut ostpreußisch – davon geprägt, dass wir jeden Sonntag in den Gottesdienst gingen. Als kleines Kind empfand ich das als sehr anstrengend und langweilig. Den Pfarrer verstand ich nicht, immer wieder mussten wir aufstehen, und es dauerte auch so lange. Kindergottesdienst gab es nicht.
Aber weil ich es als meine Lebensaufgabe verinnerlicht hatte, meiner Mutter nicht auch noch Kummer zu machen, war ich brav. Interessierte mich für das, was da geschah, und machte so gut wie möglich mit. Blockflöte im Gottesdienst, Harmonium mit einem Finger und Teilnahme an Ausflügen der Kirchengemeinde an der Seite meiner Mutter waren normal, auch noch als Jugendlicher. Es waren viele schöne Momente dabei. Nur einen fand ich dort nicht: Gott.
Erst als ein Vierteljahrhundert meines Lebens vorbei war, begann ich, mich von meinem Elternhaus zu lösen. Ich zog nach Wiesbaden, um endlich eigenständig zu leben. Eigene Wohnung, eigene Waschmaschine – und eigene Fragen nach Gott. Dachte ich.
Mir fiel nicht auf, dass ich die Prägung von zuhause einfach mitgenommen hatte. Für mich hieß Christsein vor allem: Tu dies nicht, lass das, geh in die Kirche und sei anständig. Oder so ähnlich. Ich war nicht auf der Suche nach Gott, sondern nach Richtlinien, Vorschriften und Antworten auf vor allem moralische Fragen. Kurz: Ich suchte nach einem vermeintlich christlichen Leben, das vor allem der Mutter keinen Kummer macht, aber eigentlich auch ganz gut ohne Gott auskommen kann.
Menschen suchen schon immer
Vielleicht denken Sie jetzt beim Lesen: Das kommt mir bekannt vor – Christ sein durch Regeln einhalten, Vorschriften beachten, moralisch anständig leben! Ist es nicht das, was Gott möchte? Gibt es noch mehr? Ein Blick in Ereignisse, die rund 2.500 Jahre zurück liegen, mag eine Antwort darauf geben.
Der Ort: Babylonien. Das Volk Gottes war in Gefangenschaft geraten. Wie und warum, das lasse ich an dieser Stelle mal außen vor. Fakt war: Sie mussten ihre Heimat verlassen und das hatte die gleichen Auswirkungen, wie sie viele heute erleben: Heimweh! Nichts wünschen sich Menschen, die unfreiwillig ihre vertraute Umgebung zurücklassen mussten, sehnsüchtiger, als wieder dort in Frieden zu leben, wo ihr Herz ist. Wo ihre Familien leben und wo sie selbst verwurzelt sind. Darum kam damals Hoffnung auf, als manche sagten: „Bald geht es wieder zurück nach Hause!“
Aber es waren Fake News – Unwahrheiten, um sich bei den Menschen beliebt zu machen und als Anführer akzeptiert zu werden. Ja, auch das gab es schon in der damaligen Zeit. Auch damals folgte man nur zu gern denen, die einem nach dem Mund redeten – egal, ob richtig oder falsch. Doch dann sprach jemand, der die Wahrheit kannte. Er hatte sie direkt von Gott bekommen, um sie dem Volk weiterzugeben – ein echter Prophet! Sein Name: Jeremia. Seine Botschaft: „Baut Häuser. Legt euch Gärten an. Richtet euch langfristig ein. Heiratet, gründet Familien. Fragt danach, wie ihr den Menschen, mit denen ihr jetzt zusammenlebt, Gutes tun könnt!“ (Jeremia 29,5 ff.) Was für ein Schock.
Reden und Parolen nach unseren eigenen Vorstellungen fühlen sich in der Regel sehr gut an. Wir kennen, was wir erhoffen. Wir sehen auf das uns Vertraute, auf das, womit wir umgehen können. Das Fremde ist uns fremd, macht uns Angst. Wir neigen eher dazu, in Konfliktsituationen zu verweilen, weil sie bekannt und scheinbar berechenbar sind. Sich stattdessen auf den Weg raus aus diesem zerstörerischen Dasein zu machen, ohne zu wissen, was dann kommen mag? Nein, lieber nicht.
