Heute – wie jeden Sonntag – um 11 Uhr Lobpreis und anschließend bis 18 Uhr Gemeinschaft
Wir lesen und besprechen gemeinsam 1. Könige 2 ab Vers 26
Zoom-Meeting Sonntag von 11-14 Uhr
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Salomo rechnet mit Abjatar und Joab ab
„Zum Priester Abjatar sagte Salomo: »Geh zurück in deine Heimatstadt Anatot und bewirtschafte dein Land. Eigentlich hast auch du den Tod verdient, doch ich will dich nicht hinrichten, denn du hast zu Lebzeiten meines Vaters David die Bundeslade getragen. Alles Leid, das mein Vater erlebt hat, hast du mit ihm zusammen durchgestanden.« So entzog Salomo Abjatar das ehrenvolle Amt des Priesters. Damit erfüllte sich, was der Herr in Silo über die Nachkommen von Eli vorausgesagt hatte.
Warum ist Salomo so hart mit Abjatar?
Er hatte sich auf die Seite Adonia gestellt, als dieser sich krönen lassen wollte
Warum lässt er den Priester nicht töten?
Er entzieht ihm nur das Amt, denn der Priester war ein gesalbter Jehovas
„Darum sage ich, der Herr, der Gott Israels: Ich habe dir versprochen, dass mir für alle Zeiten Männer aus deiner Sippe und deinem Stammesverband als Priester dienen sollen. Doch dazu lasse ich es nun nicht mehr kommen! Denn ich ehre nur die, die auch mich ehren. Wer mir aber verächtlich den Rücken kehrt, der wird selbst auch verachtet. In Zukunft soll die Lebenskraft deiner Nachkommen gebrochen sein: Ich sorge dafür, dass nie mehr ein Mann aus deiner Sippe über seine besten Jahre hinauskommt.“
1. Samuel 2:30-31 HFA
Von wem sind ab jetzt die Priester, wenn sie nicht mehr von Eli abstammen?
Danach sind es die Söhne von Zadok – kam aus der Linie von Pinehas
Sie waren bis 171 vChr die Linie der Priester
Joab
Bald erfuhr Joab, was geschehen war. Damals bei Absaloms Verschwörung hatte er sich den Aufständischen nicht angeschlossen, doch diesmal hatte er sich auf Adonijas Seite geschlagen. Darum ergriff er nun schnell die Flucht.
Er floh in das heilige Zelt des Herrn und hielt sich an den Hörnern des Altars fest. Salomo erhielt die Nachricht: »Joab ist ins Heiligtum geflohen und steht jetzt dort beim Altar.« Als Salomo das hörte, befahl er Benaja, dem Sohn von Jojada: »Geh, stich Joab nieder!«
Benaja ging ins Heiligtum und sagte zu Joab: »Der König befiehlt: Du sollst sofort herauskommen!« Doch Joab erwiderte: »Nein, ich komme nicht! Wenn schon, dann will ich hier sterben.« Benaja kehrte um und teilte dem König Joabs Antwort mit.
Da ordnete Salomo an: »Gut, wie er will! Stich ihn nieder und begrab ihn! Dann sind weder ich noch meine Nachkommen weiter verantwortlich für das Blut, das Joab ohne Grund vergossen hat.
So wird der Herr ihn für den Mord an zwei Männern bestrafen, die weit ehrenhafter und besser waren als er:
Abner, der Sohn von Ner und oberste Heerführer der Truppen Israels, und Amasa, der Sohn von Jeter und oberste Heerführer der Truppen Judas. Joab hat sie ohne Wissen meines Vaters mit dem Schwert erstochen.
