
SAMSONS LETZTES GEBET
Richter 16:29–30
Der Tempel der Philister war voll mit Leuten. Fürsten, Herrscher und Tausende von Zuschauern füllten die Balkone, lachten und feierten. Sie dachten, ihr Gott hätte den Mann besiegt, der einst ihre Armeen in Angst versetzt hatte.
In der Mitte des Tempels stand Samson, der einst mächtige Krieger Israels. Seine Augen waren ausgestochen worden, und seine Hände waren mit Ketten gefesselt. Die Feinde, die ihn einst fürchteten, verspotteten ihn jetzt. Für sie war er nichts weiter als ein gebrochener Mann, der zur Unterhaltung vorgeführt wurde.
Aber was sie nicht verstanden, war, dass Gott mit ihm noch nicht fertig war.
Als Simson zwischen die beiden massiven Säulen geführt wurde, die den Tempel stützten, flüsterte er leise ein Gebet zu Gott. Es war kein langes Gebet. Es war kein kompliziertes Gebet.
Nur ein verzweifelter Schrei:
„Herr Gott, denk an mich. Stärke mich noch ein einziges Mal.“
In diesem Moment kehrte die Kraft Gottes in seinen Körper zurück.
Simson streckte seine Arme aus und legte seine Hände auf die beiden Säulen. Seine Muskeln spannten sich an. Der Boden bebte unter seinen Füßen.
Dann drückte er mit einem letzten Kraftakt.
Die Säulen begannen zu knacken.
Der Stein ächzte. Staub füllte die Luft. Der massive Tempel, der so stark schien, begann einzustürzen.
Das Gelächter der Menge verwandelte sich in Schreie.
Mit einem donnernden Krachen stürzte der gesamte Tempel ein.
In einem letzten Akt des Glaubens und der Aufopferung besiegte Samson in seinem Tod mehr Feinde als während seines ganzen Lebens.
Selbst als Samson gefallen war, benutzte Gott ihn noch für einen mächtigen Zweck.
Denn bei Gott ist Scheitern niemals das letzte Kapitel.
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