Ist das vielleicht auch die Herausforderung bei der Suche nach Gott? Was wir durch Kirche und Gemeinde, durch Familie und Tradition kennen und erlernt haben – es gibt uns Halt und Orientierung. Und das ist gut so. Was es uns aber nicht geben kann, ist: Gott. Wir können Gott nicht erlernen oder erarbeiten. Es reicht nicht, Parolen zu folgen, Regeln einzuhalten, Vorschriften zu beachten und moralisch richtig zu leben – das ist nicht Gott. Ein solches Leben kann uns in seine Nähe bringen. Es kann uns aber auch einfach beschäftigen und gewissermaßen ruhigstellen, oder uns sogar mit Unwahrheiten versorgen.
Gefunden – und weitersuchen
Der Prophet Jeremia hat dazu eingeladen, Gott wirklich zu begegnen. Gott ließ ihn damals sagen: „Wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, dann werde ich mich finden lassen.“ (Jeremia 29,13-14). Das klingt so einfach, so vertraut. Aber je häufiger ich diesen Satz lese, desto nachdenklicher werde ich. Ich bin ein Suchender. Ich suche nach Antworten, nach Wurzeln, nach Heimat.
Ich verschlinge Bücher und Berichte und entdecke immer wieder neue Zusammenhänge. Es ist sehr interessant, mein Kopf arbeitet auf Hochtouren. Aber was ist mit meinem Herzen? Wonach sucht es? Und mir wird klar: nach Liebe! Ich möchte geliebt werden. Bedingungslos! Endlich! So, wie es mir als neugeborenes Kind schon zugestanden hätte.
Wir Menschen sind für das Miteinander geschaffen, auch die neuesten Forschungen bestätigen das: Wir brauchen einander! Liebe kann und will uns dabei verbinden. Aber was wir nicht können: Bedingungslos lieben. Es mag Momente geben, in denen das gelingt, aber in der Summe – nein. Ich habe lange danach gesucht, von Herzen. Dann ist Gott mir begegnet. So, wie ich nicht mit ihm gerechnet hatte. Er hat eher mich als ich ihn gefunden. Ich hörte die Worte: „Du musst mir nichts beweisen. Ich habe dir in Jesus Christus die Tür geöffnet. Komm mit deinen leeren Händen zu mir, ich will sie dir füllen, jeden Tag neu. Denn ich liebe dich – bedingungslos.“
Mir kommen die Tränen, während ich das aufschreibe. Und ich suche weiter nach Gott, vor allem in der Bibel. Denn ich habe erst einen Bruchteil von ihm kennengelernt. Er ist so viel größer, er liebt so viel mehr. Trotzdem passiert es mir immer wieder, dass ich Dinge einfach richtig machen möchte. Und so Gott etwas vorweisen möchte, für ihn etwas leisten möchte. Vielleicht geht es Ihnen auch so, vielleicht verstehen Sie den christlichen Glauben bis heute so.
Dann lade ich Sie ein: Lassen Sie los. Und halten Sie Ihre leeren Hände Gott hin, denn er will sie Ihnen füllen. Bedingungslos, aus Liebe. Und dann gehen Sie los und schauen Sie jeden Tag neu, wie Gott sich in Ihrem Leben finden lässt. Ob die Tage gut sind oder böse, ob sie leicht sind oder schwer – Gott ist da! Mir gibt er jeden Tag Halt. Auch wenn ich in vielen Bereichen meines Lebens ein Suchender bleiben werde.„
In diesem Sinne wünsche ich allen, dass sie Jehova wirklich begegnen – habt alle einen schönen und gesegneten Tag 😘
by Jule with no comments yetHeute lesen wir im Bibelbuch Jeremia die Kapitel 25 – 28. Es ist etwas verwirrend, denn mit einem. Mal taucht ein weiterer Prophet auf, Hananja, der auch „im Namen Jehovas“ spricht, aber das Gegenteil von Jeremia sagt.
Was denn nun? Weiß der Allmächtige des Universums nicht, was er will? Wer ist denn nun der wahre Prophet und wer der falsche?
