
Auf seinem Sterbebett verkündete Jakob prophetisch, dass der Sohn Gottes vollkommen göttlich ist. Er begann mit diesem bemerkenswerten Segen für seine Enkel:
„Der Gott, vor dem meine Väter Abraham und Isaak gewandelt sind, der Gott, der mein Hirte gewesen ist mein Leben lang bis auf den heutigen Tag, der Bote (מַלְאָךְ), der mich von allem Bösen erlöst hat – segne die Jungen“ (Gen 48,15–16).
Zwei Merkmale von Jakobs Worten verdienen besondere Aufmerksamkeit.
Das erste ist die bewusste Parallelität: „der Gott … der Gott … der Bote“. Das hebräische Wort malak, oft mit „Engel“ übersetzt, bedeutet einfach „Bote“. In Genesis 48 handelt es sich nicht um einen geschaffenen Engel. So wie sich der erste und der zweite Satz eindeutig auf dasselbe göttliche Subjekt beziehen, so tut dies auch der dritte.
Der Bote, der Jakob von allem Bösen erlöst hat, ist Gott – derselbe Gott, vor dem die Patriarchen wandelten und der Jakob sein ganzes Leben lang begleitet hat.
Das zweite Merkmal ist grammatikalischer Natur und in der englischen Übersetzung weitgehend unsichtbar. Im Hebräischen erfordern Plural-Subjekte normalerweise Plural-Verben. Nach der Aufzählung „der Gott … der Gott … der Bote“ würde man erwarten, dass das Verb „segnen“ im Plural erscheint. Das ist jedoch nicht der Fall. Das Verb steht im Singular.
Die hebräische Grammatik verlangt daher, dass diese drei – der Gott … der Gott … der Bote – als ein einziges Subjekt verstanden werden.
Wer ist dann dieser Bote, der auch Gott ist? Er ist derjenige, der Hagar erschien und ausdrücklich als Gott bezeichnet wird (Gen 16). Er ist derjenige, der Mose im brennenden Dornbusch erschien und sich sowohl als Gott als auch als Jahwe zu erkennen gab (Ex 3). Er ist der Bote, der den göttlichen Namen in sich trägt (Ex 23,20–21).
Dieser Bote ist kein geschaffener Engel. Er ist der Sohn des Vaters, gesandt, um Hagar zu segnen, Jakob zu erlösen und zu führen und Mose Gott zu offenbaren. Wie Jesaja später verkünden würde, ist er der „mächtige Gott” (Jes 9,6). Wie Thomas später bekennen würde: „Mein Herr und mein Gott!”
Bereits in Genesis wird die volle Göttlichkeit des Sohnes offenbart.
by Jule with 1 comment