• Heute lesen wir …

      Wir lesen als Gruppe jedes Jahr einmal chronologisch die Bibel und fangen mit 1. Mose an und hören mit der Offenbarung auf - mach doch mit 

      Wir sind

      warum ihr beim Lesen der älteren Kommentare (bis 2013) den Eindruck habt, dass wir Zeugen Jehovas sind, erkläre ich hier ausführlich. Nur ganz kurz: NEIN, wir sind keine ZJ, sondern einfach nur Christen – ohne irgendeine Konfession, Dachverband oder Organisation über uns – die für Gott und sein Wort brennen und sich gerne mit anderen darüber unterhalten und austauschen

      Hier findest du die Daten zu unseren Treffen

      Unser Ziel

      … ist es, Menschen die Gott noch nicht kennen, zu ihm zu führen und mit seinem Wort bekannt zu machen; andere mit unserer Begeisterung für Gott und sein Wort anzustecken; einander zu ermuntern, im Glauben zu bleiben und zu wachsen; und einander zu helfen, ein ganz persönliches Verhältnis zum Schöpfer zu entwickeln, zu bewahren und zu vertiefen.

      Die Bibel

      Wir betrachten die ganze Bibel als Gottes Wort und sie hat für uns oberste Autorität. Wir vertreten keine bestimmte Lehrmeinung, sondern beziehen auch gerne andere Meinungen und Auslegungen mit ein, denn jeder sollte sich selbst anhand der Bibel ein Bild machen

      Warum sagen wir „Jehova“?

      Bitte „entschuldigt“, aber Arnold Fruchtenbaum – ein Jude, der zu Christus gefunden hat, benutzt (ebenso wie die unrevidierte Elberfelder 1905) diesen Namen als Name Gottes und er hatte auch in einem Seminar mal erklärt, warum:

      Auch wenn wir aufgrund der Schreibart der Juden nicht genau wissen, wie der Name früher ausgesprochen wurde (die Juden selbst sprechen ihn überhaupt nicht aus), so wissen wir doch, dass die meisten Namen der Bibel, die ein „Je“ drin haben, von dem Namen Gottes abgeleitet sind, wie zum.B. Jesus, Jesaja, Jeremia – um nur einige zu nennen

      Viele sprechen den Namen heute gar nicht mehr aus, das HERR hat den Gottes Namen in der Bibel ersetzt. Die meisten Übersetzer, die den Namen drin gelassen haben, übersetzen ihn mit Jahwe. Der Name Jehova wird sehr ungern benutzt, da er an die Zeugen Jehovas erinnert…

      Wichtig ist, dass der Name überhaupt benutzt wird, wir werden es unter anderem auch bei den 10 Plagen noch sehen. Es steht dir also frei, Jahwe oder Jehova zu sagen.

      Wir benutzen wie Arnold Fruchtenbaum den Namen Jehova – aus den selben Gründen

      Guckst du auch hier:

      Weitere Seiten

      1. Ermunternder Ansprachen
      2. Unsere Gruppe im Zelt
      3. Familienblog
      4. Verschiedene Bibel Kommentare
      5. Material zum Verbreiten des Evangeliums
      6. BibelSeminare und Urlaub

      Neueste Kommentare

      • Jule bei Jehova wählt sich, wen er will
      • Jule bei Israel bekommt seinen ersten König
      • Jule bei Die Bundeslade wird geklaut
      • Jule bei AktivGottesdienst – die letzte Woche Jesu
      • Jule bei Auch im Zusammenhang mit Anbetung kann es Schmerz und Leid geben

      Kategorien

      Meta

      • Anmelden
      • Feed der Einträge
      • Kommentar-Feed
      • WordPress.org

      1. Mose 2 1. Mose 3 1. Mose 6 1. Mose 16 1. Mose 19 1. Mose 21 1. Mose 37 1. Samuel 1 1. Samuel 2 1. Samuel 3 1. Samuel 4 1. Samuel 6 1. Samuel 14 1. Samuel 15 1. Samuel 17 1. Samuel 18 2. Mose 2 2. Mose 3 2. Mose 12 Der verlorene Sohn Epheser 2 Haggai 2 Hebräer 10 Hebräer 11 Ist Gott brutal? Jesu Jünger Johannes 1 Johannes 8 Johannes 11 Johannes 12 Johannes 19 Lukas 15 Lukas 22 Matthäus 26 Matthäus 27 Philipper 4 Psalm 23 Psalm 34 Richter 13 Richter 16 Richter 19 Ruth 1 Ruth 2 Römer 5 Römer 8

    • Apr. 1stWorum ging es bei der Geschichte mit dem Feigenbaum?

      Als Jesus zu dem Feigenbaum sprach, ging es nie um einen Baum. Es ging um ein System, das seinem Ende entgegen ging. An jenem Montag in Jerusalem sah oberflächlich betrachtet alles lebendig aus. Die Stadt war voller Menschen. Im Tempel herrschte reges Treiben. Die Religion funktionierte. Und der Feigenbaum selbst hatte Blätter, was den Anschein erweckte, dass dort Früchte sein müssten. Doch als Jesus näher kam, war da nichts. Was aus der Ferne voll aussah, war aus der Nähe betrachtet leer.

      Für die Menschen damals muss das seltsam gewirkt haben. Ein Baum mit Blättern sollte eigentlich Früchte tragen. Blätter waren das Zeichen. Blätter weckten Erwartungen. Als Jesus also keine fand, deckte das etwas auf, das tiefer ging als die Landwirtschaft. Es deckte ein Muster auf, in dem sie lebten. Sie waren umgeben von einem System, das alle äußeren Zeichen des Lebens aufwies, aber nicht das hervorbringen konnte, was es versprach. Es gab Opfer, Rituale, Traditionen und sichtbare Hingabe. Aber nichts davon konnte das menschliche Herz zu dauerhafter Gerechtigkeit oder wahrer Ruhe vor Gott führen. Es konnte auf Gott hinweisen, aber es konnte sie nicht mit ihm vereinen.

      Als Jesus zu dem Feigenbaum sprach und dieser verdorrte, drückte er damit keine Frustration aus. Er offenbarte das Ende von etwas. Er stand vor einem lebendigen Symbol eines Bundes, der Frucht verlangte, aber kein Leben spenden konnte. Ein System, das sagte: „Bring Frucht!“, aber niemals die Kraft gab, Frucht zu bringen. Ein System, das Versagen aufdecken konnte, es aber niemals vollständig beseitigen konnte. Der Feigenbaum sah zwar so aus, als ob er es könnte, aber er konnte die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Und in diesem Moment erklärte Jesus, dass das, was nur den Anschein hatte, ohne Leben zu sein, seinem Ende entgegen ging.

      Hier wird das vollendete Werk deutlich.

      Jesus kam nicht, um von demselben Baum bessere Frucht zu verlangen. Er kam, um die gesamte Quelle zu ersetzen. Vor dem Kreuz wurden Früchte durch menschliche Anstrengung unter dem Gesetz erwartet. Nach dem Kreuz fließen Früchte aus einem neuen Leben, das in ihm geschenkt wurde. Das ist der Wandel, den viele übersehen. Der Feigenbaum war keine Warnung, die den Menschen sagte, sie sollten sich mehr anstrengen. Er war ein Zeichen dafür, dass mehr Anstrengung niemals funktionieren würde. Es war eine öffentliche Erklärung, dass die alte Art, mit Gott in Beziehung zu treten – basierend auf Leistung und äußeren Zeichen – in Jesus erfüllt und vollendet werden würde.