Wir heute wissen, dass es Jeremia ist, denn es gibt ein Bibelbuch mit seinem Namen, aber keins von Hananja. Aber damit nicht genug wissen wir, dass die Prophezeiung von Jeremia eingetroffen ist. Jehova sagt in Mose, dass wir daran die richtigen Propheten erkennen würden
„Die Völker, die ihr vertreibt, hören auf Magier und Wahrsager. Doch euch hat der Herr, euer Gott, dies verboten. Er wird euch einen Propheten wie mich senden, einen Mann aus eurem Volk. Auf den sollt ihr hören! Ihr selbst habt euch dies am Berg Horeb vom Herrn gewünscht. Als ihr dort versammelt wart, habt ihr gesagt: »Wenn wir weiter die Stimme des Herrn, unseres Gottes, hören, gehen wir zugrunde. Wir können auch dieses gewaltige Feuer nicht länger ertragen, sonst sterben wir!« Der Herr antwortete mir damals: »Die Israeliten haben recht. Ich will ihnen auch in Zukunft einen Propheten senden wie dich, einen Mann aus ihrem Volk. Ihm werde ich meine Worte eingeben, und er wird sie den Israeliten mitteilen. Wer nicht auf das hört, was er in meinem Namen sagt, den werde ich dafür zur Rechenschaft ziehen. Wenn aber der Prophet überheblich wird und etwas in meinem Namen sagt, was ich ihm nicht befohlen habe, oder wenn er im Namen anderer Götter spricht, dann muss er sterben.« Ihr fragt euch vielleicht: Woher wissen wir, ob jemand im Auftrag des Herrn spricht oder nicht? Nun, wenn ein Prophet im Namen des Herrn etwas ankündigt und es trifft nicht ein, dann waren seine Worte nicht vom Herrn. Er hat eigenmächtig geredet, und ihr braucht ihn nicht ernst zu nehmen.“
5. Mose 18:14-22 HFA
Nun ist das ja im Nachhinein einfach. Aber was, wenn wir zu der Zeit gelebt hätten? Wem hätten wir glauben sollen, wo wir doch noch nicht den Ausgang der Sache kannten?
Im Kapitel 23, das wir gestern gelesen haben, haben wir eine ganze Menge Anhaltspunkte dazu:
„Über die Propheten sagte Jeremia: »Mir bricht das Herz, ich zittere am ganzen Leib. Ich taumle wie ein Betrunkener, der vom Wein benommen ist. Denn die Worte des Herrn, des heiligen Gottes, haben mich getroffen. Unser Land ist voll von Ehebrechern, darum lastet Gottes Fluch auf uns. Ausgedörrt ist das Land, vertrocknet sind die Weideplätze in der Wüste. Die Propheten haben einen falschen Weg eingeschlagen, sie missbrauchen ihre Macht. So spricht der Herr: Gottlos sind sie alle – Priester und Propheten. Und selbst in meinem Tempel muss ich ihr Treiben mit ansehen! Doch die Wege, die sie gehen, werden glatt und schlüpfrig sein; in die Dunkelheit wird man sie stoßen, und dort kommen sie zu Fall! Ja, ich lasse Unheil über sie hereinbrechen, ich, der Herr! Es kommt der Tag, an dem ihre Strafe sie trifft. Unter den Propheten von Samaria habe ich Abscheuliches gesehen: Sie haben im Namen des Gottes Baal geweissagt und mein Volk in die Irre geführt. Aber was ich unter den Propheten von Jerusalem sehe, ist noch viel erschreckender: Sie begehen Ehebruch, sie lügen und betrügen; und den, der ein gottloses Leben führt, bestärken sie noch darin, anstatt ihn davon abzubringen. In meinen Augen sind sie keinen Deut besser als die Einwohner von Sodom und Gomorra! Darum spreche ich, der Herr, der allmächtige Gott, dieses Urteil über die Propheten: Ich werde ihnen bittere Kost zu essen und giftiges Wasser zu trinken geben. Denn die Propheten von Jerusalem haben die Gottlosigkeit im ganzen Land verbreitet. Hört, was ich, der Herr, der allmächtige Gott, sage: Achtet nicht auf die Weissagungen dieser Propheten! Sie machen euch falsche Hoffnungen und verkünden euch Visionen, die sie sich selbst ausgedacht haben, aber nicht meine Worte sind. Denen, die nichts mehr von mir wissen wollen, verkünden sie in meinem Namen: Es wird euch weiterhin gut gehen. Und zu allen, die bloß ihrem eigensinnigen Herzen folgen, sagen sie: Kein Unheil wird euch treffen! Doch keiner dieser Propheten kennt meine geheimen Gedanken, keiner hat mein Wort gehört oder meine Pläne durchschaut. Keiner weiß, was ich gesagt habe.