
Der Tod von Josef
🌿Die Bibel erzählt nicht, wie Josef, der irdische Vater von Jesus, gestorben ist, aber dass er später in der Bibel nicht mehr auftaucht, ist ein leises, aber starkes Zeichen.
Joseph ist bei der Geburt und Kindheit Jesu dabei – er beschützt Maria, flieht nach Ägypten und zieht Jesus in Gehorsam und Glauben auf. Das letzte Mal, dass Joseph erwähnt wird, ist, als Jesus 12 Jahre alt ist (Lukas 2,41–52). Danach wird Joseph nie wieder erwähnt.
Als Jesus sein Wirken beginnt, ist Joseph nicht mehr am Leben. Am Kreuz vertraut Jesus seine Mutter Maria dem Apostel Johannes an (Johannes 19,26–27), was normalerweise ein lebender Ehemann oder Vater tun würde. Dies deutet stark darauf hin, dass Joseph bereits verstorben war.
Bedeutung und Lehre 💙
Joseph starb wahrscheinlich still, treu und ohne Anerkennung – doch sein Gehorsam prägte den Erlöser der Welt. Jesus wusste, was Verlust, Verantwortung und menschliche Trauer bedeuten. Er versteht unseren Schmerz, weil er ihn selbst erlebt hat.
Josephs Leben erinnert uns daran:
Treue braucht keinen Ruhm.
Gehorsam ist wichtig, auch wenn die Geschichte darüber schweigt.
Gott erinnert sich an das, was in der Schrift nicht aufgezeichnet ist.
📖 Lukas 2,52 | Johannes 19,26–27

Als Jesus von der armen Witwe erzählte, die ihre zwei kleinen Münzen gab, wollte er nicht über Fundraising oder Großzügigkeit reden.
Die Szene ist ruhiger und ernster als das.
Sie spielt gegen Ende seines öffentlichen Wirkens,
in einer Zeit, in der seine Worte schärfer
und seine Warnungen direkter wurden.
Die Erzählung steht in Markus 12,41-44,
mit Parallelen im Lukasevangelium 21,1-4.
Jesus sitzt gegenüber der Tempelkasse
und beobachtet, wie die Leute ihre Opfergaben
in die Behälter werfen.
Viele geben große Summen.
Ihre Gaben sind sichtbar,
hörbar, beeindruckend.
Dann kommt eine arme Witwe und wirft
zwei kleine Kupfermünzen hinein, die zusammen fast nichts wert sind.
Jesus ruft seine Jünger zu sich.
Er will, dass dieser Moment wahrgenommen,
interpretiert und in Erinnerung behalten wird.
Auf den ersten Blick scheint der Kontrast einfach zu sein:
große Gaben gegenüber kleinen Gaben, reich gegenüber arm.
Aber Jesus lobt die Witwe nicht
nur, weil sie opferbereit ist.
Er erklärt, warum ihre Gabe anders ist:
„Alle haben aus ihrem Überfluss gegeben,
aber sie hat aus ihrer Armut alles gegeben,
was sie hatte, ihren ganzen Lebensunterhalt.“
Es ging nicht um die Höhe des Betrags.
Es ging darum, was ihre Gabe darstellt.
Diese Frau gab nicht aus Überfluss.
Sie gab aus Abhängigkeit.
Als sie ihre letzten Münzen in den Opferkasten warf,
zeigte sie nicht nur Tugend,
sondern auch ihre Verletzlichkeit.
Sie hatte keine Rücklagen. Keine Reserven.
Kein Sicherheitsnetz. Ihre Gabe war
im wahrsten Sinne des Wortes ihr Lebensunterhalt.
Was die Bedeutung dieser Szene
noch verstärkte, war ihr unmittelbarer Kontext.
Kurz zuvor
warnte Jesus vor den Schriftgelehrten,
den religiösen Führern, die „die Häuser der Witwen verschlingen“
und sich gleichzeitig als gerecht darstellen (Markus 12,40).
Die Witwe wurde nicht als Vorbild
für ein gesundes religiöses System dargestellt.
Sie war ein Opfer innerhalb eines kaputten Systems.