      Für die, die dort standen, mag es sich wie ein Verlust angefühlt haben. Etwas Vertrautes wurde gerichtet. Etwas, unter dem sie seit Generationen gelebt hatten, wurde bloßgestellt. Aber was sie noch nicht sehen konnten, war, dass dies kein Verlust war. Es war eine Vorbereitung. Jesus nahm ihnen nicht das Leben. Er entfernte das, was es niemals hervorbringen konnte, damit er das geben konnte, was es hervorbringen würde.

      Jetzt, nach dem Kreuz und der Auferstehung, liest sich dieser Moment ganz anders.

      Du bist nicht der Feigenbaum, der versucht zu beweisen, dass er Früchte trägt. Du stehst nicht in einiger Entfernung und hoffst, dass deine Blätter Gott davon überzeugen, dass du genug bist. In Jesus ist dir das Leben selbst geschenkt worden. Die Frucht, die einst gefordert wurde, ist nun das Ergebnis dessen, was bereits bereitgestellt wurde. Sie entsteht nicht aus Druck. Sie entsteht aus Verbundenheit. Sie entsteht nicht aus Anstrengung. Sie entsteht aus dem, was bereits für dich vollbracht wurde.

      Hier ist eine Erkenntnis, die viele übersehen. Jesus hat den Baum nicht aus der Ferne betrachtet und ihn beurteilt. Er kam zuerst ganz nah heran. Er untersuchte ihn gründlich. Genauso ging Jesus nicht mit einem distanzierten Blick auf die Menschheit ans Kreuz. Er sah alles. Er wusste alles. Er verstand die Tiefe dessen, was fehlte. Und dennoch entschied er sich, das Werk zu vollenden. Das bedeutet, dass dich in deinem Leben nichts überrascht. Nichts an deiner Schwäche disqualifiziert dich. Er sah bereits das Fehlen dessen, was du nicht hervorbringen konntest, und dennoch wurde er zur Quelle von allem, was du jemals brauchen würdest.

      Der Feigenbaum war also keine Bedrohung, die über dir schwebte. Er war ein Versprechen, das dir offenbart wurde. Es war Jesus, der verkündete, dass Frucht nicht mehr aus Anstrengung kommen würde, sondern aus dem, was er vollbringen würde. Es war das Ende des Versuchs, lebendig zu erscheinen, und der Beginn, tatsächlich lebendig gemacht zu werden.

      Deshalb bringt dieser Moment Gewissheit statt Angst.

      Denn derselbe Jesus, der zu jenem Baum sprach, ging ans Kreuz und vollendete, was der Baum niemals leisten konnte. Er hat dir keinen Auftrag gegeben, Früchte zu bringen. Er hat dich in ein vollendetes Werk hineingeführt, das durch dich Früchte bringt. Deine Beziehung zu Gott wird nicht daran gemessen, wie gut du deine Blätter pflegst. Sie ist gesichert durch das, was Jesus bereits getan hat.

      Der Baum verdorrte, weil dieser Weg zu Ende war. Aber du lebst, weil ein neuer Weg begonnen hat. Und dieser neue Weg hängt nicht von deiner Anstrengung ab. Er ruht ganz und gar auf seinem vollendeten Werk.


      by Jule with no comments yet
    • März 30thWarum weinte Jesus, wenn er doch wusste, dass Lazarus auferstehen würde?

      In Johannes 11,35 ist der kürzeste Vers
      der Heiligen Schrift zugleich einer der aufschlussreichsten.

      „Jesus weinte.“

      Was daran so auffällig ist,
      ist nicht die Handlung an sich,
      sondern der Zeitpunkt.

      Zu diesem Zeitpunkt der Erzählung
      hatte Jesus bereits verkündet,
      dass Lazarus auferstehen würde.

      Er wusste, was er tun würde.

      Der Ausgang stand fest.

      Und doch, als er Maria weinen sah
      und die Menschen um sie herum ebenfalls weinen,
      sagt uns der Text, dass er
      „in seinem Geist tief bewegt
      und sehr erschüttert“ war (Johannes 11,33).

      Dann weinte er.

      Das wirft die Frage auf.

      Wenn er wusste, dass die Auferstehung nur Augenblicke entfernt war,
      warum sollte er dann überhaupt in Trauer versinken?

      Die Antwort liegt nicht in der Ungewissheit,
      sondern in der Gegenwart.

      Jesus stand nicht außerhalb
      des Leids dieses Augenblicks,
      nur weil er es lösen konnte.

      Er trat hinein.

      Die Trauer an diesem Ort war echt.
      Marias Verlust war echt.
      Die Trauer der Menschen war echt.

      Das kommende Wunder hat diese Realität nicht ausgelöscht.

      Jesus hat ihre Trauer nicht korrigiert.
      Er hat ihnen nicht gesagt, sie sollten aufhören zu weinen.
      Er eilte nicht sofort zum Grab.

      Er erlaubte sich, zu fühlen,
      was sie fühlten.

      Der Text beschreibt seine Reaktion
      mit ungewöhnlicher Tiefe.

      Er war nicht nur traurig.
      Er war tief bewegt,
      sogar beunruhigt.

      Das war kein distanziertes Mitgefühl.
      Es war engagierte, präsente Trauer.

      Jesus weinte nicht, weil ihm die Kraft fehlte,
      sondern weil er sich entschied, nicht fernzubleiben
      vom menschlichen Leid.

      Er ging der Trauer nicht aus dem Weg
      auf dem Weg zur Auferstehung.

      Er ging ihr zuerst entgegen.

      Das offenbart etwas Wesentliches
      über seinen Dienst.

      Jesus handelt nicht nur angesichts des Leidens.
      Er teilt es mit ihnen.

      Er steht nicht darüber,
      selbst wenn er Macht darüber hat.

      Er nähert sich ihm.

      Die Tränen Christi stehen nicht
      im Widerspruch zu seiner Macht.

      Sie offenbaren seinen Charakter.

      Er ist nicht nur derjenige,
      der die Toten auferweckt.

      Er ist derjenige, der den Trauernden zur Seite steht,
      voll und ganz präsent, selbst wenn er weiß,
      dass der Tod nicht das letzte Wort haben wird.

      Wenn man diesen Abschnitt aufmerksam liest,
      wird deutlich, dass die Hoffnung in Christus
      die Trauer nicht beseitigt.

      Sie verändert jedoch, wie man sie trägt.

      Denn derjenige, der Leben bringt,
      ist auch derjenige,
      der sich das Weinen nicht versagt.


      by Jule with no comments yet
    • März 30thWarum ist Jesus auf einem Esel in Jerusalem eingeritten, anstatt zu Fuß zu gehen?

      In Matthäus 21,1–11, als Jesus sich Jerusalem näherte, verlangsamte sich der Text, um etwas ganz Bestimmtes zu beschreiben.

      Er betrat die Stadt nicht zu Fuß.

      Er wies seine Jünger an, einen Esel zu holen,
      und Matthäus hielt fest, dass dies geschah,
      „damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt worden war“
      (Matthäus 21,4).

      „Siehe, dein König kommt zu dir,
      demütig und auf einem Esel reitend,
      auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers“
      (Sacharja 9,9).

      Dieses Detail verlangte nach Aufmerksamkeit.

