
DIE JÜNGER: GRUNDLAGEN DER EKKLESIA
TAG 7: MATTHÄUS
Der erlöste Außenseiter und die Architektur des Reiches Gottes
„Und Jesus sah einen Mann namens Matthäus, der am Zoll saß, und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand er auf und folgte ihm.“ (Matthäus 9,9)
Matthäus war der unwahrscheinlichste Jünger, den Jesus auswählte. Er war Zöllner, was bedeutete, dass er für Rom arbeitete. Das hieß, dass er als Verräter angesehen wurde. Das bedeutete, dass er in den Augen der religiösen Welt sozial und spirituell disqualifiziert war.
Trotzdem rief Jesus ihn!
Das allein zeigt eine Wahrheit des Reiches Gottes: Jesus rekrutiert nicht aufgrund des Rufs, sondern ruft aufgrund der Erlösung.
Matthäus‘ Stärke war Struktur, Ordnung, Aufzeichnungen und Details. Als Zöllner verstand Matthäus etwas von Systemen, Rechenschaftspflicht und Verwaltung – was andere verachteten, nutzte Jesus für seine Zwecke. Matthäus hörte nicht auf, der zu sein, der er war, er wurde erlöst und neu ausgerichtet.
Was die meisten Menschen übersehen, ist Folgendes:
Matthäus übte neben seiner Berufung zum Apostel eindeutig noch eine weitere fünffache Funktion aus.
Matthäus verfügte über eine ausgeprägte Begabung für Lehre und Verwaltung, sein Evangelium ist das strukturierteste, am besten organisierte und methodischste.
Matthäus gruppiert Lehren, verfolgt Themen und verbindet alttestamentliche Prophezeiungen mit ihrer Erfüllung im Neuen Testament. Das ist kein Zufall, sondern eine Gabe.
Matthäus zeigt uns, dass es beim Lehramt nicht nur um Inspiration geht, sondern um Klarheit, Kontinuität und Treue gegenüber dem gesamten Ratschluss Gottes.
Matthäus‘ Schwäche war seine Vergangenheit, er trug das Stigma dessen, was er gewesen war. Aber Jesus hat ihn nie gebeten, sich zu erklären. Er sagte einfach: „Folge mir nach”, und Matthäus tat etwas Beeindruckendes: Er gab ein Festmahl. Er brachte Sünder, Außenseiter und ausgestoßene Menschen in die Gegenwart Jesu.
Matthäus steht für diejenigen, die wissen, wie es ist, ausgeschlossen zu sein, und deshalb Platz für andere schaffen. Die religiösen Führer beschwerten sich, Jesus freute sich.
Matthäus lehrt die Ekklesia, dass Struktur nicht im Widerspruch zur Gnade steht, dass Ordnung den Geist nicht behindert und dass Systeme der Erweckung dienen können, wenn sie sich Christus unterwerfen. Die Kirche trennt oft Verwaltung und Salbung, das Reich Gottes vereint sie.
In dieser Stunde erheben sich Matthäus-Figuren!
Erlöst. Organisiert. Nachdenklich. Treu, aber oft missverstanden.
Wenn du so bist, verachte deine Gabe für Ordnung nicht, denn Gott nutzt Struktur, um das zu erhalten, was der Geist hervorbringt.
Was Jesus erlöst, gibt er auch eine neue Bestimmung!
Pastor Scott
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