Jesus lobte nicht das System,
das sie in diese Lage gebracht hatte.
Er machte auf ihre Treue innerhalb dieses Systems aufmerksam.
In diesem Sinne geht es in dieser Geschichte
nicht in erster Linie um Großzügigkeit.
Es geht vielmehr um Vertrauen.
Die Witwe vertraut ihr ganzes Leben
Gott an, ohne eine sichtbare Gewissheit zu haben,
dass sie morgen versorgt sein wird.
Ihre Handlung verkörpert stillschweigend, was Jesus
die ganze Zeit gelehrt hat:
Suche zuerst das Reich Gottes,
sei nicht besorgt und
vertraue dich dem Vater an.
Beunruhigend ist hier auch,
dass Jesus sie nicht aufgehalten hat.
Er hat nicht eingegriffen.
Er hat beobachtet.
Und kurz darauf hat er den Tempel verlassen
und dessen bevorstehende Zerstörung angekündigt.
Das Gebäude, das
ihre letzten Münzen erhalten hat, wird nicht bestehen bleiben.
Dies bereitet den Leser
auf das vor, was im Evangelium als Nächstes kommt.
Jesus selbst wird bald alles geben,
nicht nur Münzen, sondern seinen Körper und sein Leben.
Wie die Witwe wird er nichts zurückhalten.
Aber im Gegensatz zur Witwe wird er sich selbst geben,
bewusst und absichtlich, für andere.
Die Gabe der Witwe weist über sich selbst hinaus.
Sie deutet auf eine größere Gabe hin,
die nicht aus Überfluss kommt,
sondern aus der völligen Hingabe an Gottes Willen.
Als Jesus also von dieser Frau sprach,
lehrte er uns nicht nur, wie viel wir geben sollen.
Er zeigte uns, wie Glaube aussieht,
wenn man sich auf nichts anderes als Gott selbst verlassen kann.
Das lässt uns mit einer stilleren Frage zurück:
Geben wir Gott das, was wir entbehren können,
mehr als nur unsere Finanzen,
sondern auch unsere Zeit, unsere Kraft,
die Entscheidungen und Wahlmöglichkeiten, die wir treffen,
vertrauen wir ihm jemals alles an,
worauf wir tatsächlich angewiesen sind?

Er trug das Kreuz… aber er wusste nicht, dass er Teil des Schicksals war.
📖 Schlüsselvers: Lukas 23,26
„Als die Soldaten ihn wegführten, schnappten sie sich Simon von Cyrene, der gerade vom Land kam, legten ihm das Kreuz auf und zwangen ihn, es hinter Jesus herzutragen.“
Simon von Cyrene wachte an diesem Morgen auf wie an jedem anderen Tag. Keine Pläne. Keine Vorwarnung. Keine Ahnung, dass die Geschichte seinen Namen rufen würde.
Er war kein Jünger.
Er war nicht berühmt.
Er hatte sich nicht freiwillig gemeldet.
Er wurde in einem Augenblick ausgewählt.
Als Jesus unter der Last des Kreuzes kämpfte – geschlagen, blutend, erschöpft – packten römische Soldaten Simon aus der Menge und zwangen ihn, es zu tragen. Was wie eine Unannehmlichkeit aussah, war in Wirklichkeit eine Einladung zu Gottes größter Geschichte der Erlösung.
Simon dachte, er würde Holz tragen.
Aber er trug ein Symbol der Erlösung.
Er ging hinter Jesus her – Schritt für Schritt – in Richtung Golgatha. Dieser Weg veränderte alles. Seine kurze Tat des Gehorsams verschaffte ihm einen Platz für immer in der Heiligen Schrift.
🔥 DIE BOTSCHAFT:
Manchmal geraten wir in schwierige Situationen, um die wir nicht gebeten haben. Unerwartete Verantwortlichkeiten. Schwere Lasten. Unterbrechungen unserer Pläne.
Aber was, wenn diese „Last” eigentlich ein Sinn ist?
Was wäre, wenn diese Anstrengung dich näher zu Jesus bringt?
Was wäre, wenn das Kreuz, das du heute trägst, ewige Auswirkungen hat?