      Jesus war während seines ganzen Wirkens zu Fuß unterwegs gewesen.
      Er zog zu Fuß von Stadt zu Stadt.
      Er verließ sich beim Reisen nicht auf Tiere.

      Es ging also nicht um Notwendigkeit.

      Es ging um die Absicht.
      Dies war der Moment, den er wählte,
      um öffentlich in Jerusalem einzuziehen.

      Die Menschenmengen versammelten sich.
      Sie breiteten ihre Mäntel auf der Straße aus.

      Sie riefen:
      „Hosanna dem Sohn Davids!“

      Die Kulisse weckte die Erwartung eines Königs.

      Doch die Art seiner Ankunft
      entsprach nicht dem, was viele
      erwartet hätten.

      In der Antike zogen Könige in Städte ein
      auf eine Weise, die Macht demonstrierte.

      Ein siegreicher Herrscher kam auf einem Kriegspferd,
      begleitet von Stärke und Macht.

      Das Bild vermittelte Autorität
      durch Dominanz.

      Aber der Esel vermittelte etwas anderes.

      Er war kein Kriegstier.
      Er wurde mit Frieden assoziiert.
      Er trug Lasten, keine Waffen.

      Indem er den Esel wählte,
      ging Jesus dem Anspruch auf das Königtum nicht aus dem Weg.

      Er stellte ihn klar.
      Er erfüllte die Prophezeiung,
      aber er definierte auch,
      was für ein König er war.

      Das war keine Ablehnung von Autorität.

      Es war eine Neudefinition derselben.
      Die Menge erkannte
      die Sprache des Königtums.

      Sie nannten ihn „Sohn Davids“.
      Sie erwarteten Befreiung.

      Aber ihr Verständnis von Befreiung
      war immer noch von sichtbarer Macht geprägt.

      Der Esel stand als stiller Widerspruch da.

      Er kündigte ein Königreich an,
      das nicht
      durch Gewalt voranschreiten würde.

      Er wies auf ein Königtum hin,
      das sich
      durch Demut ausdrücken würde.

      Wenn man die Passage aufmerksam liest,
      war das Detail mit dem Esel
      kein Zufall.

      Es prägte den gesamten Moment.

      Bevor irgendwelche Worte gesprochen wurden,
      bevor sich irgendwelche Handlungen
      in Jerusalem entfalteten, vermittelte die Art
      seiner Ankunft bereits,
      was kommen würde.

      Er zog ein als KÖNIG.

      Aber nicht als die Art von König,
      auf die viele vorbereitet waren.

      Später in derselben Woche
      wurde die Spannung deutlich.

      Die Menge, die Ihn willkommen hieß,
      würde sich bald abwenden.

      Die Erwartungen, die sie hegten,
      stimmten nicht mit dem Weg überein, den Er einschlagen würde.

      Derjenige, der auf einem Esel einzog,
      würde keinen Thron besteigen.
      Er würde ans Kreuz gehen.
      Ein König, der in Demut kam,
      würde durch Opfer herrschen.

      Wenn man diesen Abschnitt langsam liest, wird deutlich,
      dass Jesus nicht einfach nur eine Prophezeiung erfüllte.
      Er offenbarte das Wesen seines Reiches
      durch die Art und Weise, wie er sich entschied, anzukommen.

      Er kam nicht, um zu unterwerfen.
      Er kam, um sich selbst zu geben.

      Und von Anfang an,
      schon bei der Wahl eines Esels,
      wurde diese Richtung bereits
      deutlich.


      by Jule with no comments yet
    • März 30thWarum warf Jesus die Tische um, anstatt lediglich zu lehren

      In Matthäus 21,12, als Jesus den Tempel betrat, begann der Text nicht mit einer Predigt. Er begann mit einer Handlung.

      „Er trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften,
      und er warf die Tische der Geldwechsler
      und die Stände der Taubenverkäufer um.“

      Dieses Detail verlangte nach Aufmerksamkeit.

      Jesus hatte bereits
      während seines ganzen Wirkens gezeigt,
      dass er mit
      Klarheit und Autorität lehren konnte.

      Menschenmengen versammelten sich, um ihn zu hören.
      Er erklärte die Heilige Schrift.
      Er räumte Missverständnisse mit Worten aus.

      Die Frage war also nicht,
      ob er hätte lehren können.
      Es ging darum, warum er sich in diesem Moment
      dagegen entschied, so zu beginnen.

      Die Umgebung trug dazu bei, die Handlung zu verdeutlichen.

      Die Tempelhöfe waren voller Leben.
      Tiere wurden als Tempelopfer verkauft.
      Geld wurde getauscht.

      Das System lief ununterbrochen.
      Es war kein Gespräch, das darauf wartete, zu beginnen.
      Es war eine Umgebung, die bereits in Bewegung war.
      In diesem Umfeld zu lehren,
      hätte das Geschehen also nicht unterbrochen.

      Man hätte die Worte hören können,
      aber die Struktur selbst
      wäre bestehen geblieben.

      Jesu Handeln bewirkte etwas anderes.
      Es brachte das System zum Stillstand.

      Tische wurden umgeworfen.
      Münzen verstreut.
      Geschäfte unterbrochen.

      Die Bewegung schuf eine Unterbrechung.
      Was zuvor ablief,
      wurde plötzlich gestört.

      Diese Störung hatte Bedeutung.
      Das Problem war nicht der Mangel an Unterweisung.
      Es war die Normalisierung dessen, was falsch war.

      Das System war vertraut geworden.
      Es lief weiter, ohne hinterfragt zu werden.

      In einer solchen Umgebung
      wäre das Lehren allein
      ohne Veränderung aufgenommen worden.

      Die Tat deckte den Zustand auf,
      bevor sie erklärt wurde.

      Erst nachdem er die Tische umgeworfen hatte,
      sprach Jesus.

      „Es steht geschrieben:
      ‚Mein Haus soll ein Haus des Gebets genannt werden‘,
      aber ihr macht es zu einer Räuberhöhle“
      (Matthäus 21,13).

      Die Worte interpretierten die Tat.
      Sie ersetzten sie nicht.
      Die Reihenfolge war entscheidend.
      Erst die Tat.
      Die Erklärung danach.
      Die umgestürzten Tische machten sichtbar,
      was die Worte dann benennen würden.

      Dieses Muster war kein Einzelfall.

      In der gesamten Heiligen Schrift
      gab es Momente, in denen Gottes Botschaft
      nicht nur durch Worte,
      sondern durch konkrete Taten vermittelt wurde.

      Die Propheten spielten manchmal
      die Botschaft, die sie trugen, nach,
      damit die Menschen sehen konnten,
      was durch Gewohnheit verborgen geworden war.

      Jesus stand in genau diesem Muster.
      Er sagte nicht nur die Wahrheit.
      Er offenbarte sie.

      Theologisch zeigte dieser Moment,
      dass manche Zustände nicht
      allein durch Erklärungen korrigiert werden.

      Sie erfordern eine Unterbrechung.

      Die Tische wurden umgeworfen,
      weil das System selbst
      konfrontiert werden musste,
      nicht nur diskutiert.

      Wenn man diese Passage sorgfältig liest, zeigt sich,
      dass Jesu Autorität nicht darauf beschränkt war,
      über die Wahrheit zu lehren.

      Er handelte danach.
      Er hat das System nicht schrittweise angepasst.
      Er hat es sofort bloßgestellt.

      Und damit
      hat er deutlich gemacht, dass das, was bisher akzeptiert worden war,
      nicht länger bestehen bleiben konnte.

