
𝐅𝐚𝐢𝐭𝐡 𝐓𝐡𝐚𝐭 𝐋𝐢𝐯𝐞𝐬 𝐖𝐡𝐞𝐧 𝐆𝐨𝐝 𝐃𝐨 𝐞𝐬 𝐍𝐨𝐭 𝐄𝐱𝐩𝐥𝐚𝐢𝐧
Habakuk begann nicht mit einer Verkündigung.
Er begann mit Protest.
Er stand auf dem Boden Judas und sah, wie sich Ungerechtigkeit wie Schimmel über die heiligen Mauern ausbreitete. Gewalt herrschte auf den Straßen. Das Gesetz wurde taub. Die Bösen bedrängten die Gerechten, bis die Gerechtigkeit aus den Fugen geriet. Habakuk tat, was gläubige Menschen tun, wenn Heiligkeit fehlt und Gebete unbeantwortet bleiben. Er fragte Gott nach dem Grund.
„Wie lange noch, o Herr?“
Kein Slogan.
Ein Stöhnen.
Der Prophet wurde für seine Frage nicht getadelt. Gott forderte sie heraus. Glaube ist nicht Schweigen in Verwirrung. Glaube bedeutet, Verwirrung in Gottes Gegenwart zu bringen und sich zu weigern, ohne ihn zu gehen. Habakuks Klage war kein Unglaube. Es war ehrliche Treue zum Bund.
Gott antwortete.
Aber nicht so, wie Habakuk es erwartet hatte.
„Ich werde die Chaldäer aufrichten.“
Ein Volk, das gewalttätiger war als Juda.
Rücksichtsloser.
Grausamer.
Gottes Lösung klang schlimmer als das Problem. Habakuk taumelte. Wie konnte ein heiliger Gott ein unheiliges Volk benutzen, um sein eigenes Volk zu richten? Wie konnte Gerechtigkeit durch etwas noch Ungerechteres wiederhergestellt werden? Der Prophet fragte erneut. Und diesmal wartete er. Er stieg auf seinen Wachturm, nicht um der Welt zu entfliehen, sondern um auf den Himmel zu hören.
Gottes Antwort veränderte die Geschichte.
„Der Gerechte wird aus seinem Glauben leben.“
Nicht aus Klarheit.
Nicht aus Kontrolle.
Nicht aus dem Verständnis der Ergebnisse.
Aus Glauben.
Dieser Satz ist das Rückgrat der Heiligen Schrift. Er hallt in den Briefen des Paulus wider, donnert in den Römern, brennt in den Galatern und stärkt die Heiligen in den Hebräern. Lange vor dem Kreuz erklärte Gott, dass das Leben nicht durch Antworten erhalten bleibt, sondern durch das Vertrauen in den Gott, der sie hält.
Habakuk erhält eine Vision. Keine sofortige Erleichterung, sondern endgültige Gewissheit. Das Böse wird nicht von Dauer sein. Stolz bricht unter seinem eigenen Gewicht zusammen. Imperien, berauscht von Macht, werden den Kelch des Gerichts trinken. Die Erde wird erfüllt sein von der Erkenntnis der Herrlichkeit des Herrn, wie das Wasser das Meer bedeckt. Die Geschichte dreht sich nicht im Kreis. Sie bewegt sich irgendwohin. Und Gott ist nicht abwesend. Er ist geduldig.
Dann wendet sich das Buch.
Von Streit zu Ehrfurcht.
Von Fragen zu Anbetung.
Habakuk singt.
Er erinnert sich an den Gott, der Meere teilte, Berge erschütterte und durch die Geschichte marschierte, um sein Volk zu retten. Er erinnert sich daran, dass Erlösung immer durch die Verflechtung von Gericht und Barmherzigkeit gekommen ist. Der Heilige schreitet nicht nur voran, um Bosheit zu bestrafen, sondern auch, um die Gläubigen zu retten. Gottes Schritte hinterlassen bebende Erde, denn Erlösung ist niemals still.
Und dann kommt das trotzigste Glaubensbekenntnis im Alten Testament.
Auch wenn der Feigenbaum nicht blüht.
Auch wenn keine Früchte an den Reben hängen.
Auch wenn die Felder keine Nahrung hervorbringen und die Herden verschwinden.
Auch wenn alles Sichtbare zusammenbricht.
„Dennoch werde ich mich über den Herrn freuen.“
Das ist der Glaube an die Auferstehung vor der Auferstehung. Das ist das Vertrauen, das unbeantwortete Gebete, den Zusammenbruch einer Nation und persönlichen Verlust überdauert. Habakuk freut sich nicht über die Umstände. Er freut sich über Gott selbst. Der Herr wird seine Stärke. Seine Füße werden wie die eines Hirsches, fest auf gefährlichen Höhen.
Das Evangelium vor dem Evangelium leuchtet hier deutlich. Jesus wird Habakuks unbeantwortete Schreie am Kreuz in seinen eigenen Mund nehmen. Er wird sich der Stille stellen. Er wird das Gericht tragen. Er wird dem Vater vertrauen, auch wenn die Erlösung drei Tage auf sich warten lässt. Und er wird auferstehen und beweisen, dass der Glaube niemals fehl am Platz war.
Habakuk lehrt uns, dass Gott sich vielleicht nicht erklärt, aber dass er sich offenbaren wird. Er lehrt uns, dass Glaube nicht bedeutet, den Plan zu sehen, sondern sich an den Planer zu klammern. Er lehrt uns, dass die Gerechten nicht durch Kontrolle leben, sondern durch das Vertrauen in den Gott, der die Toten auferweckt.
Wenn die Welt bebt und Gebete unbeantwortet bleiben, denken Sie an Habakuk.
Gott ist immer noch am Werk.
Gerechtigkeit wird immer noch kommen.
Die Herrlichkeit ist noch immer verheißen.
Und die Gerechten leben noch immer durch den Glauben.
by Jule with 1 commentHeute lesen wir Habakuk 1 bis 3 . Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 😘
by Jule with no comments yetHeute lesen wir den Propheten Habakuk. Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 😘
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