Simon hielt keine Predigt.
Er vollbrachte kein Wunder.
Er trug einfach das, was ihm auferlegt wurde – und folgte Jesus.
Und das war genug.
💭 Heute beobachtet jemand, wie du dein Kreuz trägst. Dein Gehorsam in schwierigen Zeiten sagt mehr als tausend Worte.
Deine Last könnte genau der Ort sein, an dem Gott dein Vermächtnis schreibt.
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Lukas 15:20-24 Dann stand er auf und ging zu seinem Vater. Aber als er noch weit weg war, sah ihn sein Vater schon und hatte Mitleid mit ihm. Er rannte ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
Lukas 15:22-24 Aber der Vater sagte zu seinem Diener: Bring das beste Gewand und zieh es ihm an, denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist wiedergefunden worden.
Jeremia 3:12 Kehre um, du abtrünniges Israel, spricht der Herr, und ich werde meinen Zorn nicht über dich kommen lassen, denn ich bin barmherzig.
Jeremia 3,14: Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, sagt der Herr, denn ich bin mit euch verheiratet.
Jesaja 1,18: Auch wenn eure Sünden scharlachrot sind, sollen sie weiß wie Schnee werden.
Gerade jetzt ertönt ein lauter Ruf über die ganze Erde. Ein klarer, durchdringender Trompetenton vom Himmel, nicht zuerst als Gericht, sondern als Rückkehr. In diesen letzten Tagen steht der Vater nicht mit verschränkten Armen da, sondern am Straßenrand und schaut zum Horizont. Er ruft die verlorenen Söhne, die einst sein Haus kannten, die einst an seinem Tisch saßen, die einst eng mit ihm verbunden waren, aber unter der Last der Scham, Enttäuschung oder Müdigkeit abgeirrt sind. Und hört dies deutlich, meine Lieben: Der Vater hat sich nicht von den Abtrünnigen getrennt … er hat den Bund nicht aufgehoben. Er sagt klar und deutlich: Kehrt zurück, ich bin mit euch verheiratet. Der Weg nach Hause wird nicht von Verurteilung bewacht, sondern von Mitgefühl gesäumt. Der verlorene Sohn kam nicht gereinigt an, er kam reumütig, und der Vater hat ihn wiederhergestellt. Das Gewand war bereits vorbereitet, die Umarmung kam vor der Erklärung, der Kuss kam, bevor das Geständnis beendet war. Das ist das Herz Gottes in diesen letzten Tagen. Ja, die Stunde ist spät, ja, die Dunkelheit nimmt zu, aber die Barmherzigkeit läuft schneller denn je.
Wenn sich jemand weit entfernt, vergessen oder unwürdig fühlt, verkündet dieses Bild die Wahrheit: Du wirst gesehen, während du noch weit entfernt bist. Der Vater verlangt keine Vollkommenheit, er verlangt die Rückkehr, und wenn seine verlorenen Söhne ihr Gesicht nach Hause wenden, schimpft der Himmel nicht, der Himmel feiert. Kehre zu mir zurück, sagt der Herr, denn ich habe nie aufgehört, dich zu lieben.
Mögen wir auf den liebevollen Ruf des Vaters hören. Die Stunde ist spät.
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🐑 DAS VERLORENE SCHAF – DU BIST NIE ZU WEIT VON GOTT ENTFERNT (Lukas 15,1–7)
Manchmal denken wir, dass Gott sich nur um die Menge kümmert, um die Starken, um die „Guten“, die scheinbar alles im Griff haben. Aber Jesus erzählt eine andere Geschichte. Eine kraftvolle, persönliche Geschichte.
Er erzählt von einem Hirten mit 100 Schafen. Eines verirrt sich. Nur eines. Und anstatt zu sagen: „Wenigstens habe ich noch 99”, lässt der Hirte die neunundneunzig auf der Weide zurück und macht sich auf die Suche nach dem einen verlorenen Schaf – bis er es findet. Nicht, um es zu bestrafen. Nicht, um es zu belehren. Sondern um es voller Freude auf seine Schultern zu heben.
Dieses Schaf sind wir.