      Denn wenn etwas nicht mehr das widerspiegelt,
      was es eigentlich sein sollte,
      können Worte das Problem zwar beschreiben,
      aber manchmal
      müssen Tische umgeworfen werden,
      damit es klar zu sehen ist.


      by Jule with no comments yet
    • März 12thDie wahre Bedeutung von Hebräer 10

      Für viele Gläubige war Hebräer 10,26–27 eine Warnung, dass Gott sich irgendwann gegen Christen wenden würde, wenn sie zu viel sündigen. Viele haben diese Verse gelesen und hatten große Angst, dass eine falsche Entscheidung sie wieder unter das Gericht bringen könnte. Wenn man diesen Abschnitt aber im ganzen Kontext und im Licht des vollbrachten Werks von Jesus Christus versteht, erzählt er eine ganz andere Geschichte.

      Der Abschnitt lautet:

      „Denn wenn wir vorsätzlich weiter sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, bleibt kein Opfer für Sünden mehr übrig, sondern nur noch ein schreckliches Warten auf das Gericht und ein Feuer, das die Gegner verzehren wird.“ (ESV)

      Der Hebräerbrief wurde an Menschen geschrieben, die versucht waren, Jesus aufzugeben und zum alten System der Opfer unter dem Gesetz zurückzukehren. Der Verfasser warnt die Gläubigen nicht vor versehentlichem Versagen oder dem Kampf mit der Sünde. Er spricht etwas viel Tieferes an. Er spricht von der bewussten Ablehnung des einmaligen Opfers Jesu und der Entscheidung, zu einem System zurückzukehren, in dem die Menschen versuchten, durch wiederholte Tieropfer mit der Sünde umzugehen.

      Der Ausdruck „wenn wir absichtlich weiter sündigen“ beschreibt nicht alltägliches menschliches Versagen. Im Kontext des Hebräerbriefes ist die absichtliche Sünde, die beschrieben wird, die Ablehnung des vollendeten Werkes Christi. Es ist die Entscheidung, sich von dem einzigen Opfer abzuwenden, das Sünde tatsächlich beseitigen kann. Wenn jemand das Opfer Jesu ablehnt, gibt es wirklich kein anderes Opfer mehr, denn Jesus war das endgültige und vollständige Opfer für die Sünde.

      Die umgebenden Verse machen das deutlich. Nur wenige Sätze zuvor feiert der Verfasser das vollendete Werk Christi, indem er sagt: „Durch ein einziges Opfer hat er für immer diejenigen vollendet, die geheiligt werden.” Die gesamte Botschaft des 10. Kapitels des Hebräerbriefes lautet, dass Jesus das vollbracht hat, was das Gesetz und die alten Opfer niemals vollbringen konnten. Sein Opfer war nicht unvollständig. Es war vollständig. Sein Werk hat die Sünde nicht nur vorübergehend bedeckt. Es hat die Barriere zwischen Gott und der Menschheit ein für alle Mal beseitigt.

      Wenn jemand die Wahrheit des Evangeliums versteht und trotzdem das vollendete Werk Jesu ablehnt, verlässt er den einzigen Ort, an dem Vergebung zu finden ist. Deshalb beschreibt die Passage eine furchtbare Erwartung des Gerichts. Sie beschreibt nicht einen Gläubigen, der mit der Sünde kämpft. Sie beschreibt die Folge der Ablehnung des einzigen Opfers, das tatsächlich mit der Sünde fertig geworden ist.

      Für den Gläubigen, der seinen Glauben an Christus gesetzt hat, sollte diese Passage keine Angst hervorrufen. Tatsächlich vermittelt dasselbe Kapitel die gegenteilige Botschaft. Durch Jesus haben wir jetzt das Vertrauen, vor Gott zu treten. Unsere Herzen sind gereinigt worden. Gott erinnert sich nicht mehr an unsere Sünden und unsere gesetzwidrigen Taten. Das vollendete Werk Jesu hat einen dauerhaften Zugang zu Gott geschaffen, der nicht von menschlichen Leistungen abhängt.

      Der Missbrauch dieser Passage im Laufe der Jahre hat viele aufrichtige Gläubige dazu gebracht, in Angst zu leben und sich ständig zu fragen, ob sie eine unsichtbare Grenze zu Gott überschritten haben. Aber das Evangelium verkündet etwas viel Größeres. Das Kreuz hat keine fragile Beziehung zu Gott geschaffen, die jedes Mal zerbricht, wenn wir versagen. Das Kreuz hat einen neuen Bund geschaffen, in dem Vergebung sicher ist, weil sie auf dem beruht, was Jesus vollbracht hat, und nicht auf unserer Fähigkeit, perfekt zu leben.

      Hebräer 10 wurde geschrieben, um die Endgültigkeit des Opfers Christi zu preisen, nicht um Gläubigen mit dem Verlust dieses Opfers zu drohen. Die Botschaft lautet, dass kein weiteres Opfer nötig ist, weil das Werk Jesu bereits vollbracht ist. Diejenigen, die auf ihn vertrauen, leben nicht im Schatten des Gerichts. Sie leben in der Freiheit einer vollendeten Erlösung.


      by Jule with no comments yet
    • März 9thWarum warf Bartimäus seinen Mantel weg, als Jesus ihn rief?

      Als Markus die Heilung des blinden Bartimäus aufschrieb, erwähnte er ein kleines Detail, das man leicht übersehen kann, das man aber kaum vergisst, wenn man es mal bemerkt hat.

      Als Bartimäus am Straßenrand saß und bettelte, hörte er, dass Jesus von Nazareth vorbeikam. Er fing an zu rufen:
      „Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“
      (Markus 10,47)
      Die Leute schimpften mit ihm und sagten, er solle still sein. Aber er schrie nur noch lauter.
      Da blieb Jesus stehen.
      Als Jesus ihn rief, schrieb Markus:
      „Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und kam zu Jesus.

      Die Leute schimpften mit ihm und sagten, er solle
      still sein, aber er schrie nur noch lauter.
      Da blieb Jesus stehen.

      Und als Jesus ihn rief, schrieb Markus:
      „Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf
      und kam zu Jesus.“ (Markus 10,50)

      Dieses Detail verdient etwas mehr Aufmerksamkeit.

      Markus sagte nicht einfach, dass Bartimäus aufstand.
      Er sagte nicht einfach, dass er zu Jesus kam.
      Er erzählte uns, dass Bartimäus „seinen Mantel abwarf“.

      Auf den ersten Blick mag das wie
      eine unbedeutende Bewegung in der Geschichte klingen.
      Aber in einer Erzählung, in der Details
      oft sorgfältig bewahrt werden,
      scheint diese Geste bewusst gewählt zu sein.

      Warum wird der Mantel erwähnt?

      Die Antwort wird klar,
      wenn wir uns daran erinnern, wer
      Bartimäus in diesem Moment war.

      Er war blind.
      Er saß am Straßenrand.
      Und Markus sagt ausdrücklich,
      dass er ein Bettler war.

      Für jemanden in dieser Lage
      war ein Mantel kein unbedeutendes Accessoire.
      In der Antike konnte ein Mantel
      als Kleidungsstück dienen,
      als Schutz vor Kälte,
      als Decke für die Nacht
      und sogar als praktisches
      Mittel, um Almosen zu sammeln.

      Für einen armen Mann, der am Straßenrand saß,
      war er vielleicht einer der
      wenigen Besitztümer, die er hatte.