« Seht, der Zorn des Herrn bricht los wie ein gewaltiger Sturm, wie ein Wirbelsturm fegt er über die Gottlosen hinweg. Er wird sich erst legen, wenn alles ausgeführt ist, was der Herr sich vorgenommen hat. Die Zeit kommt, in der ihr das klar erkennen werdet! Gott sagt: »Ich habe diese Propheten nicht gesandt, und doch sind sie losgezogen. Ich habe ihnen keine Botschaft anvertraut, trotzdem haben sie geweissagt. Wenn sie wirklich meine Gedanken kennen würden, dann hätten sie meinem Volk meine Botschaft verkündet, damit es von seinen falschen Wegen umkehrt und aufhört, Böses zu tun. Ich, der Herr, sage: Ich bin nicht nur der Gott in eurer Nähe, sondern auch der ferne Gott, über den ihr nicht verfügt. Meint ihr, jemand könnte sich so vor mir verstecken, dass ich ihn nicht mehr sehe? Ich bin es doch, der den Himmel und die Erde erfüllt, ich, der Herr! Ich weiß ganz genau, was die Propheten reden: ›Hört, was euch Gott durch unsere Träume sagen will!‹ Und dann weissagen sie Lügen und berufen sich dabei auf mich! Wie lange soll das noch so weitergehen? Was wollen diese Propheten damit erreichen, dass sie Lügen und selbst erfundene Botschaften verbreiten? Sie denken wohl, wenn sie meinem Volk ihre Träume erzählen, vergisst es mich, so wie seine Vorfahren mich vergessen haben, weil sie dem Götzen Baal dienten! Ein Prophet, der Träume hat, sollte sagen, dass es nur Träume sind; aber wer mein Wort empfängt, soll es gewissenhaft als mein Wort verkünden. Meint ihr, Spreu und Weizen seien dasselbe? Ich, der Herr, sage euch: Mein Wort ist wie ein Feuer und wie ein Hammer, der Felsen in Stücke schlägt! Darum bekommen es diese Propheten mit mir zu tun, sie, die einander die Worte stehlen und behaupten, sie hätten sie von mir! Sie werden mir ganz gewiss nicht entkommen, diese Propheten, die ihre eigenen Gedanken von sich geben und dann sagen: ›Der Herr hat gesprochen.‹ Nein, mir entgehen diese Lügner nicht, die ihre Träume als mein Wort ausgeben! Sie führen mein Volk in die Irre und täuschen es mit ihrer zusammengereimten Botschaft. Ich, der Herr, habe sie nicht gesandt und ihnen keinen Auftrag gegeben. Sie helfen diesem Volk keinen Schritt weiter!«“
Jeremia 23:9-32 HFA
„Im 5. Monat desselben Jahres, dem 4. Regierungsjahr des judäischen Königs Zedekia, kam der Prophet Hananja, der Sohn von Asur aus Gibeon, in den Tempel und sagte in Gegenwart der Priester und des Volkes zu Jeremia: »So spricht der Herr, der allmächtige Gott Israels: Ich werde das Joch des Königs von Babylonien zerbrechen! Innerhalb von zwei Jahren lasse ich alle wertvollen Tempelgegenstände, die Nebukadnezar nach Babylon mitgenommen hat, hierher zurückbringen. Ich sorge auch dafür, dass König Jojachin von Juda, Jojakims Sohn, wieder nach Jerusalem zurückkehrt, er und alle anderen Judäer, die nach Babylonien verschleppt wurden. Ja, ich, der Herr, will Nebukadnezars Herrschaft ein Ende setzen!«
Da entgegnete der Prophet Jeremia dem Propheten Hananja vor dem Volk und den Priestern, die im Tempel versammelt waren: »So sei es! Möge der Herr tun, was du gesagt hast! Ich wünschte, er ließe deine Verheißung in Erfüllung gehen und brächte alle verschleppten Menschen und die wertvollen Tempelgegenstände wieder zurück. Doch jetzt hör gut zu, Hananja, was ich dir und allen Anwesenden hier sage: Propheten hat es schon immer gegeben, lange bevor du und ich lebten; sie haben vielen Völkern und mächtigen Königreichen Unheil, Kriege und Seuchen angekündigt. Gewiss kann ein Prophet auch Glück und Frieden voraussagen, doch ob er wirklich vom Herrn gesandt ist, wird sich erst zeigen, wenn seine Weissagung eintrifft!«