Diese Blutschuld soll für immer auf Joab und seinen Nachkommen lasten. Davids Thronfolgern aber und allen seinen Nachkommen möge der Herr ewig Frieden schenken.«
Da ging Benaja wieder hinauf zum Heiligtum und erstach Joab. Man begrub ihn auf seinem Grundstück in der judäischen Steppe. Der König ernannte Benaja, den Sohn von Jojada, an Joabs Stelle zum obersten Heerführer, und dem Priester Zadok übergab er das Amt des abgesetzten Priesters Abjatar.“
1. Könige 2:26-35 HFA
Wer oder was war Joab?
Er war der Neffe von David, der Sohn seiner Schwester Zeruja
Er war evtl. gleich alt wie David
Durch wen erfuhr Joab davon?
Hatte er eine eigene kleine Geheimdienst Verbindung, die ihn mit Infos versorgte?
Warum flieht er zum Altar und hält sich dort fest?
Nicht zum Altar allgemein, nicht dahin, wo der Gottesdienst stattfindet, nicht zum Heiligtum
Er flieht zu. Zelt, wo der Lobpreis nach David stattfand
Es ist eigentlich in anderen Religionen üblich, dass man zum Heiligtum flieht
Aber wurde schon im mosaischen Gesetz gesagt, dass dort kein „Verbiet“ ist
Wenn du aus Versehen jemanden getötet hattest, konntest du in eine der Zufluchstätte fliehen
Da er getötet werden sollte, aber nicht am Altar, muss Banaja erst mal zurück zu Salomo und nachfragen, was er nun tun solle
„Benaja ging ins Heiligtum und sagte zu Joab: »Der König befiehlt: Du sollst sofort herauskommen!« Doch Joab erwiderte: »Nein, ich komme nicht! Wenn schon, dann will ich hier sterben.« Benaja kehrte um und teilte dem König Joabs Antwort mit.“
1. Könige 2:30 HFA
Joab hatte ja mit dem Mord an den beiden Männern bereits den Tod verdient gehabt, denn beide morde waren hinterrücks
„Da ordnete Salomo an: »Gut, wie er will! Stich ihn nieder und begrab ihn! Dann sind weder ich noch meine Nachkommen weiter verantwortlich für das Blut, das Joab ohne Grund vergossen hat. So wird der Herr ihn für den Mord an zwei Männern bestrafen, die weit ehrenhafter und besser waren als er:
Abner, der Sohn von Ner und oberste Heerführer der Truppen Israels, und Amasa, der Sohn von Jeter und oberste Heerführer der Truppen Judas. Joab hat sie ohne Wissen meines Vaters mit dem Schwert erstochen.
Diese Blutschuld soll für immer auf Joab und seinen Nachkommen lasten. Davids Thronfolgern aber und allen seinen Nachkommen möge der Herr ewig Frieden schenken.«“
1. Könige 2:31-33 HFA
Zu Davids Zeiten gab es mal eine Hungersnot, nur weil Saul Blitschuld auf sich geladen hatte – also handelt Salomo hier in weiser Voraussicht
Zum Gesamtbild der Bibel – was sagt sie zum Thema Mord?
„Aber Gott entgegnete: »Was hast du bloß getan? Das vergossene Blut deines Bruders schreit von der Erde zu mir!“
1. Mose 4:10 HFA
Unschuldiges Blut, was nicht gerächt ist, schreit zu Jehova
Deswegen war Joab nach dem mosaischen Gesetz dazu verurteilt, getötet zu werden
Obwohl er den Tod verdient hatte, wird er begraben – Auferstehungshoffnung(normalerweise wurden Mörder nur mit Steinen bedeckt (damit sie nicht wieder raus können bei der Auferstehung)
Schimi verwirkt sein Leben
„Danach ließ König Salomo Schimi zu sich rufen und befahl ihm:
»Bau dir hier in Jerusalem ein Haus! Darin sollst du wohnen. Nie wieder darfst du die Stadt verlassen, ganz gleich wohin. Du kannst sicher sein: Sobald du durch das Stadttor gehst und den Bach Kidron überquerst, wirst du hingerichtet! Ich habe dich gewarnt – sollte es so weit kommen, dann bist du selbst schuld an deinem Tod.«
Schimi antwortete: »Ich habe verstanden und werde den Befehl meines Herrn und Königs genau befolgen.«
Schimi hielt sich lange an das Verbot des Königs. Doch eines Tages – etwa drei Jahre später – liefen ihm zwei Sklaven davon und suchten Zuflucht bei König Achisch von Gat, dem Sohn von Maacha.