      Das heißt, der Mantel war
      nicht nur etwas, das er trug.
      Er war Teil seines Überlebens.

      So gesehen wird diese Geste
      noch beeindruckender.

      Als Jesus ihn rief, raffte sich Bartimäus
      nicht langsam auf.
      Er sicherte nicht zuerst seine Habseligkeiten.
      Er warf den Mantel beiseite und ging
      auf die Stimme zu, die ihn rief.

      Diese Handlung deutet auf Dringlichkeit hin,
      aber sie verrät auch etwas über den Glauben.

      Bartimäus hatte um Gnade gefleht,
      als jemand, der Jesus noch nicht sehen konnte,
      aber als Jesus ihn rief,
      reagierte er wie jemand,
      der glaubte, dass es wichtiger war,
      zu Christus zu kommen, als
      an dem festzuhalten, was ihn
      durch seine alte Situation gebracht hatte.

      Der Mantel gehörte zum Leben
      eines blinden Bettlers am Straßenrand.

      Aber Bartimäus klammerte sich nicht daran,
      als Jesus ihn rief.

      Das heißt aber nicht, dass der Mantel
      selbst sündhaft war.
      Markus stellt es nicht so dar.
      Der Punkt ist nicht, dass Kleidung
      aufgegeben werden musste, sondern dass
      Bartimäus, als der Moment kam,
      sich nicht von dem, was
      einst notwendig gewesen war,
      davon abhalten ließ,
      sich auf Jesus zuzubewegen.

      Die Geschichte wird auch
      bedeutungsvoller, wenn man sie
      in ihrem unmittelbaren Kontext betrachtet.

      Kurz vor dieser Begebenheit
      hatte Jesus erneut über
      sein bevorstehendes Leiden, seinen Tod
      und seine Auferstehung gesprochen.

      Und kurz vor Bartimäus
      hatten Jakobus und Johannes
      Jesus angesprochen, um
      Ehrenplätze in seinem Reich zu erhalten.

      Dieser Kontrast ist bemerkenswert.

      Die Jünger konnten zwar sehen,
      hatten aber immer noch Schwierigkeiten zu verstehen,
      was für ein Messias Jesus war.
      Bartimäus war zwar blind,
      erkannte ihn aber als den „Sohn Davids”
      und bat ihn um Gnade.

      Und als er gerufen wurde,
      reagierte er ohne zu zögern.

      In diesem Sinne wird der Mantel
      Teil des größeren Themas
      des Sehens im Markusevangelium.

      Bartimäus war immer noch blind,
      aber er bewegte sich entschlossen auf Jesus zu.
      Andere konnten mit ihren Augen sehen,
      waren aber langsam darin, mit dem Glauben wahrzunehmen.

      Nachdem Bartimäus zu ihm gekommen war, fragte Jesus:
      „Was soll ich für dich tun?“
      (Markus 10,51)

      Bartimäus antwortete klar und deutlich:
      „Rabbi, ich möchte wieder sehen können.“

      Jesus meinte zu ihm:
      „Geh, dein Glaube
      hat dich geheilt.“
      (Markus 10,52)

      Und Markus erzählt uns, dass er sofort
      wieder sehen konnte und
      Jesus auf seinem Weg folgte.

      Dieser letzte Satz ist auch wichtig.

      Bartimäus hat nicht einfach sein Augenlicht zurückbekommen
      und ist dann wieder an seinen alten Platz am Straßenrand zurückgegangen.
      Er ist Jesus auf seinem Weg gefolgt.

      Der Mantel, den er am Straßenrand liegen ließ,
      zeigt still diesen Wendepunkt.

      Er gehörte zu dem Leben, das er vorher gekannt hatte.
      Der Weg, den er danach eingeschlagen hat, war anders.

      Wenn man das im Kontext der ganzen Geschichte der Bibel liest,
      hat diese Szene eine stille Bedeutung.

      Christus ruft Menschen oft,
      während sie sich noch in einer Situation der Not,
      der Begrenzung und der Abhängigkeit befinden.
      Er wartet nicht, bis sie
      ganz und gar gesund sind, bevor
      Er sie zu sich ruft.

      Aber wenn Sein Ruf kommt,
      entsteht ein Moment der Entscheidung.
      Etwas muss zurückgelassen werden,
      nicht weil es immer schlecht war,
      sondern weil es zu der
      alten Lebenshaltung gehörte, bevor
      Seine wiederherstellende Gnade wirkte.

      Bartimäus warf seinen Mantel weg,
      weil die Stimme Jesu
      wichtiger geworden war
      als die Sicherheit dessen, was er kannte.

      Und vielleicht hat Markus deshalb
      dieses Detail festgehalten.

      Manchmal ist das deutlichste Zeichen des Glaubens
      nicht, dass jemand schon alles klar sieht,
      sondern dass er,
      wenn Christus ruft, aufsteht
      und auf ihn zugeht,
      ohne an den alten Dingen festzuhalten,
      die ihm einst halfen,
      dort zu bleiben, wo er war.


      by Jule with no comments yet
    • März 9thDas Herz des Vaters

      Als Jesus in Lukas 15 die Geschichte vom verlorenen Sohn erzählte, hat er nicht einfach nur eine rührende Familiengeschichte erzählt. Er hat uns das Herz des Vaters gezeigt und uns einen Einblick in das Evangelium gegeben, lange bevor das Kreuz passiert ist. Ein kleines Detail in der Geschichte hat eine enorme Bedeutung. In der Bibel steht: „Als er noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und hatte Mitleid mit ihm, lief ihm entgegen, umarmte ihn und küsste ihn“ (Lukas 15,20 ESV). Da fragt man sich natürlich: Warum konnte der Vater ihn sehen, obwohl er noch weit weg war? Weil er schon Ausschau gehalten hatte. Der Vater hatte offensichtlich die Straße beobachtet. Tag für Tag muss er zum Horizont geblickt haben, in der Hoffnung, dass sein Sohn, der fortgegangen war, nach Hause zurückkehren würde. Seine Liebe war nicht verschwunden, als sein Sohn fortging. Sein Herz war die ganze Zeit offen geblieben. Aber es gab noch einen weiteren Grund, warum der Vater seinem Sohn entgegenlief, bevor dieser das Dorf erreichte.

      In der Kultur jener Zeit war das, was der Sohn getan hatte, zutiefst beschämend. Er hatte sein Erbe vorzeitig angetreten, was im Grunde genommen gleichbedeutend damit war, seinem Vater den Tod zu wünschen, und dann hatte er alles durch sein rücksichtsloses Leben verschwendet. Wäre er allein ins Dorf gegangen, hätten die Dorfbewohner ihn wahrscheinlich öffentlich gedemütigt und abgelehnt. Die Gemeinschaft nahm die Ehre der Familie sehr ernst, und jemand, der seinen Vater entehrt hatte, konnte verspottet, verurteilt und öffentlich bloßgestellt werden, noch bevor er sein Zuhause erreichte. Der Sohn wusste das. Deshalb hat er auf dem Rückweg eine Rede einstudiert. Er wollte sagen: „Vater, ich habe mich gegen den Himmel und vor dir versündigt. Ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Behandle mich wie einen deiner Tagelöhner“ (Lukas 15,18–19 ESV). Er hat nicht mit einer Wiederaufnahme gerechnet. Er hat sich auf die Schande vorbereitet. Aber der Vater wusste genau, was passieren würde, wenn der Junge allein ins Dorf käme. Als er seinen Sohn in der Ferne sah, tat er etwas Ungewöhnliches. Er rannte los.

