
In Richter 15 gibt’s ’ne echt beeindruckende Szene, die viele Leute schnell überfliegen, aber wenn man sich Zeit nimmt und sie durch das vollendete Werk von Jesus Christus betrachtet, fängt sie an zu leuchten. Samson hatte bei den Philistern schon Angst ausgelöst. Sie wollten ihn gefangen nehmen. Anstatt sich gegen sein eigenes Volk zu wehren, ließ Samson sich fesseln. Die Männer von Juda banden ihn mit Seilen und übergaben ihn dem Feind, um weitere Vergeltungsmaßnahmen gegen sich selbst zu verhindern. Denkt mal darüber nach. Er leistete keinen Widerstand. Er verlangte nicht, verstanden zu werden. Er ließ sich ausliefern, um seinem eigenen Volk größeren Schaden zu ersparen.
Dies ist nicht nur eine Geschichte über rohe Kraft. Es ist ein Schatten. Simson, der Befreier, ließ sich bereitwillig fesseln und ausliefern. Er stand gefesselt da, während der Feind feierte. Es sah nach einer Niederlage aus. Es sah nach Kapitulation aus. Aber die Fesselung war nicht das Ende der Geschichte. Als der Geist des Herrn über ihn kam, fielen die Seile wie verbranntes Flachs von ihm ab. Was sicher schien, konnte ihn nicht halten. Was wie Schwäche aussah, wurde zum Tor zum Sieg. Er besiegte die Unterdrücker und brachte seinem Volk die Freiheit.
Siehst du das Muster? Jesus, der wahre Befreier, wurde auch gefesselt. Er wurde ausgeliefert, nicht weil ihm die Kraft fehlte, sondern weil er sich für die Kapitulation entschied. Er stand schweigend vor seinen Anklägern. Er ließ sich verhaften, schlagen und kreuzigen. Für das natürliche Auge sah es wie eine Niederlage aus. Es sah so aus, als hätte der Feind gewonnen. Aber das Kreuz war keine Niederlage. Es war göttliche Weisheit. Es war Liebe, die sich für die Kapitulation entschied, damit andere frei sein konnten.
Und genau wie Samsons Seile nicht halten konnten, als der Geist sich bewegte, konnte auch das Grab Jesus nicht halten. Der Tod konnte ihn nicht aufhalten. Am dritten Tag brach die Kraft der Auferstehung alle Ketten. Was wie Demütigung aussah, wurde zu Erhöhung. Was wie Schwäche aussah, wurde zu Triumph. Durch das Kreuz und die Auferstehung entwaffnete Christus die Mächte der Finsternis und sicherte seinem Volk ein für alle Mal den Sieg.
Lass das jetzt persönlich auf dich wirken. Wenn du gläubig bist, stehst du nicht auf unsicherem Boden. Deine Freiheit ist nicht zerbrechlich. Dein Sieg ist nicht vorübergehend. Du wartest nicht darauf, dass Gott entscheidet, ob du befreit wirst. In Christus ist die Befreiung bereits vollbracht. Der Feind mag schreien. Die Umstände mögen sich verschärfen. Es mag Momente geben, in denen du dich eingeschränkt, missverstanden oder sogar von Menschen, denen du vertraut hast, im Stich gelassen fühlst. Aber Fesseln sind nicht deine Identität. Sie sind vorübergehend. Die Kraft der Auferstehung ist dein Erbe.
Du kämpfst nicht darum, frei zu werden. Du lernst, aus der Freiheit heraus zu leben. Du strebst nicht danach, den Sieg zu erringen. Du ruhst in einem Sieg, der bereits errungen wurde. Derselbe Geist, der auf Simson herabkam, lebt jetzt durch das vollendete Werk Jesu in dir. Das bedeutet, dass die Kraft, die du brauchst, nicht etwas ist, das du selbst erzeugen musst. Es ist etwas, das du empfängst.
Sei also heute ermutigt. Was sich wie eine Einschränkung anfühlt, ist nicht das letzte Kapitel. Was wie eine Verzögerung aussieht, ist keine Verweigerung. Der Befreier, der für dich gefesselt war, ist in Kraft auferstanden, und sein Leben ist jetzt dein Leben. Steh fest. Ruhe tief aus. Vertraue mutig. Die Geschichte des Gläubigen endet nie in Fesseln. Sie endet in Durchbruch, Freiheit und überwältigendem Sieg in Christus.
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