Als Schimi erfuhr, dass seine Sklaven sich dort aufhielten, sattelte er seinen Esel und machte sich auf den Weg zu König Achisch, um die beiden zurückzuholen. Er fand sie und brachte sie zurück nach Jerusalem.
Als Salomo hörte, dass Schimi in Gat gewesen war, ließ er ihn zu sich rufen und stellte ihn zur Rede:
»Habe ich dir nicht verboten, dich aus Jerusalem zu entfernen, und dich gewarnt: ›Verlass dich drauf: Sobald du aus der Stadt weggehst, wirst du hingerichtet, ganz gleich, wohin du gehst!‹? Und wie war deine Antwort? Du sagtest: ›Ich habe verstanden!‹ Dann hast du sogar bei dem Herrn geschworen, dem Befehl zu gehorchen.
Warum hast du nun den Eid gebrochen und gegen meine Anordnung verstoßen?
Schon meinem Vater hast du schwer zu schaffen gemacht. Du weißt ganz genau, mit welcher Frechheit du ihm damals begegnet bist. Nun ist der Tag gekommen, an dem der Herr dich für deine Bosheit bestraft! Ich aber, der König Salomo, stehe unter seinem Segen. Ja, der Herr wird dafür sorgen, dass Davids Nachkommen für alle Zeiten die Königsherrschaft gehört.«
Danach gab König Salomo Benaja den Befehl, Schimi hinzurichten. Benaja führte Schimi hinaus und erstach ihn auf der Stelle.
Nun hatte Salomo die Zügel der Herrschaft fest in der Hand.“
1. Könige 2:36-46 HFA
Wer ist Schimi?
Er hatte David, als er vor seinem Sohn Absalom fliehen musste, beschimpft und bespuckt. Aber er war auch der erste, der ihm entgegen kam, als davod zurück kam und sich entschuldigte
Er war ein Benjaminiter – aus dem Stamm Sauls – der eigentlich nach Sauls Tod einen aus dessen Stamm auf dem Thron sehen wollte
Warum soll er sich ein Haus in Jerusalem bauen?
Damit sich kein Aufstand um ihn herum bildet und zudem konnte Salomo ihn so im Blick behalten
Was sollte Schimi nicht machen?
Er sollte in der Umgebung bleiben und die Stadt nicht verlassen
„So wohnte Schimi lange in Jerusalem.
Drei Jahre später jedoch entliefen ihm zwei seiner Sklaven. Sie flohen zu Achisch Ben-Maacha, dem König von Gat. Als Schimi hörte, dass seine Sklaven in Gat waren,“
1. Könige 2:38-39 BIBEL.HEUTE
Wieso „vergisst er“ das Verbot scheinbar?
Ist es strafbar, dem Gefängnis zu entfliehen?
Nein
Musst da dann da sein, wenn angeordnet?
Nein
Ist einfach ein freiheitsgedanke, ist nicht strafbar. Aber man kann mich verhaften und wieder rein bringen
„Wenn sich ein ausländischer Sklave zu dir flüchtet, sollst du ihn seinem Herrn nicht ausliefern. Er soll in Freiheit bei dir an einem Ort wohnen dürfen, wo es ihm gefällt. Du darfst ihn nicht unterdrücken.“
5. Mose 23:16-17 BIBEL.HEUTE
Was ist Schimi für ein Mensch, dass seine Knechte fliehen müssen?
Und dann noch nach Gad, das ist das Gebiet der Philister
Was hätte er machen müssen, um seinen Kopf zu retten?