      In der alten Kultur des Nahen Ostens rannten angesehene Patriarchen nicht. Laufen bedeutete, sein Gewand anzuheben und die Beine zu zeigen, was für einen älteren Mann von Würde als demütigend galt. Ehrenhafte Männer gingen langsam und erwarteten, dass andere auf sie zukamen. Aber diesem Vater war es egal, seine Würde zu bewahren. Seine einzige Sorge war es, seinen Sohn zu erreichen. Indem er zu ihm rannte, erreichte der Vater ihn, bevor die Stadt es konnte. Das war unglaublich wichtig. Wenn der Sohn allein ins Dorf gegangen wäre, hätten die Leute ihn mit Vorwürfen, Scham und Ablehnung überhäuft. Seine Vergangenheit wäre öffentlich bloßgestellt worden, bevor er überhaupt die Sicherheit des Hauses seines Vaters erreicht hätte. Aber als der Vater ihm entgegenlief, ihn umarmte und küsste, bekannte er sich öffentlich zu seinem Sohn. In diesem Moment sendete er eine klare Botschaft an das ganze Dorf: Dieser Junge gehört zu mir. Sobald der Vater ihn in seine Arme schloss, konnte niemand mehr den Sohn beschämen, ohne zuerst den Vater zu beschämen. Der Vater nahm die Schande auf sich, um seinen Sohn davor zu schützen.

      Genau das hat Jesus für uns getan. Wie der verlorene Sohn hat sich die Menschheit weit vom Vater entfernt. Wir haben verbraucht, was uns gegeben wurde. Wir sind unseren eigenen Weg gegangen. Unsere Sünde hat uns geistlich bankrott gemacht. Die Welt, das Gesetz und unser eigenes Gewissen hatten allen Grund, uns anzuklagen. Die Schande wartete auf uns. Aber Gott hat uns nicht allein zurückgehen lassen. In der Bibel steht: „Gott aber hat seine Liebe zu uns darin gezeigt, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren“ (Römer 5,8 ESV). Bevor die Verurteilung uns definieren konnte, kam die Gnade auf uns zu. Bevor die Scham uns zerstören konnte, trat Jesus vor sie hin. Am Kreuz nahm Jesus die Scham auf sich, die uns gehörte. Die Bibel sagt, dass er das Kreuz ertrug, „die Schande verachtend“ (Hebräer 12,2 ESV). So wie der Vater in der Geschichte die Demütigung auf sich nahm, öffentlich zu seinem in Ungnade gefallenen Sohn zu laufen, um ihn zu umarmen, nahm Jesus unsere Scham auf sich, damit wir ohne Verurteilung willkommen sein konnten.

      Schau dir an, was der Vater als Nächstes in der Geschichte tut. Er hält seinem Sohn keine Predigt. Er verlangt keine Rückzahlung. Er verlangt nicht, dass er beweist, dass er sich geändert hat. Stattdessen befiehlt er den Dienern: „Bringt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, und legt ihm einen Ring an die Hand und Schuhe an die Füße“ (Lukas 15,22 ESV). Das Gewand gab ihm seine Ehre zurück. Der Ring gab ihm seine Identität zurück. Die Sandalen gaben ihm seinen Status als Sohn zurück. Diener gingen barfuß. Söhne trugen Schuhe. Der Vater gab dem Jungen nicht nach und nach seine Würde zurück. Er gab sie ihm sofort zurück.

      Das ist das Schöne an dem vollendeten Werk Jesu. Wenn jemand zu Christus kommt, baut Gott seine Akzeptanz nicht langsam auf der Grundlage seiner Leistungen wieder auf. Er gibt ihm seine Würde vollständig zurück, aufgrund dessen, was Jesus getan hat. Die Bibel sagt: „So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind“ (Römer 8,1 ESV). Der verlorene Sohn erwartete, als Diener zurückzukommen. Aber der Vater ließ das nicht zu. Er wollte ihn nur als Sohn aufnehmen. Das ist der Kern des Evangeliums. Gott steht nicht weit weg und wartet darauf, zu sehen, ob du aufrichtig genug bist. Er ist der Vater, der dir in Christus entgegenlief. Durch das vollendete Werk Jesu ist deine Schande bedeckt, deine Identität wiederhergestellt und dein Platz im Haus des Vaters bereits gesichert. Der Vater beobachtete die Straße, weil seine Liebe zu seinem Sohn nie aufgehört hatte. Und durch Jesus läuft derselbe Vater auch heute noch seinen Kindern entgegen.


      by Jule with no comments yet
    • März 8thWarum sagt Gott Mose, er solle eine eherne Schlange hoch halten?

      Als in Numeri die Geschichte von der ehernen Schlange erzählt wird, gibt’s da ’ne Kleinigkeit, die beim ersten Lesen vielleicht komisch rüberkommt.

      Der Herr sagte zu Mose:
      „Mach ’ne feurige Schlange und häng sie an ’ne Stange,
      und jeder, der gebissen wurde,
      wird leben, wenn er sie sieht.“
      (Numeri 21,8)

      Warum wurde die Schlange auf eine Stange gehoben?

      Zu diesem Zeitpunkt hatte Israel in der Wüste gegen Gott
      und gegen Mose gesprochen.
      Als Reaktion darauf kamen feurige Schlangen
      unter das Volk, und viele
      wurden gebissen und starben.

      Das Urteil war hart,
      aber es hing auch damit zusammen,
      wie sie sich gerade verhielten:
      rebellisch, misstrauisch und
      widerständig gegenüber dem Gott,
      der sie unterstützt hatte.

      Als die Leute ihre Sünde eingestanden
      und Mose baten, für sie zu beten,
      hat Gott die Schlangen nicht einfach
      so schnell weggemacht.
      Stattdessen gab er eine ungewöhnliche Anweisung.

      Es sollte eine eherne Schlange gemacht und aufgestellt werden.

      Auf den ersten Blick scheint das überraschend.
      Das Bild des Todesbringers
      wurde nun vor das Volk gestellt
      als Mittel, durch das Heilung kommen sollte.

      Hier beginnt sich die Bedeutung zu vertiefen.

      Die Schlange auf der Stange
      war kein magischer Gegenstand.
      Sie hatte an sich keine Heilkraft.
      Das bronzerne Bild rettete nicht,
      weil Bronze Gift heilen konnte.
      Die Leute lebten, weil Gott
      seine Verheißung an dieses bestimmte Zeichen knüpfte.

      Sie mussten schauen.
      Die Handlung selbst war wichtig.

      Diejenigen, die gebissen worden waren, mussten ihre Augen
      auf genau das Zeichen richten, das Gott gegeben hatte.
      Das Leben kam nicht durch menschliche Heilmittel,
      menschliche Kraft oder menschliche Erfindungen.

      Es kam durch das Vertrauen auf Gottes Versorgung,
      auch wenn diese Versorgung ungewöhnlich erschien.

      Die Schlange wurde auch emporgehoben,
      damit sie gesehen werden konnte.

      Wäre sie auf dem Boden geblieben,
      versteckt oder niedrig, hätte sie
      ihren Zweck nicht erfüllt.

      Auf einer Stange emporgehoben, wurde sie öffentlich sichtbar.
      Die Betroffenen konnten schauen und leben.