Da nahm der Prophet Hananja das hölzerne Joch vom Nacken des Propheten Jeremia, zerbrach es und rief: »So spricht der Herr: Genauso werde ich innerhalb von zwei Jahren Nebukadnezars Joch zerbrechen. Alle Völker will ich von der Last seiner Herrschaft befreien!« Daraufhin verließ Jeremia den Tempel. Kurze Zeit nachdem Hananja das Joch zerbrochen hatte, das Jeremia auf der Schulter trug, empfing Jeremia eine Botschaft vom Herrn: »Geh und sag zu Hananja: So spricht der Herr: Das hölzerne Joch hast du zerbrechen können – doch nun bekommst du dafür ein Joch aus Eisen! Ich selbst lege allen Völkern ringsum ein eisernes Joch auf den Nacken: Sie werden Nebukadnezar, dem König von Babylonien, dienen müssen, ja, selbst die wilden Tiere sind seiner Macht unterworfen! Mein Wort gilt, denn ich bin der Herr, der allmächtige Gott Israels.«
Dann sagte Jeremia zu ihm: »Hör gut zu, Hananja! Der Herr hat dich nicht gesandt, aber trotzdem verführst du das Volk dazu, auf deine Lügen zu vertrauen! So spricht der Herr: Weil du das getan hast, lasse ich dich vom Erdboden verschwinden. Noch in diesem Jahr wirst du sterben, denn du hast zum Ungehorsam gegen mich aufgerufen!« Zwei Monate später, im 7. Monat desselben Jahres, starb der Prophet Hananja.“
Jeremia 28:1-17 HFA
Wieder sehen wir, wie wichtig es ist, die Bibel als Ganzes Buch im Zusammenhang zu lesen. Beide Männer prophezeien im Namen Jehovas. Der eine kommt wirklich von IHM und sagt SEINE Worte – der andere ist ein falscher Prophet.
Wer Jehova und sein Wort kennt, weiß in etwa, wie ER „tickt“ und ob das, was gesagt wurde, mit diesem übereinstimmt.
Wenn wir immer nur einzelne Verse aus dem Zusammenhang gerissen lesen, bekommen wir irgendwann ein verzerrtes Bild von IHM
Denn wer ist Gott wirklich?
⁃ Ist er der Gott der Liebe, wie einige immer wieder betonen, der Gott, der uns bedingungslos liebt, egal was wir tun – denn schließlich ist ja Jesus für unsere Sünden gestorben
⁃ Oder ist er der „brutale, gewalttätige“ Gott des AT, „der auch Frauen und Kinder umbringt“?
Er ist beides. Wir dürfen nicht einfach den einen oder anderen Aspekt weglassen.
Klar liest sich das nicht so toll, wenn von ihm die Anweisung kommt, sie sollten auch die Frauen und Kinder mit umbringen. Aber wir müssen das ja auch im Zusammenhang lesen und verstehen, warum diese Anweisung kommt. Was will er bezwecken?
Und klar ist Jehova ein Gott der Liebe, wie wir auch in Johannes lesen (er ist die Liebe selbst). Aber er duldet keine Ungerechtigkeit. Götzendienst und Ungehorsam ihm und seinem Wort gegenüber kann nicht straffrei bleiben – denn er schützt seine Kinder, diejenigen, die aufrichtig und gerecht sind.
Wir als Eltern sind doch nicht anders. Wenn wir 6 Kinder haben, so lieben wir sie alle, denn sie sind unsere Kinder. Trotzdem greifen wir ein, wenn eins dem anderen schadet. Nie würden wir zulassen, dass ein Kind das andere schwer mißhandelt. Ja, wir lieben auch das Kind, aber wir hassen, was es tut und wir müssen dieses Handeln unterbinden. Dies widerspricht nicht der Tatsache, dass wir all unsere Kinder lieben. Wir würden das Kind ermahnen und wenn es immer wieder nicht hört und weiter macht, dann muss dies Konsequenzen haben. Zum Schutz der anderen Kinder
Wenn jetzt ein anderer von uns sagt, das würden wir niemals tun, denn wir lieben ja auch das gemeine Kind – dann kennt er uns nicht wirklich. Wer uns kennt und ein enger Freund ist, der weiß, dass wir auch zu strengeren Maßnahmen greifen würden – eben weil wir unsere Kinder lieben
Wenn wir die beiden oben zitierten Kapitel aufmerksam lesen, dann sehen wir schon, wo das Problem liegt: die falschen Propheten bestärken diejenigen noch in ihrem verkehrten Tun. Das kann nicht von Jehova kommen, denn es widerspricht ihm völlig
In diesem Sinne: es bleibt weiterhin spannend
by Jule with no comments yetWarum es so wichtig ist, die Bibel als Ganzes zu lesen und was das Verständnis dieses Gesamtbildes mit unserem Wachstum im Glauben zu tun hat ?
by Jule with no comments yet