Verloren in Fehlern.
Verloren in Angst.
Verloren in Sünde.
Verloren in Verwirrung.
Und trotzdem … kommt er, um zu suchen.
Gott wartet nicht darauf, dass du den perfekten Weg zurückfindest. Er sucht. Er verfolgt. Er rettet. Und wenn er dich findet, feiert der Himmel. Du bist für Gott keine Nummer – du bist tief bekannt, tief geschätzt und die Reise wert.
📖 „Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eines davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und sucht das verlorene Schaf, bis er es findet?“ – Lukas 15,4
Egal, wie weit du dich entfernt fühlst, du bist niemals außerhalb seiner Reichweite. Der Hirte sucht immer noch. Und seine Arme sind immer noch offen.
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Als die Soldaten kommen, um Jesus im Garten zu verhaften, reagiert Petrus sofort. Er zieht sein Schwert und schlägt zu. Er zögert nicht. Er betet nicht. Er fragt Jesus nicht, was er tun soll. Er schlägt zu.
Und er schlägt nicht mal gut zu.
Petrus schneidet dem Diener des Hohenpriesters das Ohr ab.
Dieses Detail ist wichtig.
Petrus zielt auf den Kopf und verfehlt sein Ziel. Sein Eifer ist echt, aber unausgereift. Sein Mut ist aufrichtig, aber fehl am Platz. Er versucht, Jesus mit menschlicher Kraft zu beschützen, in einem Moment, der göttliche Hingabe erfordert.
Das ist die Spannung, in der viele Gläubige leben.
Sie lieben Jesus.
Sie wollen die Wahrheit verteidigen.
Sie wollen standhaft bleiben.
Aber sie schwingen das Schwert in Momenten, in denen Jesus sich für das Kreuz entscheidet.
Jesus greift sofort ein.
„Steck dein Schwert wieder in die Scheide.“
Das allein wäre schon Korrektur genug gewesen. Aber Jesus tut noch mehr.
Lukas erzählt uns etwas Erstaunliches.
Jesus berührt das Ohr des Mannes und heilt ihn.
Lass das auf dich wirken.
Jesus heilt den Feind, der von seinem Jünger verwundet wurde.
Mitten in seiner Verhaftung.
Mitten im Verrat.
Mitten in der Ungerechtigkeit.
Auf dem Weg zum Kreuz.
Jesus ignoriert den Schaden, den Petrus angerichtet hat, nicht.
Er macht ihn wieder gut.
Und er tut das öffentlich.
Das ist Gnade, die in Echtzeit sichtbar wird.
Jesus beschämt Petrus nicht.
Er hält ihm keine Predigt.
Er widerruft nicht seine Berufung.
Er weist ihn zurecht, ja. Aber er deckt auch die Folgen von Petrus‘ Fehler.
Dieser Moment zeigt etwas Wichtiges über das Herz Gottes.
Jesus fühlt sich durch deine Unreife nicht bedroht.
Er ist nicht schockiert über deine Impulsivität.
Er ist nicht am Boden zerstört durch deine falschen Reaktionen.
Petrus‘ Handeln hat das Reich Gottes nicht vorangebracht.
Aber es hat ihn auch nicht disqualifiziert.
Und schau dir an, wen Jesus heilt.
Malchus hat nicht um Gnade gebeten.
Er war nicht reumütig.
Er suchte Jesus nicht.
Er war an der Verhaftung beteiligt.
Dennoch heilt Jesus ihn trotzdem.
Das offenbart etwas Tiefgründiges.
Gnade ist nicht reaktiv.
Gnade ist proaktiv.
Jesus heilt den Mann nicht, weil Malchus es verdient hätte, sondern weil Jesus so ist, selbst unter Druck.
Und hier liegt die tiefere Ebene.
Petrus dachte, das Reich Gottes würde durch Gewalt kommen.
Jesus wusste, dass es durch Hingabe kommen würde.
Petrus wollte gegen Rom kämpfen.
Jesus kam, um die Sünde zu besiegen.
Also hält Jesus das Schwert des Petrus zurück, weil das Kreuz keine Schwäche ist. Es ist eine Strategie.