      Diese Sichtbarkeit war wichtig.
      Das rettende Zeichen wurde nicht geheim gehalten.
      Es wurde dort angebracht, wo die Sterbenden es sehen konnten.

      Auch die Form des Zeichens selbst hat etwas Ernüchterndes.
      Das Bild stellte genau das Mittel der Bestrafung dar.

      In gewisser Weise wurde das, was die Menschen umbrachte,
      jetzt vor ihren Augen gezeigt,
      nicht um ihren Tod fortzusetzen,
      sondern um zu einer Gelegenheit zu werden,
      bei der Gottes Gnade ihren Bedürfnissen begegnete.

      Das heißt nicht, dass die Schlange gut war.
      Es bedeutet, dass Gott das Bild des
      Fluch bringenden Instruments als Teil seiner Heilung nutzte.

      Die Passage wird noch klarer,
      wenn man sie im Licht späterer Schriftstellen liest.

      Jesus selbst bezog sich in Johannes 3 auf dieses Ereignis:
      „Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat,
      so muss der
      Menschensohn erhöht werden,
      damit jeder, der an ihn glaubt,
      ewiges Leben hat.“
      (Johannes 3,14–15)

      Dieser Zusammenhang ist entscheidend.
      Die eherne Schlange wurde erhöht,
      damit die Sterbenden aufblicken und leben konnten.
      Christus würde am Kreuz erhöht werden,
      damit die Sünder glauben und Leben haben könnten.

      Die Ähnlichkeit besteht nicht darin, dass Christus sündig war,
      genauso wenig wie die eherne Schlange selbst giftig war.

      Vielmehr liegt die Verbindung darin,
      dass das Zeichen des Gerichts öffentlich erhoben wurde
      und diejenigen, die dem Tod geweiht waren, aufgefordert wurden,
      im Glauben auf die Vorsehung Gottes zu schauen.

      Was in Numeri geschah,
      war vorübergehend und physisch.
      Was in Christus passiert,
      ist endgültig und tiefer.

      Die Generation in der Wüste
      wurde vom Gift befreit.
      In Christus werden Sünder
      von Sünde und Gericht befreit.

      Deshalb ist die Stange wichtig.

      Die Schlange wurde hochgehoben, weil
      das Zeichen der Erlösung gesehen werden musste.
      Es musste öffentlich sichtbar sein,
      als das festgelegte Mittel, durch das
      die Sterbenden Leben von Gott empfangen konnten.

      Und in dieser stillen, rauen Wüstenszene
      lehrte die Schrift bereits ein Muster,
      das sich später noch deutlicher entfalten sollte:
      Gott rettet nicht, indem er
      die Sterbenden auffordert, sich selbst zu heilen.
      Er gibt ihnen das, worauf sie
      im Glauben schauen müssen.

      Und in Christus hat sich das, was einst in Bronze dargestellt wurde, in demjenigen erfüllt, der für uns erhöht wurde.


      by Jule with no comments yet
    • März 6thWenn Jesus nie gesündigt hat, warum ist er dann in das Wasser der Taufe getaucht?

      Wenn Jesus nie gesündigt hat, warum ist er dann in das Wasser der Taufe getaucht? Auf den ersten Blick scheint das unnötig. Die Taufe zu Johannes dem Täufers Zeiten war ein Zeichen der Buße (Markus 1,4). Die Leute bekannten ihre Sünden und kehrten zu Gott zurück. Als Jesus aber am Jordan ankam, war Johannes total überrascht. Er meinte: „Ich müsste von dir getauft werden, und du kommst zu mir?“ (Matthäus 3,14). Johannes hat was Wichtiges verstanden. Jesus hatte nichts zu bereuen. Er hat nie gesündigt (Hebräer 4,15). Er hat nie versagt. Er war das makellose Lamm Gottes (Johannes 1,29; 1. Petrus 1,19). Warum hat er es dann getan?

      Jesus antwortete Johannes mit einem kraftvollen Satz: „Lass es jetzt so sein; es ist richtig, dass wir das tun, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen“ (Matthäus 3,15). In diesem Moment bekannte Jesus keine Sünde. Er identifizierte sich mit den Sündern (Jesaja 53,12). Der sündlose Sohn Gottes stieg in dasselbe Wasser wie die Gebrochenen, die Schuldigen und die Beschämten. Von Beginn seines Wirkens an zeigte Jesus der Welt, wozu er gekommen war. Er kam, um an unsere Stelle zu treten (Römer 5,8).

      In der gesamten Heiligen Schrift sehen wir, dass Jesus kam, um für uns zu tun, was wir selbst niemals tun konnten. Wo die Menschheit versagte, war Jesus erfolgreich (Römer 5,18–19). Wo wir versagt haben, hat er die Gerechtigkeit vollkommen erfüllt (Matthäus 5,17). Bei seiner Taufe ging es nicht darum, dass er Reinigung brauchte. Es ging um seine Bereitschaft, unsere Geschichte zu tragen. Er trat in unsere Menschlichkeit ein, damit wir eines Tages in seine Gerechtigkeit eintreten können (2. Korinther 5,21).

      Als Jesus aus dem Wasser stieg, öffnete sich der Himmel. Der Geist kam wie eine Taube herab, und die Stimme des Vaters verkündete: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“ (Matthäus 3,16–17). Beachte hier etwas Schönes. Jesus hatte noch keine Kranken geheilt, keine Predigten gehalten und war noch nicht ans Kreuz gegangen. Dennoch hatte der Vater bereits Wohlgefallen an ihm. Die Anerkennung des Himmels ruhte auf ihm, noch bevor er seinen öffentlichen Dienst begann. Dieser Moment weist uns auf das vollendete Werk Jesu hin und darauf, was es für alle bedeutet, die an ihn glauben.

      Am Kreuz trug Jesus unsere Sünden vollständig (1. Petrus 2,24). Die Schrift sagt, dass Gott den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht hat, damit wir in ihm die Gerechtigkeit Gottes werden (2. Korinther 5,21). Derjenige, der mit den Sündern ins Wasser stieg, würde später für die Sünder ans Kreuz gehen (Römer 5,6–8). Er nahm unsere Schuld, unsere Scham, unser Versagen und unsere Verurteilung auf sich (Römer 8,1) und vollendete das Werk, das uns für immer mit Gott versöhnt (Johannes 19,30; Hebräer 10,14).

      Wegen dieses vollendeten Werks hängt unsere Hoffnung nicht mehr davon ab, wie gut wir uns anstellen, wie konsequent wir uns fühlen oder wie perfekt wir uns benehmen. Unsere Hoffnung hängt vom Gehorsam Jesu ab (Römer 5,19). So wie er alle Gerechtigkeit erfüllt hat, wird uns diese Gerechtigkeit jetzt durch den Glauben geschenkt (Römer 3,22; Philipper 3,9). Der Gläubige steht nicht aufgrund seiner persönlichen Leistung vor Gott, sondern aufgrund des vollkommenen Werks Christi (Eph 2,8–9).

      Das verändert unsere heutige Sichtweise auf die Taufe. Unsere Taufe ist kein Mittel, um Vergebung zu erlangen oder Gott unseren Wert zu beweisen. Sie ist eine Erklärung, dass wir mit Jesus vereint sind. Die Schrift sagt, dass wir mit ihm in der Taufe begraben und mit ihm zu einem neuen Leben auferstanden sind (Röm 6,3–4; Kolosser 2,12). Das Wasser wird zu einem Bild für das, was Jesus bereits vollbracht hat. Das alte Leben in Sünde wurde von Christus getragen, und das neue Leben in Gerechtigkeit gehört nun durch ihn uns (2. Korinther 5,17).