Er hätte jemand anderes schicken können – aber vielleicht wären diejenigen dann auch weg gewesen
Er hätte Salomo um eine Ausnahmegenehmigung bitten können
Scheinbar nimmt er Salomo nicht wirklich ernst
Er zieht los, sucht die Sklaven und bringt die auch wieder nach Hause
Dumm gelaufen: Es wird Salomo berichtet
Er kommt auch noch, aber er entschuldigt sich nicht. Scheinbar nimmt er ihn nicht ernst
Salomo stellt ihn zur Rede, Schimi weiß ja, was er getan hat, er kennt die Vereinbarung und muss nun die Konsequenzen tragen
„Da ließ der König Schimi zu sich rufen und sagte zu ihm: „Habe ich dich nicht gewarnt und dir gesagt: ‚Sobald du die Stadt verlässt, musst du sterben!‘ Und du hast geantwortet: ‚Ja, das ist gut, ich gehorche!‘ Ich habe dich sogar bei Jahwe schwören lassen. Warum hast du diesen Eid gebrochen und meinen Befehl missachtet?““
1. Könige 2:42-43 BIBEL.HEUTE
Zitat aus Wuppertaler Studienbibel
Exkurs: Zur Bestrafung Joabs und Schimis
Den heutigen Leser werden in Kap. 2 sowohl die Anordnungen Davids (V. 5–6.8–9) als auch die Ausführungen durch Salomo (V. 28–46) befremden. Wir stoßen auf einige Grundfragen, die im gesamtbiblischen Zusammenhang von großer Bedeutung sind.
1. Die Schwere der Schuld. Schuld bleibt Schuld. Sie kann nicht ungeschehen gemacht werden. Die Frage ist nur, wer sie trägt, der Schuldige selbst oder der Unschuldige (V. 31f)? Schuld verschwindet nicht einfach, sie muss getragen werden.
2. Der Ernst der Gerechtigkeit. Gerechtigkeit in juristischem Sinne bedeutet in der Tat »Auge um Auge, Zahn um Zahn«, nicht mehr und nicht weniger. Der Schuldige muss die Folge der Schuld tragen. Das unschuldig vergossene Blut kehrt auf Joab zurück (V. 31).
3. Der Wert des Lebens. Mord ist Schuld vor Gott, denn Gott allein ist Schöpfer und Geber des Lebens. Er ist der Souverän über das Leben. Wer Leben nimmt, fällt Gott in die Arme und versündigt sich am Schöpfer. Schon beim ersten Mord sagt Gott: »Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde« (1Mo 4,10).
4. Die Tiefe der Vergebung. Vergebung heißt nicht durchstreichen, ungeschehen machen. Man kann Geschehenes nie ungeschehen machen, auch Schuld nicht. Vergebung heißt: Der Unschuldige nimmt die Schuld bzw. die Folge auf sich. Die Bibel spricht deshalb an vielen Stellen von »Schuld tragen«.
Wer die Tiefe der Vergebung als stellvertretendes Tragen sieht, wird erkennen, dass Schuld immer bleibt, egal auf wem. Und so führt die atl. Geschichte und Erfahrung zu der Frage: Wer kann die Schuld überhaupt tragen und der Schuldgeschichte ein Ende setzenl? Die Antwort führt in die Mitte des Neuen Bundes. Die Schwere der Schuld und der Ernst der Gerechtigkeit führen dazu, dass Jesus sein wertvolles Leben gibt, indem er sein Blut vergießt und so die Schuld trägt.
@book{Schmid_2018,
address={Holzgerlingen},
series={Wuppertaler Studienbibel},
title={Das erste Buch der Könige},
publisher={SCM R. Brockhaus},
author={Schmid, Hartmut},
editor={Schmid, Hartmut},
year={2018},
pages={107},
collection={Wuppertaler Studienbibel} }