Diese Geschichte heilt einen modernen Schmerz, den viele Gläubige mit sich herumtragen, aber nicht benennen können.
„Ich meinte es gut, aber ich habe es noch schlimmer gemacht.“
„Ich habe die Wahrheit auf die falsche Weise verteidigt.“
„Ich habe Menschen verletzt, während ich versucht habe, ihnen zu helfen.“
In Lukas 22 steht, dass Jesus mit dir noch nicht fertig ist.
Jesus korrigiert die Handlung von Petrus, aber er vertraut weiterhin auf das Herz von Petrus. Derselbe Petrus, der das Schwert schwang, wird später bereitwillig seine Hände für Christus ausstrecken. Aber diese Verwandlung kommt nicht durch Verurteilung. Sie kommt durch Nähe, Geduld und Gnade.
Und verpass das nicht.
Jesus heilt das Ohr, das Gewalt gehört hat, damit Malchus später das Evangelium hören kann.
Das ist Gnade, die über den Moment hinausdenkt.
Das zeigt uns das vollendete Werk Jesu.
Selbst wenn wir aus Angst handeln.
Selbst wenn wir reagieren, anstatt zuzuhören.
Selbst wenn unser Eifer verletzt, anstatt zu heilen.
Jesus greift ein und stellt wieder her, was beschädigt wurde.
Er lässt uns in unserer Unreife nicht im Stich.
Er begleitet uns dabei.
Das Schwert des Petrus hat das Kreuz nicht aufgehalten.
Und der Fehler des Petrus hat seine Berufung nicht aufgehalten.
Gnade entschuldigt kein falsches Handeln.
Sie übertrifft es durch Wiederherstellung.
Und genau das ist Jesus.
– Brian Romero
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Petrus‘ Versagen war nicht privat.
Es war laut.
Es war öffentlich.
Und es war vielschichtig.
Er hat Jesus nicht nur einmal verleugnet. Er hat ihn dreimal verleugnet. Immer wieder. Jedes Mal heftiger. Bei der dritten Verleugnung ist Petrus nicht verwirrt oder unter Druck. Er ist entschlossen. Die Bibel sagt, dass er sich selbst verfluchte und schwor, dass er Jesus nicht kenne. Und dann krähte der Hahn.
Das Lukasevangelium erzählt uns etwas, was Johannes nicht erwähnt. In dem Moment, als der Hahn krähte, drehte sich Jesus um und sah Petrus an. Nicht aus der Ferne. Nicht später in Gedanken. Im Moment der Verleugnung trafen sich ihre Blicke. Petrus brauchte keine Predigt. Er brauchte keine Zurechtweisung. Er wusste genau, was er getan hatte. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
Dieses Detail ist wichtig, denn Petrus‘ Trauer war nicht oberflächlich. Er war nicht gleichgültig. Er war am Boden zerstört. Das bedeutet, dass Petrus, als wir zu Johannes 21 kommen, keine beiläufige Schuld mit sich herumträgt. Er trägt ein Versagen mit sich, das seine Identität erschüttert.
Nach der Auferstehung strebt Petrus nicht nach einer Führungsrolle. Er versucht nicht, sich wieder einzubringen. Er kehrt zum Fischen zurück.
Das ist wichtig.
Fischen war für Petrus kein Hobby. Es war sein früheres Leben. Zurück zum Fischen zu gehen, war keine Entspannung. Es war ein Rückzug. Petrus sagte damit ohne Worte: „Diese Version von mir ist vorbei.“ Das Versagen hat ihn nicht nur beschämt. Es hat seine Zukunft in seinem Kopf neu geschrieben.
Dort begegnet ihm Jesus.
Nicht in einer Synagoge.
Nicht in einem privaten Beratungsgespräch.
Nicht in einer ruhigen Ecke.
Jesus trifft Petrus öffentlich, an einem Holzkohlefeuer.
Dieses Detail ist absichtlich gewählt. Das einzige andere Mal, dass ein Holzkohlefeuer in den Evangelien vorkommt, ist während der Verleugnung des Petrus. Jesus stellt die Situation wieder her, aber nicht, um Petrus erneut zu traumatisieren. Er stellt sie wieder her, um ihre Bedeutung neu zu schreiben.
