
Hast du dich schon mal gefragt, ob es okay ist, Gott um „mehr“ zu bitten? Viele von uns fühlen sich ein bisschen schuldig, wenn wir um Erfolg oder größere Chancen beten. Wir lesen das Gebet von Jabez in 1. Chronik 4,9–10 und fragen uns, ob es ein heiliges Beispiel für Glauben ist oder nur eine clevere Art, um Reichtümer zu bitten. Geht es in diesem Gebet darum, Gott zu vertrauen, oder nur darum, etwas zu bekommen?
Schauen wir uns mal an, was Jabez tatsächlich zu Gott gesagt hat.
Jabez hatte vier ganz konkrete Bitten:
„Oh, dass du mich segnen und mein Gebiet vergrößern würdest!“
„Lass deine Hand mit mir sein“
„und bewahre mich vor Unheil, damit ich frei von Schmerz bin.“
„Und Gott gewährte ihm seine Bitte.“ (1. Chronik 4,10, NIV)
Viele Leute sehen das Wort „Gebiet“ und denken an ein größeres Haus oder ein höheres Gehalt. Sie denken, das sei das „Wohlstandsevangelium“, also die Idee, dass Gott will, dass alle immer reich sind. Aber lass uns mal kurz darüber nachdenken. Warum sollte Gott ein Gebet erhören, wenn es aus Gier kommt?
Die Bibel sagt uns in Jakobus 4,3 (NIV): „Wenn ihr bittet, empfangt ihr nichts, weil ihr aus falschen Motiven bittet, damit ihr das, was ihr bekommt, für eure Vergnügungen ausgeben könnt.“ Da Gott Jabez‘ Bitte gewährte, muss sein Herz am richtigen Fleck gewesen sein.
Jabez strebte kein Leben in Luxus an. Sein Name bedeutet wörtlich „Schmerz“, weil seine Geburt seiner Mutter Kummer bereitet hatte. Er bat Gott, sein Leben zu verändern. Er wollte mehr Einfluss und mehr Raum, um Gutes zu tun, und nicht, um sich zurückzulehnen und zu entspannen. Er wusste auch, dass er das nicht alleine schaffen konnte. Indem er Gott um seine „Hand“ bat, gab er zu, dass er schwach war und jeden Tag Gottes Kraft brauchte.
Es gibt einen großen Unterschied zwischen einem „Rezept für Reichtum“ und einem „Hilferuf“. Das moderne Wohlstandsevangelium lehrt oft, dass man niemals leiden muss, wenn man genug Glauben hat. Aber die Bibel zeigt uns einen anderen Weg.
In 1. Timotheus 6,6 (NIV) heißt es: „Gottesfurcht mit Zufriedenheit ist ein großer Gewinn.“
Matthäus 6,33 (NIV) erinnert uns daran: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere zufallen.”
Jabez suchte nach Gottes Reich. Er wollte vor dem Bösen bewahrt werden, damit er niemandem mehr Leid zufügte. Klingt das nach einem Mann, der sich nur um Geld kümmert? Ganz und gar nicht. Es klingt nach einem Mann, der möchte, dass sein Leben für Gott von Bedeutung ist.
Hier ist also eine Frage an dich: Wenn du Gott bittest, deine Arbeit oder deine Familie zu segnen, tust du das, um anzugeben, oder um anderen besser dienen zu können? Es ist völlig in Ordnung, Gott um Wachstum und Schutz zu bitten. Die Gefahr liegt nicht im Gebet selbst. Die Gefahr besteht darin, dass wir die Gabe mehr lieben als den Geber.
Nutzen wir Gott, um zu bekommen, was wir wollen, oder vertrauen wir darauf, dass Gott uns dorthin führt, wo er uns haben will?
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