
DER GOTT, DER DIE TREUE DIENERIN SIEHT
Genesis 16; 21:8–21
Lass uns mal über das Leben von Hagar nachdenken – eine Frau, deren Geschichte oft mit Schmerz verbunden ist, deren Leben aber auch Gehorsam, Ausdauer und die Treue Gottes zeigt.
Hagar taucht zum ersten Mal in der Bibel in Genesis 16 auf, als ägyptische Dienerin von Sarai, der Frau Abrams. Sie war nicht die Herrin des Hauses. Sie war nicht die Erbin der Verheißung. Sie war eine Dienerin.
Und doch sollte ihr Leben Teil von Gottes Erlösungsgeschichte werden.
Sarai hatte noch kein Kind geboren und in ihrer Ungeduld gab sie Hagar an Abram, damit sie an ihrer Stelle ein Kind gebären konnte. In dieser Kultur war das ein legaler Brauch. Aber nur weil etwas kulturell akzeptiert ist, heißt das nicht, dass es emotional einfach ist.
Hagar hat sich nicht freiwillig gemeldet. Sie hat sich nicht um diese Position beworben. Sie gehorchte.
Sie unterwarf sich dem Befehl ihrer Herrin, obwohl dies ihr Leben für immer veränderte.
Gehorsam ist nicht immer angenehm. Manchmal bringt uns Gehorsam in komplizierte Situationen, die wir nicht verursacht haben. Hagar lehrt uns, dass Treue oft an Orten geprüft wird, die wir uns nicht ausgesucht haben.
Einige von uns haben Aufgaben, um die wir uns nicht beworben haben. Situationen, die wir nicht geplant haben. Doch wie Hagar dienen wir weiter.
Nachdem Hagar schwanger geworden war, kam es zu Spannungen zwischen ihr und Sarai. Die Bibel sagt, dass Sarai hart mit ihr umging. Hagar floh in die Wüste.
Es ist wichtig, Folgendes zu beachten: Hagar lief nicht in Richtung Sünde – sie lief vor dem Leid davon.
Aber in der Wüste passierte etwas Mächtiges.
Der Engel des Herrn begegnete ihr an einer Wasserquelle. Und hier, in einem der zärtlichsten Momente der Heiligen Schrift, spricht Gott direkt zu einer Dienerin.
Er nennt sie beim Namen: „Hagar, Dienerin der Sarai.“
Gott kannte ihre Lage – aber er kannte auch ihre Identität.
Der Engel sagte ihr, sie solle zurückkehren und sich Sarai unterordnen. Das war nicht einfach. Zurückkehren zu Schwierigkeiten ist selten einfach.
Doch Hagar gehorchte erneut.
Sie kehrte zurück.
Gehorsam bedeutet manchmal, Gott so sehr zu vertrauen, dass man zurückkehrt und ausharrt, bis sich sein Zeitplan erfüllt.
In dieser Begegnung in der Wüste gab Hagar Gott einen Namen: El Roi – „Der Gott, der mich sieht“.
Denk mal darüber nach.
Eine Dienerin.
Eine Ausländerin.
Eine Frau ohne soziale Macht.
Und sie ist die einzige Person in der Bibel, von der berichtet wird, dass sie Gott einen Namen gegeben hat.
Sie sagt: „Du bist der Gott, der mich sieht.“
Bevor sie weggeschickt wurde.
Bevor sie in die zweite Wildnis ging.
Bevor sie eine noch größere Prüfung durchstehen musste.
Sie wusste schon etwas, was viele von uns erst noch lernen müssen:
Gott sieht das Unsichtbare.
Wenn du dich in deinem Dienst übersehen fühlst …
Wenn du dich in deinem Gehorsam nicht anerkannt fühlst …
Wenn du das Gefühl hast, nur „die Dienerin“ in der Geschichte eines anderen zu sein …
Gott sieht dich.
Jahre später, in Genesis 21, nachdem Isaak zu Sarah geboren wurde, kam es erneut zu Konflikten. Diesmal wurden Hagar und ihr Sohn Ismael in die Wüste geschickt.
Beachte dies sorgfältig: Sie rebellierte nicht. Sie fluchte nicht. Sie wehrte sich nicht, wie es in der Bibel steht.
Sie ging.
Mit Brot.
Mit einem Wassersack.
Mit ihrem Sohn.
Das ist Gehorsam, der von Trauer umhüllt ist.
Sie ging in die Wüste, nicht weil sie gesündigt hatte, sondern weil sich die Umstände geändert hatten.
Manchmal schützt uns Gehorsam nicht vor Ablehnung. Manchmal führt uns Gehorsam durch Zeiten der Trennung.
Aber selbst in dieser Wüste, als das Wasser ausging und die Hoffnung verloren schien, hörte Gott die Stimme des Jungen.
Derselbe Gott, der sie in der ersten Wüste sah, hörte sie auch in der zweiten.
Die Wüste ist kein Beweis für Gottes Abwesenheit.
Oft ist sie der Ort seiner Offenbarung.
Von Hagar lernen wir:
Gott sagte ihr, dass ihr Sohn ein großes Volk werden würde. Obwohl ihr Weg schmerzhaft war, hatte ihre Zukunft einen Sinn.
Ihr Gehorsam versetzte sie in die Lage, göttliche Begegnungen zu erleben.
Vielleicht fühlst du dich wie Hagar.
Du dienst treu.
Du trägst Verantwortung, die du dir nicht ausgesucht hast.
Du gehst durch eine Zeit der Wildnis.
Hör dir das klar und deutlich an:
Der Gott, der Hagar gesehen hat, sieht dich.
Der Gott, der in der Wüste für einen Brunnen gesorgt hat, wird auch für dich sorgen.
Der Gott, der ihren Sohn beschützt hat, wacht auch über deinen.
Dein Gehorsam ist nicht umsonst.
Auch wenn die Menschen dein Opfer vergessen, wird es im Himmel aufgezeichnet.
Selbst wenn du fortgeschickt wirst, bist du nie außerhalb von Gottes Blickfeld.
Herr, hilf uns, treu zu sein wie Hagar. Wenn Gehorsam schwerfällt, gib uns Kraft. Wenn wir uns unsichtbar fühlen, erinnere uns daran, dass du El Roi bist – der Gott, der sieht. Wenn wir durch Zeiten der Wildnis gehen, öffne unsere Augen für deine Versorgung. Im Namen Jesu, Amen.
(Hinweis: Erstellt mit Unterstützung von ChatGPT)
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