Jesus sagt nicht: „Petrus, warum hast du mich verleugnet?“
Jesus sagt nicht: „Erkläre dich.“
Jesus verlangt keine Entschuldigung.
Stattdessen stellt er eine Frage.
„Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“
Hier tut die Gnade etwas, was die Religion niemals tun würde.
Jesus stellt Petrus nicht wieder her, indem er seine Sünde erneut anspricht.
Jesus stellt Petrus wieder her, indem er ihm erneut Verantwortung überträgt.
Dreimal hat Petrus Jesus verleugnet.
Dreimal fragt Jesus nach der Liebe.
Aber beachten Sie, was Jesus nach jeder Antwort tut.
„Weide meine Lämmer.“
„Weide meine Schafe.“
„Weide meine Schafe.“
Jesus sagt nicht: „Dir ist vergeben.“
Er zeigt Vergebung, indem er ihm eine Aufgabe gibt.
Das ist die Erkenntnis, die die meisten Leute übersehen.
Jesus heilt Petrus nicht, indem er darüber redet, was schiefgelaufen ist.
Er heilt Petrus, indem er ihn daran erinnert, dass er ihm immer noch vertraut.
Und er macht das öffentlich.
Vor denselben Jüngern, die gesehen haben, wie Petrus geprahlt hat.
Vor denselben Jüngern, die gesehen haben, wie Petrus versagt hat.
Vor denselben Jüngern, die gesehen haben, wie Petrus wieder zum Fischen gegangen ist.
Jetzt sehen sie, wie Jesus die Führung an den Mann zurückgibt, der ihn verleugnet hat.
Das spricht eine der tiefsten Ängste der Gläubigen an.
„Ich habe öffentlich versagt.“
„Die Leute wissen, was ich getan habe.“
„Meine Vergangenheit disqualifiziert mich für meine Berufung.“
Johannes 21 sagt das Gegenteil.
Jesus behandelt Petrus nie wie einen beschädigten Menschen.
Er schränkt seine Aufgabe nie ein.
Er stellt ihn nie auf Bewährung.
Er stellt ihn einfach wieder her.
Nicht, indem er die Vergangenheit auslöscht, sondern indem er sich weigert, die Vergangenheit die Zukunft bestimmen zu lassen.
Und beachte Folgendes: Jesus sagt nie: „Mach das nie wieder.“
Er sagt: „Folge mir nach.“
Gnade behütet dich nicht mit Misstrauen.
Gnade stellt dich mit Vertrauen wieder her.
Petrus‘ Verleugnung hat seine Berufung nicht zunichte gemacht.
Sie hat den Unterschied zwischen Selbstvertrauen und Abhängigkeit von Gnade aufgezeigt.
Deshalb wird Petrus nach Pfingsten mutig.
Nicht, weil er nie wieder versagt hat.
Sondern weil seine Identität nicht mehr an seine Leistung gebunden war.
Das Evangelium besagt nicht, dass Petrus stark genug wurde, um zu führen.
Das Evangelium besagt, dass Jesus gnädig genug war, ihm wieder zu vertrauen.
Das ist es, was das vollendete Werk Jesu heute für uns bedeutet.
Dein schlimmster Moment hat nicht die Macht, Gottes Berufung aufzuheben.
Dein öffentliches Versagen steht nicht über dem vollendeten Werk Christi.
Deine Verleugnung überrascht denjenigen nicht, der dich berufen hat.
Jesus stellt dich nicht wieder her, indem er dein Versagen wiederholt.
Er stellt dich wieder her, indem er dir einen neuen Zweck zuweist.
Und wenn er Petrus wieder vertraut hat,
zögert er auch nicht, dir zu vertrauen.

📖 Der verlorene Sohn, der nie weggegangen ist 🏠
In der Geschichte vom verlorenen Sohn (Lukas 15) reden wir meistens über den jüngeren Sohn – den, der abgehauen ist, alles verspielt hat und dann reumütig zurückgekommen ist. Aber es gibt noch einen anderen verlorenen Sohn in der Geschichte … den, der nie von zu Hause weggegangen ist.
