
DIE TRÄNEN EINER SÜNDERIN, DIE GNADE EINES RETTERS
LUKAS 7:36–50
In Lukas Kapitel 7 begegnen wir einer Frau, die nicht durch ihren Namen, sondern durch ihre Vergangenheit bekannt ist. Sie betritt das Haus eines Pharisäers, wo Jesus sitzt, und trägt ein Alabastergefäß mit Parfüm bei sich. Sie spricht nicht. Sie kniet nieder. Ihre Tränen fallen auf die Füße Jesu, und voller Demut wischt sie sie mit ihren Haaren ab und gießt das Parfüm aus.
Dieser Moment lehrt uns eine wichtige Wahrheit: Vergebung geht der Verwandlung voraus. Die Frau hat sich nicht gereinigt, bevor sie zu Jesus kam – sie kam, weil sie Barmherzigkeit brauchte. Während die religiösen Führer sich auf ihre Sünde konzentrierten, konzentrierte sich Jesus auf ihren Glauben.
Jesus erklärt, dass diejenigen, die verstehen, wie viel ihnen vergeben wurde, tief lieben werden. Ihre Handlungen waren kein Versuch, sich Vergebung zu verdienen; sie waren ein Beweis dafür, dass die Vergebung bereits ihr Herz berührt hatte. Wo zuvor Verurteilung herrschte, übernahm nun Gnade die Oberhand.
Lukas 7 erinnert uns daran, dass Gottes Gnade nicht den Vollkommenen vorbehalten ist, sondern den Reumütigen zuteilwird. Wenn wir ehrlich zu Jesus kommen, unabhängig von unserer Vergangenheit, schenkt er uns Frieden statt Scham und Freiheit statt Verurteilung.
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Nur wenige Passagen wurden häufiger falsch interpretiert als die Geschichte von der Frau, die Jesu Füße salbte. Diese Erzählung wurde oft herangezogen, um zu suggerieren, dass tiefe Liebe Vergebung verdient. Jesus lehrt jedoch genau das Gegenteil. Liebe erkauft keine Gnade. Liebe entsteht, wenn man an Gnade glaubt. In dem Moment, in dem wir diese Reihenfolge umkehren, verwandeln wir Anbetung in eine Darbietung und Zuneigung in eine Währung. Jesus widerlegt diese Denkweise in dieser Begegnung vollständig.
Lukas berichtet uns, dass Jesus in das Haus eines Pharisäers namens Simon eingeladen wurde (Lukas 7,36, ESV). Dies ist ein religiöser Rahmen, kontrolliert, gemessen und aufmerksam. Während Jesus am Tisch liegt, betritt eine Frau, die in der Stadt als Sünderin bekannt ist, den Raum (Lukas 7,37, ESV). Sie bringt ein Alabasterfläschchen mit Salböl, stellt sich hinter Jesus und beginnt zu weinen. Ihre Tränen fallen auf seine Füße. Sie wischt sie mit ihren Haaren ab, küsst seine Füße und salbt sie mit Öl (Lukas 7,38, ESV). Das ist extravagant, verletzlich und sozial gefährlich. Doch Jesus lässt es zu.
Simon interpretiert diesen Moment sofort aus einer leistungsorientierten Perspektive. Er argumentiert mit sich selbst, dass Jesus, wenn er wirklich ein Prophet wäre, wissen würde, was für eine Frau das ist, und ihr nicht erlauben würde, ihn zu berühren (Lukas 7,39, ESV). Simon glaubt, dass sich die Heiligkeit von Sündern zurückzieht. Jesus offenbart, dass die Heiligkeit auf sie zugeht. Gnade wird nicht durch Sünde verunreinigt. Sünde wird durch Gnade ungeschehen gemacht.