      Wenn du dich also fragst, worauf du deine Hoffnung gründen sollst, dann schau zurück auf den Einen, der für dich ins Wasser getreten ist. Schau auf den Einen, der an deiner Stelle die Gerechtigkeit erfüllt hat (Matthäus 3,15). Schau auf den Einen, der das Werk am Kreuz vollbracht hat und auferstanden ist (Johannes 19,30; 1. Korinther 15,3–4). Deine Stellung vor Gott hängt nicht von deinen Gefühlen oder deinen Leistungen ab. Sie steht fest auf dem vollbrachten Werk Jesu Christi (Hebräer 10,12–14).

      Und wegen ihm gilt dieselbe Wahrheit, die über Jesus ausgesprochen wurde, jetzt auch für jeden Gläubigen, der in ihm ist. Du bist angenommen. Du bist geliebt. Du bist willkommen (Eph 1,6; Röm 15,7). Nicht weil du es verdient hast, sondern weil Jesus alles für dich erfüllt hat (Röm 8,32–34).


      by Jule with no comments yet
    • März 6thSchuldgefühle und Gottes Liebe

      Es gibt Momente im Leben, in denen man auf seine Geschichte zurückblickt und sich von der Last der vergangenen Ereignisse überwältigt fühlt. Zeiten des Schmerzes, des Verlusts und Entscheidungen, die man getroffen hat, während das Herz verletzt war, können tiefe Spuren in der Seele hinterlassen. Selbst nachdem man zu Gott zurückgekehrt ist, selbst nach Jahren des Dienstes für ihn, kann die Scham still im Hintergrund weiterleben. Man mag sagen, dass man glaubt, dass Gott einem vergibt, doch innerlich fragt man sich immer noch, ob er einen wirklich mit den gleichen Augen sieht. Er sehnt sich danach, ihn klar und deutlich sagen zu hören: „Ich vergebe dir. Ich liebe dich.“

      Die schöne Wahrheit des Evangeliums ist, dass Gott diese Worte bereits durch Jesus gesprochen hat.

      Am Kreuz flüsterte Gott die Vergebung nicht in einer stillen Ecke des Himmels. Er verkündete sie offen durch das vollendete Werk seines Sohnes. Als Jesus die Sünden der Menschheit auf sich nahm und sein Leben für uns gab, befasste er sich nicht nur mit den Sünden, die begangen wurden, bevor jemand glaubte. Er hat ein für alle Mal die gesamte Last der Sünde auf sich genommen. Die Schrift sagt, dass wir in Christus die Erlösung durch sein Blut haben, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade (Epheser 1,7). Diese Vergebung ist nicht zerbrechlich. Sie ist nicht teilweise. Sie ist nicht etwas, das verschwindet, wenn jemand fällt und dann wieder zurückkommt. Sie ist verwurzelt in dem, was Jesus vollbracht hat, nicht darin, wie perfekt die Geschichte eines Menschen gewesen ist.

      Viele Gläubige kehren zu Gott zurück, tragen aber immer noch Scham mit sich herum, als stünden sie vor der Tür und hofften, wieder hereingelassen zu werden. Aber das Kreuz erzählt eine andere Geschichte. Als Jesus starb und wieder auferstand, beseitigte er die Barriere zwischen Gott und seinen Kindern. Die Schrift sagt, dass wir jetzt mit Zuversicht Zugang zum Vater haben (Epheser 3,12). Das bedeutet, dass die Beziehung nicht auf einer Leistungsbilanz beruht. Sie beruht auf der Gerechtigkeit Jesu selbst.

      Der Feind flüstert uns gerne zu, dass Gott uns zwar rechtlich vergeben hat, aber emotional immer noch von uns enttäuscht ist. Doch das Evangelium räumt mit dieser Lüge komplett auf. Gott geht mit seinen Kindern nicht aufgrund ihrer schlimmsten Zeiten um. Er geht mit ihnen aufgrund von Christus um. Und Christus ist perfekt, akzeptiert und vom Vater voll und ganz geliebt.

      Denk mal über das Herz Gottes nach, das durch Jesus offenbart wurde. Immer wieder in den Evangelien waren es die Menschen, die sich am meisten schämten, denen er sich näherte und von denen er sich nicht abwandte. Die Frau, die beim Ehebruch erwischt wurde, erwartete Steine, erhielt aber Gnade (Johannes 8,3–11). Der verlorene Sohn erwartete Ablehnung, aber er bekam ein Gewand, einen Ring und ein Fest (Lukas 15,20–24). Petrus verleugnete Jesus dreimal und dachte, seine Geschichte sei vorbei, aber der auferstandene Christus stellte ihn wieder her und vertraute ihm die Leitung an (Johannes 21,15–17). Diese Geschichten sind keine Ausnahmen vom Charakter Gottes. Sie zeigen sein Herz.

      Scham sagt einem Menschen, dass sein Versagen die lauteste Stimme im Raum ist. Aber das Kreuz verkündet etwas Lauteres. Jesus ging nicht widerwillig ans Kreuz. Die Schrift sagt, dass er uns liebte und sich für uns hingab (Galater 2,20). Das bedeutet, dass er, als er deine Sünden trug, die ganze Geschichte kannte und sich dennoch für das Kreuz entschied. Nichts in deiner Vergangenheit überraschte ihn. Nichts in deiner Vergangenheit disqualifizierte die Liebe, die er bereits beschlossen hatte, dir zu schenken.

      Manchmal warten Menschen auf einen besonderen emotionalen Moment, in dem sie spüren, dass Gott sagt: „Ich vergebe dir.“ Die gute Nachricht ist jedoch, dass Gott dies bereits auf die klarste Weise durch das Evangelium selbst gesagt hat. Das Kreuz ist Gottes Erklärung. Die Auferstehung ist Gottes Bestätigung. Die Gegenwart des Heiligen Geistes im Leben eines Gläubigen ist Gottes ständige Erinnerung daran, dass er zu ihm gehört (Epheser 1,13–14).

      Wenn du zu ihm zurückgekehrt bist, ist diese Rückkehr selbst ein Beweis für seine Gnade, die in dir wirkt. Die Schrift sagt, dass es die Güte Gottes ist, die uns zur Umkehr führt (Römer 2,4). Dieselbe Gnade, die dich zurückgebracht hat, ist die Gnade, die dich jetzt hält.

      Gott sieht dich nicht durch die Brille deiner schlimmsten Jahre. Er sieht dich durch die Gerechtigkeit Jesu. In Christus bist du nicht die Person, die durch diese Zeiten des Schmerzes und der Zerbrochenheit definiert ist. Du bist ein geliebtes Kind, das vom Vater willkommen geheißen wird.

      Und wenn du die Stimme des Himmels klar hören könntest, würdest du die Botschaft hören, die bereits durch das Kreuz verkündet wurde:

      Dir ist vergeben.
      Du wirst geliebt.
      Und durch Jesus bist du in der Gegenwart Gottes voll und ganz willkommen.


      by Jule with no comments yet
    • ‹ Older Posts

      Good Old Fashioned Hand Written Code by Eric J. Schwarz

        ein Liebesbrief!von unserem geliebten Freund Jehova

      • Biblische Seelsorge
      • Gemeinsam die Bibel lesen
      • Hauskreis Offenbarung