👨👦 Der ältere Bruder ist geblieben.
Er hat gearbeitet.
Er war gehorsam.
Er diente treu.
Doch als sein verlorener Bruder zurückkam und Gnade über ihn ausgegossen wurde, war sein Herz nicht voller Freude, sondern voller Wut und Groll. 😠
✨ Das zeigt eine wichtige Wahrheit:
Man kann im Haus des Vaters sein und trotzdem weit weg vom Herzen des Vaters.
Der ältere Bruder rebellierte nicht nach außen hin, aber innerlich kämpfte er mit Stolz, Vergleichen, Anspruchsdenken und Unversöhnlichkeit. Er maß seinen Wert an seiner Leistung, nicht an seiner Beziehung. Er diente, aber er freute sich nicht. Er gehorchte, aber er liebte nicht von ganzem Herzen.
🔍 Sein Problem war nicht Ungehorsam – es war Selbstgerechtigkeit.
Er sah sich selbst als würdig und seinen Bruder als unwürdig an.
Er vergaß, dass alles, was er hatte, bereits ein Geschenk der Gnade war. 🎁
💔 Viele von uns können das nachvollziehen.
Wir dienen in der Kirche.
Wir besuchen treu den Gottesdienst.
Wir gehorchen Gottes Geboten.
Doch manchmal kämpfen wir mit Eifersucht, Bitterkeit und Urteilsvermögen, wenn andere Gnade erfahren. Wir vergessen, dass auch wir allein durch Gnade gerettet sind. 🙏
🕊️ Die Einladung des Vaters gilt immer noch:
„Komm herein. Freue dich. Feiere. Sei Teil meiner Gnade.“
Lasst uns unsere Herzen prüfen.
Sind wir gehorsame Söhne, die sich an der Gnade erfreuen – oder verlorene Söhne, die nie weggegangen sind?
✨ Gnade muss man sich nicht verdienen. Gnade wird gefeiert.
Lasst uns in die Freude des Vaters eintreten. 🎉
📌 „Seid freundlich und barmherzig zueinander und vergebt einander, so wie Gott euch in Christus vergeben hat.“ – Epheser 4,32
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DER KUSS DES VERRATS
Lukas 22,47–48
In der Stille von Gethsemane wurde ein Moment, der für Liebe gedacht war, zum Zeichen des Verrats. Judas kam auf Jesus zu – nicht mit einem Schwert, nicht mit einem Schrei –, sondern mit einem Kuss. Eine Geste der Nähe wurde als Signal benutzt, um den Erlöser auszuliefern.
Die Reaktion Jesu ist beeindruckend. Er wich nicht wütend zurück. Er verfluchte Judas nicht. Stattdessen stellte er eine eindringliche Frage:
„Judas, verrätst du den Menschensohn mit einem Kuss?“
Dieser Moment lehrt uns etwas Tiefgründiges und Unangenehmes: Verrat kommt nicht immer von Feinden. Manchmal kommt er in Form von Vertrautheit, Lächeln und religiöser Sprache. Ein Kuss kann ein gespaltenes Herz verbergen.
Doch selbst hier sehen wir das Herz Christi – ruhig, ergeben und voller Liebe. Jesus wusste, was kommen würde, aber er entschied sich für Gehorsam statt Flucht, für Liebe statt Vergeltung, für seine Bestimmung statt Schmerz. Der Kuss überraschte ihn nicht; er erfüllte den Weg, den er bereitwillig für unsere Erlösung gegangen war.
Die Lektion für uns heute:
Prüfe dein Herz. Stimmen deine Taten mit deinen Worten überein? Entsprechen deine äußeren Zeichen des Glaubens deiner inneren Hingabe? Und wenn Verrat dein Leben berührt, denke daran: Gott kann auch schmerzhafte Momente nutzen, um seinen größeren Plan zu erfüllen.
Der Kuss sollte Jesus zur Verhaftung identifizieren. Stattdessen offenbarte er die Tiefe seiner Liebe zur Menschheit.
🙏