Jesus antwortet auf Simons Gedanken mit einem Gleichnis. Er spricht von zwei Schuldnern, von denen einer viel und der andere wenig schuldete. Als keiner von beiden zahlen konnte, erließ der Gläubiger beiden ihre Schulden (Lukas 7,41–42, ESV). Dann fragt Jesus, welcher Schuldner mehr lieben wird. Simon antwortet richtig: „Ich nehme an, der, dem er mehr erlassen hat“ (Lukas 7,43, ESV). Das ist der Schlüssel. Liebe erlässt keine Schulden. Erlassene Schulden erzeugen Liebe.
Jesus wendet sich dann der Frau zu und stellt ihr Verhalten Simons mangelnder Gastfreundschaft gegenüber. Simon gab Jesus kein Wasser für seine Füße. Sie wusch sie mit Tränen. Simon begrüßte Jesus nicht mit einem Kuss. Sie hörte nicht auf, seine Füße zu küssen. Simon salbte sein Haupt nicht mit Öl. Sie salbte seine Füße mit Salböl (Lukas 7,44–46, ESV). Der Unterschied liegt nicht in der Anstrengung. Es ist eine Offenbarung. Der eine glaubt, dass ihm Gnade zusteht. Die andere weiß, dass sie sie empfangen hat.
Dann macht Jesus eine Aussage, die oft missverstanden wird: „Ihre vielen Sünden sind ihr vergeben, denn sie hat viel geliebt“ (Lukas 7,47, ESV). Aber Jesus verdeutlicht sofort die Bedeutung: „Wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.“ Das Wort „in“ in diesem Vers weist auf das Ergebnis hin, nicht auf die Ursache. Ihre Liebe ist nicht der Grund, warum ihr vergeben wird. Ihre Liebe ist der Beweis dafür, dass die Vergebung bereits in ihrem Herzen Wurzeln geschlagen hat.
Dann spricht Jesus direkt zu der Frau: „Deine Sünden sind dir vergeben“ (Lukas 7,48, ESV). Dies ist keine Antwort auf ihre Anbetung. Es ist eine Erklärung der Gnade. Die anderen Gäste sind beunruhigt und fragen: „Wer ist dieser, dass er sogar Sünden vergibt?“ (Lukas 7,49, ESV). Das ist der Punkt. Herrschaft offenbart sich durch Barmherzigkeit, nicht durch moralische Kontrolle.
Jesus schließt mit Worten, die die gesamte Begegnung in Gnade verankern. „Dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden“ (Lukas 7,50, ESV). Ihr Glaube lag nicht in ihren Tränen. Er lag nicht in ihrer Hingabe. Er lag in der Bereitschaft Jesu, zu vergeben. Frieden folgt auf Gnade, nicht auf Anstrengung.
Dieser Moment weist direkt auf das vollendete Werk Christi hin. Am Kreuz wurde Vergebung nicht von Liebe, Trauer oder Leistung abhängig gemacht. Die Schrift sagt uns, dass Jesus ein einziges Opfer für die Sünden aller Zeiten dargebracht hat (Hebräer 10,12, ESV). Die Vergebung ist vollständig. Die Anbetung fließt nun frei. Wir lieben Gott nicht, um Vergebung zu erlangen. Wir lieben Gott, weil die Vergebung bereits gesichert ist.
Sie hat sich nicht durch Anbetung die Gnade erworben.
Sie betete an, weil die Gnade sie bereits gefunden hatte.
So offenbart sich Jesus als Herr.
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
by Jule with 1 comment
Lots Frau taucht in der Heiligen Schrift nur für einen kurzen Moment auf.
Es gibt keine Aufzeichnungen über ihre Worte.
Keine lange Geschichte.
Keine Erklärung.
Nur eine Handlung.
„Sie blickte zurück.“ (Genesis 19:26)
Die meisten Menschen nehmen an, dass sie sich umdrehte, weil sie die Stadt liebte. Dass sie Sodom vermisste. Dass sie sich nach dem Leben sehnte, das sie hinter sich ließ.
Aber die Heilige Schrift sagt das nie.
Sie sagt uns nur, dass sie zurückblickte.
Und dieses Detail ist wichtig.
Der Befehl war klar.
„Schau nicht zurück. Halte nicht an.“
Denn es ging nicht um Geografie.
Es ging um die Richtung.
Zurückzuschauen war keine Nostalgie.
Es war Zögern.
Es offenbarte ein geteiltes Herz.
Lots Frau verließ Sodom physisch, aber innerlich hatte sie noch nicht vollständig losgelassen. Ihr Körper bewegte sich vorwärts, aber ihr Herz war immer noch an das gebunden, was Gott bereits gerichtet hatte.
Das ist die stille Warnung in ihrer Geschichte.
Das Gericht hielt sie nicht auf.
Das Feuer hielt sie nicht auf.
Die Dringlichkeit hielt sie nicht auf.
Ihre Bindung tat es.
Sie drehte sich nicht um und rannte nicht weg.
Sie hielt lange genug inne, um zurückzuschauen.
Und das reichte aus.
Jesus erwähnt sie später mit einem einzigen Satz:
„Denkt an Lots Frau.“ (Lukas 17,32)
Das ist bemerkenswert.
Jesus sagte nicht: „Denkt an Sodom.“
Er sagte: „Denkt an Lots Frau.“
Warum?
Weil es in ihrer Geschichte nicht um böse Städte geht.
Es geht um unvollendete Hingabe.
Lots Frau steht für eine Gefahr, an die viele Gläubige nie denken.
Die Sünde hinter sich zu lassen, ohne die Anhaftung loszulassen.
Äußerlich zu gehorchen, während man innerlich sehnt.
Vorwärts zu gehen, während man heimlich trauert um das, was Gott weggenommen hat.
Das macht ihre Geschichte so unangenehm.
Sie rebellierte nicht offen.
Sie gehorchte … teilweise.
Und teilweiser Gehorsam, gepaart mit anhaltender Bindung, kann das Herz dennoch verhärten.
Hier liegt eine tiefere Wahrheit.
Gottes Befreiung erfordert Orientierung, nicht nur Bewegung. Bei der Erlösung geht es nicht nur darum, dem zu entkommen, was dich zerstört hat. Es geht darum, es vollständig loszulassen.
Lots Frau starb nicht, weil sie langsam war.
Sie starb, weil sie hin- und hergerissen war.
Hin- und hergerissen zwischen dem, wovor Gott sie rettete, und dem, woran sie noch festhalten wollte.
Für uns Gläubige heute konfrontiert uns diese Geschichte stillschweigend.
Worauf blicken wir noch zurück?
Wovon hat Gott uns eindeutig befreit, aber unser Herz kehrt immer noch dorthin zurück?
Welcher Komfort, welche Identität oder welche Zeit aus der Vergangenheit konkurriert noch immer mit dem Gehorsam?
Hier geht es nicht um Scham.
Es geht um Klarheit.
Gott verlangt nicht von uns, die Vergangenheit zu vergessen.
Er verlangt von uns, nicht mit dem Blick darauf zu leben.
Denn man kann sich nicht auf das Leben zubewegen, wenn man auf das starrt, was Gott bereits gerichtet hat.
Aber hier ist die Ermutigung.
Bewusstsein ist Gnade.
Wenn dies Unbehagen hervorruft, bedeutet das, dass Gott zu tieferer Freiheit einlädt. Er versucht nicht, dir die Freude zu nehmen. Er versucht, dich davor zu bewahren, zwischen zwei Welten festzustecken.
Die Warnung Jesu ist sanft, aber bestimmt.
Lebe nicht halbherzig.
Der Glaube erfordert volle Ausrichtung.
Volle Hingabe.
Volles Vertrauen darauf, dass das, wohin Gott dich führt, besser ist als das, was er dich zurücklassen lässt.
Verlasse nicht nur die Stadt.
Löse dich von deiner Bindung.
Denn die Zukunft, die Gott vorbereitet, kann nicht betreten werden, solange dein Herz zurückblickt. 🙏🏼
@topfans
Credits an: #saltandshutter Salt And Shutter
by Jule with 1 comment